Frühlingsgefühle

So wie meine Beiden langsam in einen neuen Reise-Rythmus gefunden haben, habe ich auch einen neuen Rhythmus um Euch auf den neuesten Stand zu bringen.

Nach dem überraschenden Treffen mit Rosi trennten sich unserer Wege kurzfristig wieder…. grummel… da habe ich nun endlich eine Kameradin gefunden und meine Beiden haben was anderes vor….. zum Glück führten uns unsere Wege am nächsten See wieder zusammen. Und meine Beiden und die Beiden von Rosi hatten ein paar sehr nette gemeinsame Abende, während ich Rosi zuschielen konnte. Nur Tagsüber trennten uns ein paar mehr Meter, damit ich auch genug Sonne für meinen Strom bekam. So ein Quatsch! Wer braucht denn schon Strom…. Da war ich nun endlich wieder bei Rosi und musste sie von weitem anschmachten……. Oh Mist, verplappert, das wollte ich doch für mich behalten….. Aber es wird halt langsam Frühling… Aber dachte ich zumindest.

Da Rosi Ihren 2 und 4 Beinern etwas zu viel Feuer unterm Hintern gemacht hat, musste sie weiter ziehen – ein Termin im Heizungs-Spa war abgemacht. Weder ich noch meine Beiden hatten noch mal Lust auf „einsam im Schnee“ – ja das doofe weiße Zeugs war tatsächlich noch mal gekommen! – So durfte ich mich auch wieder bewegen. Ohne Rosi ist sowieso doof!

Jetzt steht immer öfter wandern auf dem Programm und – so mutierte ich vom Schneemobil zum Wandertaxi – Endlich durfte ich mal länger auf Schotterpisten fahren, immer dieser doofe Asphalt macht ja auch keinen Spass. Bin auch nur ein bisschen dreckig geworden dabei …. grins…..für eine Nacht ging es also zu einem Wasserfall um dort ein paar schöne und lehrreiche Wanderwege zu erkunden. Wusstet ihr, dass Elche früher in Fallgruben gefangen wurden? Oder das Gletscher Löcher im Boden hinterlassen, wo ein besonders großer Eisblock geschmolzen ist?

Mit einem Zwischenstopp ging es dann zu dem großen Schwedischen Möbelhaus. Ich habe noch ein paar Gadgets für meine Küche bekommen. Auf dem Weg haben meine Beiden dann auch endlich mal geprüft ob mir die Luft schon ausgegangen war oder nicht. So ganz eindeutig war das Ergebnis hinten rechts nicht, aber gut genug um weiter zu rollen – Natürlich wieder zu einem See…. Schön war der Platz ja, aber ein bisschen Langweilig wird das ganze schon langsam. Ein Platz schöner als der nächste, der Wind so eisig, dass meine Beiden meistens drinnen sitzen müssen. Und dann auch noch ein Platz an dem ich perfekt gerade stehen kann… gähn….. Da müsste ich den Beiden mal wirklich ein bisschen Abenteuer und Abwechslung verschaffen. Das ist ja so nicht auszuhalten!…… Heimlich still und leise habe ich mich also ein bisschen zur Seite geneigt – jetzt können sie sehen, was passiert, wenn ich mir weiter so die Reifen plattstehe! Am nächsten Morgen war die Überraschung dann gelungen und meine Beiden hatten endlich mal wieder was richtiges zu tun!….. grins!….. zur Belohnung habe ich dann auch noch einen Schluck aus der Öl-Pulle bekommen! …. Gut gemacht oder?…..hihi

Dass meine Beiden inzwischen ziemlich fit sind wisst ihr ja schon. So blieb, trotz meiner kleinen Intervention, sogar noch Zeit einen Kuchen zu backen und den Sonnenuntergang am See so richtig zu genießen.

Inzwischen war Rosi auch wieder fit und garnicht weit weg von mir…..schmacht…., also habe ich mich noch ein bisschen hübsch machen lassen (hmmm….. Ob ich Rosi so gefalle? oder ob ich mir doch lieber noch ein bisschen standesgemäße Patina zulegen sollte? – nicht, dass sie mich vielleicht zu spießig findet?)… und meine Beiden dann zu ihr gebracht.

Die 4 Beiner von Rosi kennen mich mittlerweile so gut, dass sie mich schon von weitem erkannt haben, aber auch die 2 Beiner haben sich gefreut. So konnten wir noch ein paar schöne Tage gemeinsam im Wald verbringen, bei etwas weniger Wind, aber immer noch sehr kalten Temperaturen.

Irgendwann ist aber jede schöne Zeit vorbei und da sich die Wäscheberge bei mir und Rosi immer höher türmten, Rosi kein Wasser mehr hatte und eigentlich alle 2 und 4 Beiner was neues erkunden wollten mussten wir uns von einander verabschieden…….schnüff….. Tschüss Rosi!!!….. Ich durfte dann nur 10km weiter, für Rosi wurden es über 100km, so dass ich sie vermutlich nicht so schnell wieder sehen werde….. :-(…… Ich musste zu allem Übel auch noch mal wieder auf einen Campingplatz, aber dieser war so nett, dass ich es meinen Beiden ausnahmsweise mal verzeihe.

Heute ging es dann auch schon weiter – wieder mal wandern in einem der schönsten Nationalparks. Hier gibt es noch ein paar mehr Wege zu erkunden und so darf ich mindestens noch morgen Wandertaxi Spielen und meine Beiden vom Schlafplatz zum Wanderparkpatz und zurück bringen, denn im Nationalpark, darf ich nachts nicht bleiben. Da es endlich auch ein bisschen wärmer wird – der Frühling kommt!….so können meine Beiden den Tag am nächsten See ein bisschen ausklingen lassen.

Zweisam – Es wird wärmer

Oh je, schon wieder mehr als 2 Wochen seit ich mich da letzte Mal gemeldet habe… ich werde langsam so faul wie meine Beiden… Nun so wirklich viel zu Berichten gibt es tatsächlich dieses Mal auch nicht. Von meinem letzten Platz mit tauendem Schnee ging es weiter an den Strand. Hier durfte ich ein bisschen im Sand spielen (Äh….. naja, meine Beiden haben mich Spielen lassen, auch wenn es eigentlich….ooops…. Hab ich mich gerade verplappert….?) und meine Beiden konnten das erste Mal seit Azerbaijan wieder gemütlich draußen sitzen. Das wurde natürlich mit Lagerfeuer und Grillen gefeiert. Es gab auch genug Zeit zum Kuchen backen und Seele baumeln lassen.

Nach ein paar Tagen musste ich dann aber doch diesen wunderbaren Platz verlassen und meine Beiden wieder ein Stückchen weiter nach Süden bringen. 2 Tage durfte ich im Wald am Meer stehen, dann musste ich wieder ein bisschen weiter ziehen. Es wurde wieder kälter und meine Beiden wollten doch auch mal wieder eine Waschmaschine nutzen….. und was ist mit mir? Wer denkt daran, dass ich auch gerne mal wieder etwas sauberer wäre?…. grummel…….. Und dann auch noch das: Wäsche waschen geht hier wohl am besten auf einem Campingplatz… ich? Auf einem richtigen Campingplatz? Trotz nicht-Saison gab es tatsächlich einen der offen hatte und nach etwas Suchen auch den Schlüssel zum Raum mit der Waschmaschine, die dann etwas länger arbeiten musste. Eine Nacht in der Zivilisation war dann zum Glück aber auch genug und so ging es ganze 3 km weiter, dichter an den Strand….. Leute!… ihr Überfordert mich ja gerade zu!!!… Solche Strecken…phuuu…. Von hier aus startete dann ein schöner Wanderweg, dem meine Beiden auch am nächsten Platz wieder begegnen würden. Auch wenn es nicht wirklich warm genug war zum draußen sitzen, zum Wandern war das Wetter perfekt.

Auch der nächste Platz war wieder direkt am Meer, und sehr abgelegen. Im Dorf, beim Brot kaufen, wurden meine Beiden zwar zum ersten Mal in Schweden schief angeschaut und darauf hin gewiesen, dass es doch aktuell nicht angesagt wäre zu reisen, aber das schien mehr die Meinung eines einzelnen zu sein, denn schon bald bekam ich beim vorbei fahren wieder den „Daumen hoch“. Am neuen Plätzchen erreichte meine Beiden dann die Nachricht, dass Rosi mit ihren „Tiny Riders“ uns einholen würde. Mit denen waren meine Beiden schon seit Russland in engem Kontakt. Ich hatte sie in Finnland überholt und jetzt wurden wir wieder eingeholt. Rosi ist ein „bisschen“ größer als ich, aber sie muss neben ihren menschlichen Schützlingen auch noch 2 größere 4-Beiner beherbergen…. Da ist etwas mehr Platz schon nicht verkehrt. So wurden dann auch die geselligen Nachmittage und Abende in die Rosi verlegt, da es allen bei mir zu eng war…… pffft…als ob ich nicht schon oft genug unter Beweis gestellt hätte, dass es mit 4 Personen hier sehr gemütlich ist… Auch an diesem Platz durften ausgedehnte Wanderungen auf der Suche nach Elch-Spuren nicht fehlen.

Und dann musste ich von meiner großen neuen Freundin doch Abschied nehmen, denn die Essensvorräte, Wasser und noch wichtiger: Gas war (fast) aufgebraucht und musste dringend aufgefüllt werden. Es ging also wieder ein Stückchen weiter Richtung Süden, wo meine Beiden alles, bis auf das Gas aufstocken konnten. Zumindest wissen meine Beiden inzwischen, wo sie es bekommen können, aber das Auffüllen ging aber erst am Montag wieder. Also: ein neues Plätzchen suchen, dieses Mal nicht am Meer, sondern zwischen 2 Seen, die zu sumpfigen Spaziergängen einladen. Hier waren dann eher die Bieber als die Elche aktiv. Mein Öl-Check war auch mal wieder fällig und ich wurde gut versorgt….. mjam!!!!!….hicks…. und meine Beiden konnten den ersten Regen seit Baku gemütlich aussitzen und sogar an ihrer ersten Zoom Party teilnehmen… das ist so ne neumodische Erfindung damit die Menschen keinen Lagerkoller kriegen.

Da ich gerade so gut gepflegt werde und so viele Pausen bekomme, habe ich auch (fast) keine neuen Undichtigkeiten gezeigt. Ihr seht, mir geht es gut, auch wenn das Leben sehr ruhig und faul geworden ist

Am Montag ging es dann zur Gas Station, wo ich eine kurze Bekanntschaft mit Emma machen durfte. Eine Schweizerin, die Ihren Schützling samt Hund nach Nordschweden bringt. So trennten sich dann unsere Wege auch direkt wieder. Weiter ging es dann zum Nächsten See. Erst musste ich mich 5 mal anders hinstellen, bis es meinen Beiden genehm war, dann ging es nach der Mittagspause doch noch mal weiter. Der Platz war den Herrschaften zu laut…. 3km weiter am nächsten Platz war es dann zu dreckig und der Platz war belegt mit….. Rosi!…. Völlig unerwartet von beiden Seiten war die Freude um so größer. Und da alle guten Dinge 3 sind, ging es dann gemeinsam mit Rosi noch mal einen Platz weiter. Der sich dann als perfekt heraus stellte. So gab es Lagerfeuer und Wein bis ich meinen Beiden dann doch Schutz vor der Kälte gewähren musste. Heute morgen wagten sie es dann aber draußen zu frühstücken. Es wird wärmer.

Einsam im Schnee

Oh je, jetzt habe ich mich wirklich lange nicht mehr gemeldet….. das nennt man heute wohl „soziale Distanzierung“…… Aber jetzt wird es mal wieder Zeit für ein kleines Update: an dem See von meinem letzten Bericht durfte ich insgesamt 3 Nächte stehen bevor es dann nach Norden und in die Kälte ging. In 2 Tagen und nach über 700km, vorbei an zugefrorenen Seen, habe ich meine Beiden bis nach Schweden gebracht. Ich mags nicht, wenn es zu kalt ist und meine Beiden eigentlich auch nicht, dachten wir alle 3…. also die „Kalte Zone“ so schnell wie möglich durchqueren und vor allem auch raus aus Finnland, in das meine Beiden eigentlich nur zum Transtit einreisen durften, rein nach Schweden, bevor dort die Grenzen dicht gemacht werden…. Auch Zeit der Einschränkungen sollte so kurz wie möglich gehalten werden: meine „Öl-Pflege“ muss nun von Innen erfolgen, fließendes Wasser gibt es nicht mehr, der Abwassertank kann auch nicht genutzt werden….

Der Grenzübergang war denkbar einfacht, nur ein kurzer Blick auf die Personalausweise auf der Finnischen Seite, die Schweden haben keine Kontrollen und Patrick wunderte sich noch 30km später, wann denn endlich die Grenze kommt….. Dank Schnee wird es auch erstaunlich schwierig einen guten Übernachtungplatz zu finden, so muss ich doch fast 60km weiter fahren, als geplant um dann zwischen LKWs zu übernachten. Aber auch hier bekomme ich frische Öl, bei Schnee und Eis, diesmal sogar wieder von unten, wie es sich gehört….. und ab hier sollen die Strecken wieder kürzer werden. Haben meine Beiden versprochen!!! Dass sie so kurz und langweilig werden, damit habe ich nicht gerechnet, aber eigentlich ist es auch ganz schön, mal etwas Ruhe zu bekommen.

Einen wichtigen Stopp haben meine Beiden dann aber mit eingebaut: meinen Öl-Vorrat wieder aufstocken. 3 Läden mussten sie abklappern, bis es dann endlich das richtige Öl gab. Dann noch kurz einkaufen, die bereit gestellten Handschuhe im Supermarkt haben meine Beiden dankbar angenommen, denn der eigene Vorrat – genutzt für meine Pflege – geht langsam zur neige……hmmm….. hab gehört, dass die eigentlich anders gedacht waren….. Aber Mehrzweck ist doch immer Besser, oder?

Dann ging es zum ausgewählten Übernachtungsplatz. Die Straße war gesperrt, der angepeilt Parkplatz voll mit Autos und kurz vor der Einfahrt ein Stau….. also: hinten anstellen und warten, dass es irgendwann weiter geht…… bis einer auf meine Beiden zu kam um ihnen zu erklären, dass hier gerade ein Film gedreht wird und der Stau gar keiner ist, sondern eine Kulisse für den Film. Wir sollten einfach vorbei fahren. Gesagt, getan….. Ein Parkplatz an der zugefrorenen Ostsee war dann auch schnell gefunden und so musste ich nicht noch weiter fahren. Am nächsten Tag ging es dann nur zu dem Film-Parkplatz zurück, den wir nun für uns alleine hatten. Strahlender Sonnenschein und Schnee haben meine Beiden so verzaubert, dass der Plan, die kalte Zone zu verlassen schnell vergessen war……. jajajaja und wer muss darunter wieder leiden????……

2 Tage später durfte ich mich wieder etwas weiter bewegen, mit einem kurzen Einkaufsstop zum nächsten zugeschneiten Parkplatz. Unter dem Schnee, war eine solide Eisschicht, so dass ich immer ein bisschen weiter gerutscht bin, als ich eigentlich wollte… hier wollten meine Beiden Ostern feiern…. bei strahlendem Sonnenschein war es auch hier wieder zauberhaft schön. Bis dann der Schneesturm kam…… ich musste diesen natürlich abwettern, während meine Beiden sich einfach nur eingekuschelt haben…… jajajaja…… was ich nicht alles für die Beiden mache! Als es zu schlimm wurde musste ich dann auch noch mitten im Sturm durch den tiefen Neuschnee den Platz wechseln um meine Nase in den Wind zu stellen…… was ich nicht alles für meine Beiden tue!….. Ich sag ja, ich werde hier noch zum Schneemobil!

Aber nach jedem Sturm kommt auch irgendwann wieder die Sonne raus und meine Beiden konnten so noch einmal richtig Winter geniessen, bevor ich sie wieder ein Stückchen weiter Richtung Süden bringen durfte….. auch hier war noch alles verschneit, aber nicht mehr so tief und es taut. Heute ist schon fast der ganze Schnee weg, es wird sogar warm genug um mal wieder Wäsche zu waschen. So langsam kommt auch hier der Frühling an.

Auf nach Finnland!

Nun bin ich schon ein paar Tage überfällig Euch zu erzählen, wie es nach der Entscheidung Russland zu verlassen weiter ging. Es lief natürlich nicht alles nach dem gefassten Plan, gemütlich über eine Woche oder auch länger Richtung Norden zu fahren und wenn es nicht mehr weiter geht, irgendwo ein nettes Hotel, Apartment oder ähnliches zu suchen, als Plan B sozusagen. Das wäre ja auch viel zu langweilig geworden. Am letzten Abend in Astrakhan erreichte meine Beiden die Information, dass ab dem nächsten Tag kein Hotel mehr neue Gäste aufnehmen darf – bis zum 1. Juni!! Gäste, die bereits in einem Hotel sind, dürfen bleiben und müssen vom Hotel versorgt werden. Damit wäre Plan B nicht mehr möglich. Ohne eine offizielle Unterkunft in Russland zu bleiben wäre sehr schwierig, da man sich alle 7 Tage registrieren muss – also nix riskieren und doch bleiben? Für wie lange? Unter welchen Bedingungen?
Zum Glück hatten meine Beiden Kontakt zu Deutschen in Nishny Novgorod, die spontan anboten, sie aufzunehmen, sollte es mit der Grenze nicht klappen
Früh am nächsten Morgen ging es also los, mit dem neuen Back-up Plan. Erster Tag, gut 500km an Wolgograd vorbei. Abends durfte ich sogar noch ein paar Meter Off-road fahren zu einem wirklich schönen Plätzchen für uns 3. Damit ich mich weiter so gut benehme, wir am ersten Tag, wurde ich gut mit Öl und Streicheleinheiten versorgt.

Am Abend kam dann die nächste „Hiobs-Botschaft“ für meine Beiden: Russland macht die Grenzen in gut 24 Stunden dicht. Keiner kommt mehr raus! Da die Finnische Grenze noch gut 1800km entfernt war, gab es keine Chance diese vor der Deadline zu erreichen. Über weitere Kontakte bekamen meine Beiden die Telefonnummer der Finnischen Grenzer und konnte dort am nächsten Morgen anrufen. Die Auskunft hier war: bis Ende des Monats ist die Grenze für EU Bürger die nach Hause wollen noch offen – also: 3 Tage. 600km an einem Tag kann ich schaffen! Das haben meine Beiden zum Glück auch erkannt und noch blieb auch die Option nach Nishny Novgorod abzubiegen. Weiter gings. Mittags kam dann die Information, dass die Russische Seite bestätigt hat, dass sie wirklich niemanden mehr durch lassen. Trotzdem war die Entscheidung klar: ich biege nicht nach Nishny Novgorod ab!
Abends gab es wieder frisches Öl für mich und ein bisschen Schlaf für meine Beiden irgendwo am Wegesrand.

Am nächsten Morgen bestätigten die Finnen wieder, dass die Grenze noch offen ist, dafür kam die Nachricht, dass es in Moskau jetzt eine Ausganssperre gibt. Die Anspannung bei meinen Beiden war groß, denn an Moskau mussten sie noch vorbei……Ob das klappen würde?….. und dann…… dann überholte mich, wie aus dem Nichts, Lotte. Lotte ist ein VW T5 mit Berliner Kennzeichen und hatte offensichtlich schon viel von der Welt gesehen. Bis zum nächsten Rastplatz achtete Lotte darauf mich nicht abzuhängen. Dort konnten meine Beiden und die Beiden von Lotte dann Handynummern austauschen und sich fortan über Google-live tracking verfolgen. Wir hatten alle dasselbe Ziel und so war der Plan dieses gemeinsam zu erreichen sehr schnell klar.
Da Lotte doch etwas schneller unterwegs ist als ich, durfte sie von dannen ziehen. Moskau wurde von Lotte und mir auf unterschiedlichen Routen weiträumig umfahren, um kein Risiko einzugehen. Trotz vieler Baustellen und 2 großen Staus, war ich hinter Moskau vor Lotte…..hihihi…… na gut, zugegeben: die Beiden von Lotte haben sich und Lotte eine Mittagspause gegönnt, meine Beiden nicht…. Ich musste 10 Stunden mit nur einem kurzen Tankstop durch fahren!…. Lotte überholte mich dann auch bald wieder. Abends wartete sie dann aber schon brav auf mich und meine Beiden. Dieses Mal auf einem Autobahnrastplatz.
Auf der Strecke hatte es schon ein paar mal kräftig geschneit – ich werde wohl doch langsam mal vom Wüstenauto zum Schneemobil – und auf dem Rastplatz bei meinem abendlichen Verwöhnprogramm wurde es dann auch sehr deutlich, dass wir inzwischen fast 2000km nördlich von Astrakhan waren.


Gut 24 Stunden sollte die Grenze noch offen sein, wenn man den Finnen glauben konnte. Da war schaffbar! Über den Abend kamen immer mehr Informationen, dass die Ausganssperre auf ganz Russland ausgeweitet wurde, insbesondere auch auf St. Petersburg, wo es am nächsten Tag durch gehen musste.
Inzwischen doch sehr nervös waren meine Beiden um 3:00wach und Uhr bereits hellwach und entschieden um viertel vor 5 dann doch nicht mehr auf Lotte zu warten sondern schon zu starten. Lotte würde mich sowieso einholen. Im Dunkeln ging es also die Leere Autobahn weiter hoch Richtung Grenze. Ohne Zwischenfälle und bei strahlendem Sonnenschein ging es an St. Petersburg vorbei. Lotte holte mich tatsächlich erst kurz vor der Grenze ein.
Gegen Mittag ging es dann gemeinsam die letzten Kilometer. Ein erstes Aufatmen konnte ich im Fahrerhaus 10km vor der Grenze laut und deutlich hören: hier gab es ein Art „vor-check“ wo nur die Nationalität der Pässe kurz geprüft wurde und ich durfte weiter rollen! Die Grenzabfertigung selbst war dann sehr schnell und unkompliziert. Keine Schlangen. Lotte und ich waren die einzigen privaten Fahrzeuge. Wir wurden auch beide nur sehr oberflächlich gecheckt. Sowohl auf Russischer als auch auf Finnischer Seite waren wir alle in Rekord Zeit durch.
Nach gut 10 Stunden Fahrt jeden Tag in den letzten 4 Tagen und fast 2400km, wurde auf dem Parkplatz an der Grenze erstmal ein riesen Topf Nudeln gekocht. Das hatte sich alle 4 wirklich verdient!


In etwa 60km wurde ein nettes Plätzchen für die Nacht ausfindig gemacht und in Kolonne ging es dann direkt dort hin. Bis dahin wollte ich meine Beiden noch bringen, aber dann brauche auch ich eine Pause. Man kann mir zwar viel zu muten und wenn es drauf ankommt lasse ich meine Beiden nicht im Stich! Aber jetzt, wo wir es geschafft haben, brauche ich dringend eine Pause und damit meine Beiden garnicht erst auf die Idee kommen weiter zu fahren, baue ich einen Fehler ein, der nicht so schnell mit Bordmitteln repariert werden kann. Leider schlägt der Fehler doch ein bisschen zu früh zu, so dass ich mich bei eisigem Wind von Lotte die letzten Meter zum Schlafplatz ziehen lassen muss….. wie peinlich….. Dort finden Patrick und Lottes Fahrer dann den Fehler relativ schnell: ein Loch in der Kupplungs-Hydraulikleitung. Provisorisch kann es nicht geflickt werden. Die nächste Werkstatt ist aber nur 5km entfernt und da kann Lotte mich auch am nächsten Tag noch hin bringen.
Jetzt ist für alle erstmal Pause angesagt. Es wird noch ein netter Abend mit Weinchen und Snacks um den gelungenen Grenzübertritt zu feiern.


Ausgeschlafen brachte mich Lotte dann am späten Vormittag zur Werkstatt, die zwar selber nicht die richtigen Werkzeuge hatten um eine neue Leitung herzustellen, aber wussten wo das geht. Keine Stunde später war ich wieder fit, naja fast fit, denn eines meiner Augen (Scheinwerfer) war mir wieder zugefallen….. bin nach der Tour doch immer noch ein bisschen müde und meine Beiden auch.
So musste ich dann nur 30km weiter zu einem wirklich schönen Platz. Lotte begleitete mich noch ein letztes Mal. Meinen Scheinwerfer hatten meine Beiden dann auch recht schnell repariert und den Rest des Nachmittags konnten wir alle zum ersten Mal seit einer Woche so richtig entspannen und die zauberhafte Landschaft genießen.
Am nächsten Morgen hatte es ordentlich geschneit. Lotte verließ uns in Richtung Schweden und ich durfte mich erstmal noch 2 weitere Tage erholen, und musste nur ab und an ein bisschen Strom generieren, damit die Standheizung es meinen Beiden gemütlich war machen konnte, denn bei Schnee und im Schatten der Bäume ist das Solarpanel dann doch nicht ausreichend.


Heute durfte ich mich dann wieder ein bisschen bewegen. Einkaufen, Tanken, Wasservorräte auffüllen und zu einem Platz der sonniger ist ging es 30km weiter. So soll es nun auch die nächsten Tage und vermutlich Wochen weiter gehen, aber davon berichte ich dann beim nächsten Mal.

Pause in Astrakhan

Nun stehe ich mir hier schon seit mehr als einer Woche die Reifen platt und dachte es wird mal wieder Zeit mich bei Euch zu melden. Die letzte Woche war recht ruhig und so wird dieser Bericht auch etwas kürzer. Nachdem meine Beiden 2 Tage lang nur bei mir vorbei geschaut haben, um mich weiter auszuräumen und die recht überschaubar ausgestattete Küche des Apartments aufzustocken, gab es dann doch noch mal einen Basteltag. Ich wurde gründlich durchgecheckt und meine Beleuchtung repariert, zumindest fast. Denn damit es spannend bleibt habe ich gleich 3 Fehler eingebaut. 2 Wackelkontakte, die die Beiden recht schnell gefunden haben… Das macht langsam keinen Spaß mehr… Die werden einfach zu gut…… Zum Glück habe ich einen Fehler eingebaut, der etwas komplizierter war. Ich habe nämlich einen entscheidenden Kontakt so verschmolzen, dass er gerade so nicht mehr schließt. Das können meine Beiden nur löten. Also muss ein Lötkolben her.

Ein super Ziel für einen ausführlichen Spaziergang durch die Stadt. Nachdem es in 2 Baumärkten „nur“ Lötkolben gab, für die man eine Steckdose braucht, wurden meine Beiden schließlich in einem Elektronik-Bastelladen fündig: auch in Russland gibt es kleine gasbetriebene Elektronik-Lötkolben.

Der Weg zum Geschäft führte meine Beiden an Kriegsdenkmälern und einem Panzer vorbei. Hier dient der Panzer als Spielplatz für die Kinder. Das Wetter ist schön und so ist Astrakhan noch eine Oase der Ruhe, während im Rest der Welt der Corona Strum tobt. Zurück bei mir ist dann alles schnell repariert und so stehe ich in den Startlöchern, bereit weiter zu reisen.

Abends treffen meine Beiden dann noch 2 Holländer, die am nächsten Morgen Richtung Finnland fahren wollen und es wird lange über das für und wieder diskutiert. Noch sind meine Beiden recht wild entschlossen in Russland zu bleiben und in ein paar Tagen ans Schwarze Meer umzuziehen und alles weitere auf sich zu kommen zu lassen. Aus Deutschland kommt vor allem: hier ist riesen Drama, bleibt bloß wo ihr seid!

Nach weiteren ruhigen Tagen mit Bummel über die verschiedenen Märkte, inklusive Verkostung der lokalen Spezialitäten stellt sich aber doch eine gewisse Unruhe ein. Die ganze Situation ist surreal, denn wenn meine Beiden nicht die Nachrichten verfolgen würden, würden sie nix mitbekommen…. Ich bekomme in meinem Hof-Gefängnis sowieso garnix mit…..

Die Nachrichten und Informationen von lokalen Kontakten führen aber dann doch dazu die Lage neu zu bewerten: es gibt keine Flüge mehr, also können die Beiden das Land nur noch mit mir verlassen…. Ist ja auch viel besser so!… Die Grenze nach Finnland ist immer noch offen, und scheint es auch zu bleiben. Die Fallzahlen in Russland steigen sehr schnell an, nächste Woche hat das ganze Land Urlaub bekommen und keiner der lokalen Kontakte rechnet damit, dass die Menschen zu Hause bleiben. Sie werden die freie Zeit tatsächlich für Urlaub und Party nutzen. So flehen die Städte der Schwarzmeerküste die Moskoviten an, nicht zu kommen…..

Damit wird vermutlich recht schnell der komplette Lock-down folgen, oder Russland wird zum nächsten Hotspot. Gleichzeitig scheint die Lage in Finnland weiter recht entspannt zu sein und auch aus Deutschland kommen Nachrichten, dass sich die Gesellschaft mit den Maßnahmen arangiert und hat und es eigentlich alles recht entspannt abläuft. Damit ist die Entscheidung für meine Beiden klar: entspannt und ohne Stress, aber auch ohne Umwege oder größere Pausen soll es doch nach Finnland gehen. Gestern wurden dafür meine Vorräte aufgestockt. 2 Wochen lang kann ich meine Beiden nun versorgen. Heute ist ein letzter Ruhetag geplant und morgen geht es dann auf die 2300km Richtung Norden… In die Kälte…. Brrrr…… . Ich werde damit die nächsten Tage stark gefordert sein, und sicher nicht zum Schreiben kommen, aber ich melde mich bestimmt wieder, wenn die nächsten Schritte klarer sind und das Reisetempo wieder gedrosselt werden kann.

Zurück nach Europa?!?

Was ist die letzten Tage passiert und wie geht es weiter? Als ich meinen letzten Bericht geschrieben habe, waren wir noch in Azerbaijan bei Sonne und Wärme an den Schlammvulkanen. Etwas Sorgenvoll beobachten meine Beiden, wie immer mehr Grenzen geschlossen wurden. Es wurde damit klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis meine Beiden irgendwo hängen bleiben und wir 3 nicht mehr weiter kommen. Noch gab es die Entscheidungsfreiheit zwischen Azerbaijan, mit noch ca. 20 Tagen Visum für meine beiden, und 80 Tagen für mich, oder Russland mit dann frischen 90 Tagen Visum für meine Beiden und 1 Jahr für mich. Die Entscheidung war damit recht schnell klar: Es geht zur Grenze. Da die Schlammvulkane ganz im Süden von Azerbaijan liegen ging es in einem Rutsch fast 300km bis kurz vor die Russische Grenze. Auf dem Weg gönnen meine Beiden sich und mir noch einen kurzen Zwischenstopp bei den „Candy-Cane Mountains“.

In Quba, dem letzten Ort vor der Grenze, gab es dann zum ersten Mal auf der Reise einen Besuch von der Polizei, die mir gerne erlauben wollten auf dem Übernachtungsplatz am Stadtrand zu bleiben, wenn meine Beiden etwas bezahlen würden. Da die Polizisten sehr unterschiedliche Uniformen hatten und in einem Privatfahrzeug kamen, diskutieren meine Beiden immernoch, ob die Polizisten „echt“ waren. Nun gut, aber bezahlen wollten meine Beiden nicht, also wurde ein neue Platz gesucht, mitten in der Stadt am Strassenrand. Nach den Rüttelpisten bei den Schlammvulkanen mussten auch meine Schrauben kontrolliert werden, was von den Anwohnern neugierig beobachtet wurde, aber keiner verscheucht mich und meine Beiden.

Am nächsten Morgen ging es dann zur Grenze. Dort warteten schon die Spanier, mit denen wir zusammen eingereist waren. Auf der Azerbaijanschen Seite ging alles recht langsam und streng zu, aber für meine Beiden unkompliziert. Die Spanier brauchten deutlich länger. Vor der Russischen Seite, hieß es erstmal warten, aber irgendwann kamen wir dann rein. Am ersten Check sprach einer der Grenzer sogar 2-3 Worte deutsch. Einmal nett lächeln fürs Wärmebild und dann ging es in den Grenzbereich rein. Meine Beiden wurden freundlich begrüßt und ich neugierig begutachtet. Ein erster Stopp in „Haus Nr 6“ diente nur der groben Erfassung und dann wurde es ernst. Ohne Sprache, aber mit sehr viel Geduld und Freundlichkeit wurden meine Beiden und ich durch die Formalitäten gelotst: Für die Passkontrolle und den Einresestempel wurden meine Beiden erstmal getrennt. Immer wieder wurde ich von den Grenzbeamten mit großem Grinsen beäugt. „Cool Maschina“ – meine ersten Russischen Worte….

Dann sollte es für mich 5m weiter gehen zum Zoll. Nur leider hatte Inken den Schlüssel verschmissen. Auch hier blieben die Zöllner sehr freundlich und Hilfsbereit, es wurde sogar ein Kollege losgeschickt um den 2. Schlüssel von Patrick zu hohlen. Zum Glück tauchte der Schlüssel dann aber doch wieder auf und ich konnte weiter rollen. An der Zollstation durfte Inken mich dann alleine ausräumen, da Patrick immer noch nicht von der Passkontrolle zurück war. Alles sollte raus….. erst als Inken mit dem Besteckkasten in der Hand aus meiner Küche kam, hatten die Zöllner ein einsehen, dass die Idee vielleicht doch nicht so gut war, denn der vorgesehene Platz für das Gepäck war schon lange übergelaufen. Der Rest der Kontrolle war dann doch eher oberflächlich. Patrick war inzwischen auch dazu geholt worden, um zu helfen. Zumindest konnten meine Beiden meine leere Staubox dann einmal nutzen um mich auszufegen. Zu zweit war dann auch alles recht schnell wieder eingeräumt und es ging weiter zur letzten Station, der Einfuhr. Hier füllte Inken die Papier erstmal falsch aus, aber auch das machte nix. Dann mussten sie eben noch mal ausgefüllt werden. Nachdem alles abgeschlossen war, gab es endlich den Zollstempel und den Sticker – ich darf 1 Jahr bleiben! – Geografisch sind wir damit wieder in Europa.

Hinter der Grenze gab’s dann noch eine Versicherung für mich und SIM Karten für meine Beiden und dann ging es weiter bis Derbent, wo ich eine Nacht im Schutz der alten Festung übernachten konnte. Auch hier wurde ich neugierig begutachtet und der Star in vielen Selfies. Meine Beiden konnten noch einen kleinen Bummel durch die Altstadt machen und Geld besorgen. Eigentlich sollten die Spanier auch zu dem Platz kommen, aber am Abend kam dann die Nachricht, dass sie an der Grenze abgewiesen wurden – das Visum von ihr war in einem abgelaufenen Pass. Die Spanier hängen nun in Azerbaijan und hoffen, dass die Grenze nach Georgien in 10 Tagen wirklich wieder auf macht und sie über Georgien zurück kommen.

Am nächsten Morgen ging es dann bei eisigem Wind und nach einem kurzen Besuch der Burg weiter bis nach Matchatkala. Hier durfte ich noch ein letztes Mal am Kaspischen Meer stehen, und meine Beiden erreichte die Nachricht, dass Kazakhstan alle Grenzen schließt – ein Schweizer Paar ist kurz vor Mitternacht nach langen Diskussionen gerade noch rein gekommen. Damit ist klar: ein Versuch auf der eigentlich geplanten Route weiter zu kommen wird definitiv nicht mehr funktionieren.

Früh am nächsten Morgen sollte es dann aus Dagestan raus gehen – das bedeutete mindestens 400km Strecke. Für Dagestan besteht seit dem Tchechenien Krieg vor über 20 Jahren eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, die eigentlich nicht mehr der Realität entspricht, aber dazu führt, dass die Deutsche Botschaft Hilfe in der Region ablehnen kann und die Krankenversicherung von meinen Beiden auch nicht zahlen würde. Das die Lage zwar entspannt, aber immer noch nicht ganz normal ist, hatten meine Beiden schon auf dem Weg nach Matchatkala festgestellt: Patrick hat mich nämlich an einem Polizei Checkpoint nicht angehalten, sondern war in Schrittgeschwindigkeit, wie alle anderen auch, durchgerollt. Ich wurde rausgewunken. Einmal alle Papiere kontrolliert….. mist…. wo waren die Internationalen Führerscheine doch gleich noch mal? Bisher hatten meine Beiden sowas ja nicht gebraucht. ….. Nachdem klar war, dass meine Beiden kein Russisch können und die Papiere in Ordnung waren (Führerscheine gefunden), durften sie dann doch weiter fahren, mit dem Hinweis „go to Home“…..

Auf den nächsten 400km gab es dann 5 Checkpoints, einmal lotste Google meine Beiden von der Hauptstraße weg, für 1km – 2 Checks, die Route im Navi wurde kontrolliert, und für ok befunden, und dann durfte es weiter gehen. Inzwischen waren meine Beiden aber an den Checkpoints doch recht gut eingespielt, so dass sie meist direkt weiter fahren konnten. Der letzte war dann der „Grenz-checkpoint“ zu Dagestan. Hier war es fast wie an einer richtige Grenze: Wohnraum auf machen und kontrollieren, mit den Pässen in ein Gebäude gehen zwecks Erfassung und Kontrolle, aber nur Patrick! Inken durfte, bzw. musste bei mir bleiben. Patrick wurde ein wenig „Verhört“ in dem er von der einzigen englischsprachigen Beamtin in ein nettes Gespräch über das Woher und Wohin verwickelt wurde während „Arnold Schwarznegger“ die Daten ins System eingab. Inken konnte derweil beobachten, wie ich auch hier von den Beamten neugierig beobachtet wurde und immer wieder ein breites Grinsen auf Ihre Gesichter zaubern konnte.

Zurück bei mir musste Patrick dann die Beamten noch mal unter die Motorhaube schauen lassen – vermutlich aus reiner Neugier – und bekam den Hinweis, dass ich doch ein bisschen Öl verloren hatten…… Aber nach fast 400km darf ich noch meinen „Pausenplatz“ auch ein bisschen markieren, oder?

Da die Strecke bis hierhin so gut ausgebaut war, entschieden meine Beiden bis Astrakhan durch zu fahren. Also würden aus den 400km 500km – meine bisher längste Strecke an einem Tag. Meine Beiden wussten nur nicht, dass die Strecke sich zwischendurch für gut 20km in eine Piste verwandeln würde und auch danach Baustelle an Baustelle kam. Ich bin ja sehr für Pisten zu haben, aber an so einem Tag brauchte ich dann doch irgendwann eine Pause. Da ich meine Beiden ganz gut trainiert habe, zeigte ich es ihnen dann, in dem mir immer wieder warm aber nicht zu warm wurde. Irgendwann bekam ich dann das was ich brauchte: Motoröl…. das letzte mal hatten meine Beiden den Ölstand in Baku gecheckt, das war vor fast 1000km….. ermuntert durch den ordentlichen Schluck aus der Pulle, bin ich dann doch ein treuer Gefährte.

Zum ersten Mal auf der Reise kamen meine Beiden erst im Dunkeln am Ziel an. Damit es aber nach dem langen Fahrtag nicht zu langweilig wird, entschied ich mich dafür die Lichter auszuknipsen. Also: ohne Licht durch die Stadt, bis zum Hotel, in das meine Beiden einchecken wollten, denn sie müssen sich langsam mal in Russland irgendwo registrieren. Auf den Buchungswebseiten sah das Hotel super aus und hatte viele freie Zimmer, an der Rezeption war es aber dann doch „ausgebucht“. Beim 2. Versuch in einem anderen Hotel, gab es dann zähneknirschend ein Zimmer für eine Nacht, aber keine Registrierung. Egal! Essen, Dusche, Bett waren das einzig Wichtige zu dem Zeitpunkt.

Inzwischen war auch die Weltweite Reisewarnung bei meinen Beiden angekommen und die ersten Gerüchte, dass die Auslandskrankenversicherungen nur noch 14 Tage gültig wären und alle deswegen zurück nach Hause müssen.

Am nächsten Morgen gab es dann das erste richtig russische Frühstück: Haferbrei und Pfannkuchen, ein Hotelzimmer konnte zumindest gebucht werden und meine Beiden beschlossen die Zeit bis zum Check-In zu nutzen um ein bisschen was von Astrakhan zu sehen. Hier gibt es auch einen „Kreml“ also eine Wehranlage, in der sich auch mehrere Kirchen befinden. Nächster Stopp war dann ein Cafe-Restaurant zum Mittagessen. Schnell wurden meine Beiden als Touristen entlarvt und gefragt woher sie kamen. „Aus Deutschland“ sagten sie lieber nicht…..kurze Zeit später kam der Chef des Ladens, der in sehr gutem Englisch fragte, ob meine Beiden schon eine Unterkunft hatten, denn zu dem Restaurant gehören auch Apartments und meine Beiden könnten sie nach dem Essen gerne mal anschauen. Registrieren könnte er sie natürlich auch. So war die Entscheidung dann wiedereinmal recht schnell klar: meine Beiden bleiben hier. Für mich gibt es einen sicheren Parkplatz, das Apartment hat eine Waschmaschine und vermutlich die beste Dusche der Reise bisher. Nach den, doch recht anstrengend Tagen seit dem Besuch der Schlammvulkane brauchen wir alle 3 dringend eine Pause. Die Krankenversicherung von meinen Beiden bestätigte dann auch noch mal, dass sie nicht erlischt, so dass langsam etwas Ruhe einkehren kann.

Offen bleiben die weiteren Pläne, und auch ob meine Beiden mich alleine in Russland zurück lassen müssen. Da sich die Situation weltweit täglich ändert und niemand weiß, wie es weiter geht. Die nächste und letzte noch offene Grenze ist die nach Finnland. Über 2000km entfernt, damit stehen die Chance schlecht es „noch rechtzeitig“ bis dahin zu schaffen. Spekulieren, ob sich alles in 3 Monaten beruhigt hat wird auch immer schwieriger. Das Rückholprogramm gilt noch nicht für Russland und würde auch bedeuten mich zurück zu lassen…… Hier werden jetzt die ersten Regionen abgeriegelt. Es bleibt also spannend.

Baku und Schlammvulkane

In 2 Etappen nach Baku haben sie gesagt…. ja, ja und dann scheuchen die Beiden mich doch an einem Tag 300km über die Berge und wundern sich, dass mir auf halber Strecke zu warm wird und ich eine Verschnaufpause brauche… aber ich mache das ja alles mit, auch den Großstadtdschungel, den ich garnicht mag…..
Am Ende des Tages stehe ich also am Kaspischen Meer und meine Beiden erkunden eine neue Welt, die mit dem Rest von Azerbaijan so garnichts zu tun hat – wir sind in Baku. Baku ist eine Jahrhunderte alte Handelsstadt, die schon im Mittelalter Erdöl gefördert hat und einer der zentralen Knotenpunkt der Seidenstrasse war. Auch heute noch lebt Baku vom Öl und Gas und zeigt diesen Reichtum auch deutlich. Baku erinnert meine Beiden an Dubai, nur dass es irgendwie nicht ganz so abgehoben ist, natürlicher und harmonischer wirkt.


Am nächsten Tag wollten meine Beiden eigentlich eine Werkstatt für mich suchen, denn nach über 8000km sollte ich als Dank für meine treuen Dienste endlich frisches Öl für meine Getriebe bekommen…. Jipiiiee!!!…. die Suche nach einer Werkstatt war dann nicht notwendig, da meine Beiden Kontakt zu einem Expat und Landrover-fan bekommen hatten, der Ihnen seinen Fahrer vorbei schicken würde. Das sollte dann also der Plan für Tag 2 in Baku werden und meine Beiden konnten in Ruhe die Altstadt von Baku unsicher machen und sich in den vielen westlichen Restaurants mal wieder „heimisches“ Essen gönnen. In der Altstadt wurde es zum ersten Mal richtig touristisch, nur ohne Touristen, so dass sich alle Tourguides auf meine Beiden stürzten um ihnen Touren zu verkaufen. Der Hinweis, dass ich(!!!!) sie überall hinbringen kann reichte dann aber zum abwimmeln aus.
Abends gab es ein Overlander-Treffen mit 4 Schweizern, die auch gerade in Baku waren. Neben leckerem Essen und Bowling spielen wurde viel über Reisepläne diskutiert. Was geht noch? Welche Grenzen sind offen? Wer versucht welche Wege? Usw…. so wurde der Abend spät und sehr nett.


Meine Beiden mussten dann am nächsten Morgen früh raus, denn der Landyfan samt Fahrer kamen zu Besuch um zu klären, wie der Tag ablaufen sollte. Danach hatten meine Beiden noch gerade genug Zeit fertig zu frühstücken, bevor Elmar (der Fahrer) wieder bei mir war und mich und meine Beiden durch den Großstadschungel lotste. Erster Stopp: der Auto-Teile Bazar, bei dem es frisches Öl zu kaufen gab, aber leider den Öl-Kühler, den ich noch bekommen sollte, nicht. Dann muss es eben so weiter gehen.
17km ging es danach quer durch die Stadt, 5 spurig im Stau…. Nein, das macht mir keinen Spaß, aber für frisches Öl mache ich alles mit…. In der Schrauberbude sollte eine Experte sein, der eventuell eine Lösung für den Öl-Kühler hat. Die Wartezeit, bis der Experte da war wurde aber nicht langweilig, da jeder in der Gegend einmal sehen wollte wie meine Beiden in mir wohnen. Sowas wie mich hatten sie noch nie gesehen! Elmar half beim übersetzen der vielen Fragen. Dann kam der Experte und wollte natürlich erstmal eine Probefahrt mit mir machen. Das Ergebnis: mir geht es gut, alles fit….. das hätte ich den Beiden ja auch so sagen können!….. Einen Öl-Kühler hat auch er nicht und sollten meine Beiden, seiner Meinung nach auch nicht einbauen….. das sage ich ja schon lange! Hoffentlich hören sie jetzt endlich auf mit dem Quatsch….
Dann durfte ich endlich auf die Öl-Grube und den ganzen alten Dreck mal los werden. Diesmal mussten meine Beiden selbst Hand anlegen. Zwei neue Dichtungen gab’s dann auch noch für mich ich, die glauben immer noch, dass die mich dicht kriegen….. oh man…. Aber ich will mich ja nicht beschweren, wenn ich frisches Öl kriege….. grins.


Dann ging es 17km zurück durch den Feierabend Verkehr zu meinem Schlafplatz, wo ich neue Nachbarn bekommen habe: die beiden Spanier, die wir schon von der Grenze kannten und ein Italiener, der von einem Schweizer gefahren wird.
Nach dem langen Tag, Kreuz und quer durch die Stadt, mussten meine Beiden aber erstmal ein bisschen pausieren und einen gemütlichen Spaziergang an der Strandpromenade machen, bevor sie sich zu den anderen gesellten. Der Abend endete dann mit einer Wagenburg und jeder holte die Schnapsreste aus den vorangegangen Ländern aus den Verstecken. Auch hier war wieder das Haupt-Thema: wie geht es weiter? Der Italiener-Schweizer war bereits auf dem Rückweg, kam aber mit seinem Iranischen Stempel im Pass nicht nach Georgien rein…. Die Spanier wollen auch nach Russland und Kazakhstan weiter, wir werden uns vermutlich wieder treffen.


Einen letzten, gemütlich Tag in Baku gab es gestern zur Erholung und um noch eine Sehenswürdigkeit anzuschauen: Den Park der Märtyrer. Hier liegen die Menschen begraben, die bei 2 Massakern ums Leben gekommen sind: 1990, wenige Tage vor der Unabhängigkeit Azerbaijans, von den Sowiets umgebracht, um den Unabhängigkeitswillen zu brechen – was aber dann eher der letzte Tropfen im Fass war, um wirklich unabhängig zu werden, sowie 1992 von den Armeniern, mit denen sich Azerbaijan bis heute im Krieg befindet.
Der Park, die Gräber und das Monument mit der ewigen Flamme zeugen von einem tiefen Respekt, diesen Menschen gegenüber, durch seine Größe und gleichzeitige Schlichtheit, so dass meine Beiden tief beeindruckt diesen Ort wieder verlassen haben und erstmal Pizza essen mussten…..


Dann war es Zeit Baku zu verlassen. Heute ging es zu den Schlammvulkanen und ich durfte endlich mal wieder auf artgerechten Straßen fahren. Die Schlammvulkane blubber Schlamm aus ihrem inneren, angetrieben von Gas, was man auch anzünden kann. Sie blubbern ununterbrochen gemütlich vor sich hin, während ich Richtung Sonnenuntergang schaue und Euch noch einen kleinen Hinweis geben mag: Auf der Seite „der große Plan“ gibt es jetzt ein Update zur aktuellen Situation und einen Link zu meiner bisherigen Route auf Polarsteps. Dort könnt ihr auch ab sofort meistens sehen, wo ich gerade bin und wie sich die Route verändert.

Salam aleikum Azerbaijan

Einen letzten wunderbaren Abend und Sonnenuntergang durfte ich in Georgien mit meinen Beiden erleben und dann ging es entlang des Kaukasus zur Grenze. Auf der georgischen Seite musste Patrick wieder aussteigen und ohne mich zu Fuß rüber, aber die Grenze war so klein, dass meine Beiden sich die ganze Zeit unterhalten konnten. Dann hieß es: anstehen im Niemandsland. Irgendwann waren wir 3 dann an der Reihe und die China Visa von meinen Beiden wurden kritisch beäugt bevor ich überhaupt in den Haupt-Grenzbereich weiter rollen durfte. Zum Glück waren die Visa nicht genutzt, sonst hätte ich ohne meine Beiden weiter fahren müssen…. grins….. in der Grenzstation wurde ich geparkt und hab so komisches Zeugs auf die Reifen bekommen…..Desinfektionsmittel…. also ob ich nicht gerade erst frisch geputzt wurde…. Sehen die denn nicht wie sauber ich bin?


Meine Beiden bekamen Ihre Stempel und ich durfte noch mal ein paar Meter weiter zum Zoll. Dort versuchten dann 2 Zollbeamte gleichzeitig in meiner Küche die Schubladen und Schränke aufzumachen…. Was sie relativ schnell wieder aufgaben… ich bin doch ein tolles Reiseauto…. Die Hauptstaufächer werden garnicht als solche wahr genommen…… Meine Beiden mussten noch zum Fiebermessen ins Gebäude – 3 mal mit 2 verschiedenen Geräten um ganz sicher zu sein – erklären, dass sie keine Drohne dabei haben und Steuern und Versicherung für mich bezahlen und dann durften wir weiter.
Erster Zwischenstopp in der ersten Stadt: Geld holen, Mittagessen und der vergebliche Versuch SIM Karten zu bekommen…. Ich finde ja dieses 5m fahren und dann wieder am nächsten Laden stoppen immer etwas langweilig, aber was tue ich nicht alles für meine Beiden……

Zum Schlafen ging es dann noch ein Städtchen weiter, auf sehr glatten Straßen ….. laaaaangweilig…… mit viel weniger Verkehr als in Georgien…..das ist schon eher mein Geschmack….. Der Schlafplatz sollte ein Parkplatz neben einem kleinen alten Kaffee sein, vielleicht war es auch mal eine Garage…., wo meine Beiden sofort auf einen Tee eingeladen wurden. Überhaupt scheinen sich die Menschen hier viel mehr für mich und meine Beiden zu interessieren, auch wenn sie kein Englisch können. So wird dann eben über die Namen deutscher Fußball Stars kommuniziert. Die meine Beiden dann wiederum nicht kennen…… wie peinlich….. So eine Bildungslücke…… Zum Ruf des Muezzins schlafen meine Beiden dann schließlich ein…. Ich bin wieder in einem Islamischen Land.


Am nächsten Morgen ging es dann erstmal wieder zurück Richtung Grenze…. Moment mal! Das ist die falsche Richtung!….. sowas passiert eben, wenn man den Reiseführer zu spät liest…. Einen Wasserfall wollten sie sich noch anschauen. Nun gut, ich mache ja (fast) alles mit…. Also 10km zurück und dann weg von der Hauptstraße, wo die Wege auch wieder mehr nach meinem Geschmack sind. Es geht durch kleine Dörfer entlang eines großen, fast ausgetrocknet Flusses….. fällt Euch auf: hier liegt überhaupt kein Müll rum! Die Häuser sind schick, aber durch hohe Mauern von der Außenwelt abgetrennt. Es scheint weder Moscheen noch Kirchen zu geben.
Irgendwann endet die Straße an einem Fluss…. Äh…. Fast…. Dahinter geht es nämlich im Flussbett des Hauptflusses weiter….. Jipieee endlich offroad!!!!…… 3 oder 4km geht es das Flussbett und Ufer weiter hinauf, immer wieder steigt Inken aus um zu schauen, ob ich noch weiter komme. Natürlich komme ich weiter!….. pfffft…ihr könnt mir ruhig ein bisschen was zutrauen!… bis dann irgendwann wirklich Schluss ist und ich wenden muss….. zugegeben….. Ein bisschen Anstrengend war das alles für mich schon. Bin halt doch nicht mehr der Jüngste und so verschaffen ich mir eine kleine Verschnaufpause: Patrick würgt den Motor ab, weil meine Reifen beim Wenden direkt hinter größere Steine gerollt sind und ich doch etwas mehr Kraft brauche um da wieder weg zu kommen. Perfekt….. ich weigere mich wieder zu starten…… 2 Arbeiter, die hier -mitten im Nichts – auf einen LKW warten, der Steine aus dem Flussbett holt, kommen sofort mit gezückten Handys um Hilfe zu holen….. mich von hier abschleppen zu lassen, wäre dann doch ein bisschen peinlich und ich starte wieder, bevor es zu spät ist.


Meine Beiden finden einen netten Parkplatz für mich und starten von da aus zu Fuß in Richtung Wasserfall. Auf halben Wege werden sie von einem älteren Mann eingeholt, der sich als Ranger des Nationalparks rausstellt und beide in das – eigentlich gesperrte – Nationalparkgebiet auf seine Hütte zum Chai einlädt. Er ist nur einer von 3en und nicht der Chef. Der Chef ist eher nicht so begeistert, dass meine Beiden dort auftauchen, gewährt dann aber doch die Gastfreundschaft.

Auf Russisch und mit viel Händen und Füßen erfahren meine Beiden, dass in der Hütte bis zu 4 Menschen wohnen und sich um den Nationalpark kümmern und auch, dass der Weg zum Wasserfall durch einen Erdrutsch versperrt ist und sie nicht weiter kommen. So bleibt nix anderes übrig als den Tee zu trinken und wieder zu mir zurück zu kommen. Ist auch besser so. Mir wurde auch schon langsam langweilig….. den warmen Nachmittag genießen meine Beiden dann draußen und entscheiden, dass ich mich erst am nächsten Tag wieder bewegen muss.


Nach der erholsamen Nacht in wunderschöner Natur springe ich auch am nächsten Morgen ganz brav an und bringe meine Beiden bis nach Sheki. Der ersten touristischen Stadt in Azerbaijan. Hier bekomme ich mal wieder einen Parkplatz in einem Hostel. Am ersten Nachmittag machen meine Beiden die Stadt unsicher und weil mir langweilig ist, verzierte ich den Hof ein bisschen mit meinem Öl…. Hab ne neue Stelle gefunden, wo ich Öl rausdrücken kann und die alt bekannten Stellen bleiben natürlich weiter verfügbar, vorallem, wenn ich auf schlechten Wegen alle Schrauben etwas losrütteln konnte…… jippieee!!!…. meine Beiden besuchen in der Zeit eine der 3 alten Carvanseraien und den „Winterpalast“.

Sheki ist im 18. Jahrhundert hier aufgebaut worden, nachdem die ursprüngliche Stadt vom Kish Fluss vernichtet wurde. So sind viele Gebäude aus der selben Zeit. Paläste wie den „Winterpalast“ gab es insgesamt 40 über die Stadt verteilt, in der der Khan mit seinen Frauen gewohnt hat. Jeder neue Khan ist in einen neuen Palast gezogen, manchmal wurden auch die Frauen oder andere Verwandten auf diese Paläste aufgeteilt. Das wirklich faszinierende an den Palästen ist allerdings, dass sie ohne Nägel und Schrauben gebaut wurden…. Könnt ihr Euch das vorstellen?….. ich nicht!…. mit meinen Schrauben zu spielen macht viel zu viel Spass….


Die Mosaikfenster sind wohl das spannenste: ohne Kleber oder Nägel einfach zusammen gesetzt und wenn ein bisschen Wind geht fangen sie an leichte Musik zu spielen. Meine Beiden kommen beeindruckt wieder zurück.


Der nächste Tag ist dem gewidmet, warum meine Beiden Hostels ansteuern: Duschen, Wäschewaschen und ich bekomme auch wieder einen gründlichen Check. Die wollen echt versuchen meine lockeren Schrauben fest zu ziehen….. Ihr wisst doch, dass das nicht klappt…… außerdem wollen die Beiden wissen, warum ich im Flussbett eine Pause gebraucht habe. Ich bin so nett und lasse ein paar Tropfen Diesel auf den Boden fallen, um die Diagnose zu vereinfachen. Nach ein bisschen schrauben, putzen und Motor starten, wissen sie jetzt zumindest wo der Dieselgeruch, den ich Ihnen seit Tiflis als Aufgabe gegeben habe her kommt: meine neue Pumpe mag die Rappelpisten nicht und ist ein wenig undicht. Dumm nur, dass ich das so gut versteckt habe, dass die Beiden an die, vermutlich, lockeren Schrauben nicht dran kommen…. Tja….. Es geht also erstmal so weiter…. Mein neuer Öl-Fleck ist auch schnell identifiziert: die Entlüftung der Vorderachse ist komplett zu gerostet und lässt sich auch nicht ausbohren, so muss ich das Öl, was beim Allradfahren warm wurde (und nur dann), eben anderswo los werden….. Bin eben doch nicht mehr der Jüngste und irgendwie muss ich ja auch dafür sorgen, ab und zu mal was zu saufen zu kriegen….. Aber ein weiterer Schluck aus der Öl-Pulle bleibt mir bei diesem Check verwehrt…. Hab wohl nicht genug Öl abgelassen bisher…… grummel….


Einen Tag darf ich hier noch stehen bleiben, denn der Sommerpalast, den meine Beiden dann am Nachmittag noch ansteuern, hat zu und den wollen die Beiden nicht auslassen. Der Besuch hat sich auch noch mal wirklich gelohnt. Er ist ähnlich wie der Winterpalast nur deutlich opulenter dekoriert. Leider dürfen die Beiden drinnen nicht fotografieren.
Da noch etwas Zeit ist, gehen meine Beiden Fremd….Dafür muss ich nicht bergauf…. Deswegen nehme ich es meinen Beiden auch nicht zu übel…. und lassen sich von einem Kleinbus in ein Dorf in der Nähe bringen um sich dort eine der ältesten Christlichen Kirchen überhaupt anzuschauen. Gebaut wurde diese Kirche im 1. Jahrhundert auf den Ruinen eines Temples der dem Mond geweiht war. Bevor die Araber diese Region Islamisiert haben, waren hier die ersten Christlichen Gemeinden. Bis heute gibt es eine Christliche Minderheit, von der man aber noch weniger mitbekommt als von den Muslimen. Da heute auch noch Weltfrauen Tag ist – der in Azerbaijan ein Feiertag ist – wird Inken von allen Seiten gratuliert. Zudem sehen meine Beiden auf den Straßen auch deutlich mehr Frauen als die letzten Tage. Viele mit Blumen oder Geschenken in der Hand.
Eine letzte Nacht bleiben meine Beiden noch in Sheki, bevor es in 2 Etappen nach Baku weiter gehen soll.

Auf Wiedersehen Georgien!

Noch einmal geht es nach Tiflis rein, allerdings finden die Beiden für mich einen Parkplatz am Stadtrand und nehmen dann lieber die U-Bahn. Ich bin darüber auch ganz froh, denn der Verkehr in Tiflis macht noch weniger Spaß als der in Athen. Meine Beiden drucken Ihre E-Visa für Azerbaijan aus und geniessen dann noch einmal die Schwefelquellen von Tiflis. Diesesmal im privaten Bad – das besteht aus einer Badewanne mit warmem Schwefelwasser und einer Dusche. Ein bisschen Luxus darf ja auch mal sein. Da der Tag damit gut gefüllt ist geht es dann wieder zurück an den See und ich darf noch ein bisschen im Matsch spielen, da meine Beiden sich nicht so recht entscheiden können wo sie denn übernachten wollen.

Der Wind ist am nächsten Tag wieder ziemlich stark und so muss ich mich noch mal ein paar Meter weiter bewegen um in der 4. Nacht am See genau wieder da zu schlafen, wo ich schon die ersten 2 Nächte geschlafen habe. Dann reicht es aber auch mit Tiflis und dem Tiflis See und ich darf mich wieder ein bisschen mehr bewegen.

Nach einem kurzen Abstecher zum Monument über die Chronik von Georgien geht es über die Berge nach Khachetien, die berühmteste Wein Region des Landes…. Ihr ahnt vielleicht schon wie das enden wird, aber zuerst bin ich noch mal dran…..Geht ja schließlich nicht an, dass die Beiden im Spa waren und ich nicht!….. Offroad am See und die engen kleinen Kurven bis auf 1600m hinauf und wieder hinunter haben mir zwar eigentlich ganz gut gefallen….Zumindest nachdem die Beiden kapiert haben, dass ich mit Untersetzung eine richtige Bergziege werden kann….., aber ein bisschen mehr Spaß wollte ich dann doch noch haben…. Ein paar km vor dem Ziel werfe ich deswegen eine ganz kleine Schraube ab….. Jetzt können meine Beiden den Gangwahlhebel in alle Richtungen frei drehen… da ist das Schalten direkt viel spannender……. Grins…..

Da sowieso ein Stopp an einem der vielen Klöster geplant war und das Kloster zur Zeit nicht besichtigt werden kann, nutzen meine Beiden diesen aus, um mich einmal auseinander zu bauen, festzustellen, dass das gar nicht notwendig gewesen wäre und mich wieder zusammen zu bauen….. wie gesagt: ein bisschen Spaß muss sein…… Als Dankeschön, gebe ich den Beiden einen Schraubenzieher zurück, den ich schon vor der Abfahrt sorgsam versteckt habe, denn man weiß ja nie, wann man Werkzeug braucht…… Für die fehlende Schraube – an die man eigentlich sehr einfach dran kommt – finden die Beiden auch einen provisorischen Ersatz und so kann es dann doch noch bis zum Schlafplatz weiter gehen.

Steil Bergauf, mitten in der Stadt Telavi darf ich neben einer Kirchenruine stehen. Ein ganz kleines bisschen unheimlich ist der Platz schon, vorallem weil meine Beiden mich dann da auch noch alleine lassen um essen zu gehen – es wird das beste Essen in Georgien werden und das haben sie sich nach diesem etwas verrücktem Tag auch verdient. Wein gibt es nur in ganzen Flaschen – meine Beiden erfahren später erst warum. So kommen sie dann aber sehr zufrieden und ein wenig beduselt zurück.

Am nächsten Tag bringe ich meine Beiden dann zur Burg im Stadt-Zentrum und von dort zu einem Kloster in dem man auch Wein verköstigen kann. Doof nur, dass Sonntag ist und das Kloster nur besichtigt werden kann, aber keine Weinprobe anbietet…… phuuu….. Glück gehabt….. jeden Abend auf beduselt Schützlinge aufzupassen kann nämlich echt anstrengend werden……. Da dieses Kloster wohl noch recht aktiv ist, muss Inken zusätzlich zum Kopftuch noch einen Rock über die Lederhosen anziehen. Es reicht nicht aus, wenn alles bedeckt ist. Es muss eben mit den richtigen Kleidungsstücken bedeckt sein.

Da meine Beiden natürlich nicht durch die Weinregion fahren können, ohne eine richtige Weinprobe wird den Rest des Tages recherchiert, wo man denn sowas finden kann und schließlich bei einem kleinen Weingut ein Termin für den nächsten Abend gemacht. So darf ich diese Nacht vor dem Kloster verbringen. Die Weinprobe ist erst am nächsten Abend und das Weingut nur eine halbe Stunde entfernt. So haben meine Beiden viel Zeit und entscheiden sich für einen Abstecher zu einem weiteren Kloster. Damit reicht es dann aber auch erstmal mit den Klöstern und es geht zurück nach Telavi, wo ich endlich, endlich mal wieder sauber werde! Ich spiele ja gerne im Matsch, aber ein bisschen hübsch möchte ich auch ab und zu mal sein. Vor allem das gemeine Salz, was ich seit der Türkei überall noch kleben habe, darf mal wieder abgespült werden….. Sehe ich nicht hübsch aus, so frisch gewaschen?

Die Vorräte wollen auch noch mal wieder aufgestockt werden, was am besten bei einem ausführlichen Bummel über den Markt geht. Ein bisschen trödeln meine Beiden dann noch durch das Städtchen und dann ist es irgendwann Zeit das Weingut anzusteuern.

Da Google Maps die Strassen dahin nicht kennt, komme ich auch auf meine Kosten: ausgefahrene Feldwege bringen uns dann doch irgendwie bis zum Ziel. Das Weingut wird von mehreren Hunden und einem älteren „Care-Taker“ bewacht, der mich und meine Beiden dann auch erst nach Rücksprache, per WhatsApp Video Chat, mit dem Chef passieren lässt. Er spricht kein Wort Englisch, zeigt meinen Beiden dann aber die ganze Villa, die man auch mieten kann und versteht nicht so ganz, dass meine Beiden da schlafen werden, wo sie hingehören. Bei mir! Irgendwie klappt es aber dann doch gut genug mit der Verständigung, dass ich einen Parkplatz zugewiesen bekomme.

Die Villa war eigentlich als Haus für die Familie gebaut worden, die dieses Land und auch noch andere Ländereien und „Meranis“ betreibt. „Merani“ ist die Bezeichnung für die Georgischen Weinkeller. Als der Tourismus Boom in den letzten Jahren einsetzte wurde das Haus als Touristenunterkunft umkonzipiert und letztes Jahr dann soweit fertiggestellt, dass es vermietet werden kann. Die Familie hat nie auf dem Hof gewohnt und wird es auch in Zukunft nicht tun. Deswegen gibt es den „Care-Taker“ der in einer alten Blechhütte neben der Villa wohnt.

Der Gastgeber kommt dann auch perfekt pünktlich zur vereinbarten Zeit und versorgt meine Beiden mit vielen Informationen rund um den Georgischen Wein. Wein wurde in Georgien vor 8000 Jahren erfunden und wird hier ganz anders hergestellt als in Europa. So spricht man in Georgien auch von dem „Europäischen Wein“, der auch aus Georgien kommen kann, aber nach dem Europäischen Verfahren hergestellt wurde und dem „Georgischen Wein“ oder „Qeveri Wein“. So wie „Meranis“ eigentlich keine Keller sind, gibt es auch für „Qeveri“ keine gute Übersetzung. Im Prinzip sind Qeveri große Tonkrüge, die bis zu 1800 Liter fassen können und in der Erde vergraben werden, so dass nur die Öffnung noch über dem Boden sichtbar ist. Darüber wird dann ein Haus errichtet – Der „Merani“. Die Trauben werden direkt nach der Ernte gequetscht und dann komplett mit Schalen und allem drum und dran in den Qeveri gegeben. Dort werden sie dann 4 Wochen lang jeden Tag mehrfach durchgerührt, bis der Fermentationsprozess abgeschlossen ist. Anschließend wird der Qeveri Luft-dicht verschlossen und der Wein reift für mindestens 6 Monate. Am Ende dieser Zeit haben sich dann die Schalen am Boden abgesetzt und der Wein wird in Stahltanks oder andere Container umgefüllt. Er kann dann auch in Eichenfässern gelagert werden, die aber aus Europa kommen und wenig mit den Georgischen Traditionen zu tun haben. Aus den verbleibenden Rückständen wird ein Tresterschnapps gebrannt. „Chacha“. Mit dem werden meine Beiden aber nicht mehr warm.

In der Verkostung dürfen die Beiden dann verschiedenen Weiß- und Rotweine, sowie weitere Produkte kosten. Die Weißweine sind relativ leicht, da sie für die Georgischen Feiern konzipiert sind, wo man mit 2-3 Litern Wein pro Kopf rechnet. Auch beim Rotweine lernen meine Beiden, dass man diesen erst richtig verstehen kann, wenn man 4-5 Gläser getrunken hat, denn der erste Schluck schmeckt nicht. Erst ab mehreren Gläsern fängt dieser Wein an gut zu schmecken. Da der Hof nicht nur Wein anbaut sondern auch Haselnüsse und Pfirsiche gibt es noch mehr zu verkosten. Die Preise für Pfirsiche sind so stark gefallen, dass diese nicht mehr Wirtschaftlich angebaut und verkauft werden können. Deswegen werden sie hier auf dem Hof zu einem sehr interessanten Schnaps verarbeitet.

Zum Essen gibt es dann natürlich den Lieblingswein aus der Weinprobe, wo sich meine Beiden den Rat mit den 4-5 Gläsern zu Herzen nehmen und vielleicht ein wenig zu tief ins Glas schauen. So klingt der eigentlich geplante „letzte Tag“ in Georgien sehr gemütlich aus…. Und ich muss doppelt gut auf meine Beiden beduselten aufpassen…..

Am nächsten Morgen, bereuen meine Beiden dann aber doch die Ratschläge ein wenig und entscheiden noch einen gemütlichen Tag in Georgien zu bleiben. So geht es für uns alle 3 hinunter in ein Flussbett, wo meine Beiden zum ersten Mal seit vielen Wochen die Stühle rausholen und neben mir, statt in mir, die Sonne geniessen. Morgen soll es dann aber wirklich weiter nach Azerbaijan gehen.

Tiflis

Da weder meine Beiden noch ich der Kälte zugetan sind, haben wir nach den Höhlen von Vardzia zugesehen, dass wir möglichst schnell wieder in Regionen kommen, wo es etwas wärmer ist. Denn auch wenn Georgien klein ist, gibt es große Temperaturunterschiede durch die verschiedenen Höhenlagen. Mit frisch aufgefülltem Öl und festgezogenen Schrauben ging es also in einem Rutsch nach Gori – der Geburtsstadt von Stalin. Naja, nicht ganz ein Rutsch. Ein kurzer Zwischenstopp zum Gas auffüllen stand auch noch auf dem Programm, meine Beiden sollten ja weiterhin die Möglichkeit haben sich Essen zu kochen und warm zu duschen – denn ohne Nachtfrost darf das Wassersystem auch wieder aktiviert werden.

Ein passender Platz zum Schlafen war in Gori schnell gefunden und so konnte ich mich nach dem Fahrtag ein bisschen ausruhen während meine Beiden die Stadt erkundeten. Gori selbst ist eine eher schlichte Stadt. Dem Geburtshaus von Stalin hat man allerdings einen Tempel drumrum gebaut und Dahinter einen Palast gesetzt, der das Stalin Museum beherbergt. Nach dem Sightseeing Marathon der letzte Tage waren meine Beiden dann aber doch ein wenig erschlagen und haben dem Museum nur einen Besuch von außen abgestattet.

Auffällig in Gori, aber auch in vielen anderen Ecken von Georgien, ist, dass man die EU Flagge überall sieht – an vielen offiziellen Gebäuden bis hin zur kleinsten Polizeistation. Georgien ist seit vielen Jahren in Verhandlungen mit der EU und will gerne beitreten. Es gibt bereits einige offizielle Kooperationen, aber bis zum Beitritt ist es wohl noch ein längere Weg.

Am nächsten Tag durfte ich meine Beiden dann noch in eine andere Höhlen Stadt in der Nähe von Gori bringen. Diese ist ein paar 1000 Jahre älter als Vardzia und über mehrere Jahrtausende gewachsen und so anders, dass dieser Besuch nicht weniger faszinierend war. Zumindest für meine Beiden. Ich hatte keine so tolle Aussicht und musste mich damit begnügen zu warten. Das habe ich auch so brav gemacht, dass ich nicht mal mein Revier großartig markiert habe…. Naja,…. Ein ganz klitzekleines Bisschen vielleicht schon…. Bin eben doch ein alter Herr.

Von den Höhlen war es dann nicht mehr weit bis Tiflis, wo ich mal wieder eine längere Pause bekommen habe während meine Beiden sich die Stadt angeschaut haben und auf das Visum für Azerbaijan – unserem nächsten Ziel – warten konnten. Hier konnten meine Beiden auf einem Hof campen und so mussten sie mich nicht ganz alleine lassen. Ich bedanke mich damit, dass ich auch hier nur ein paar kleine Tropfen Öl abgebe. Meine Beide haben es tatsächlich geschafft mich ein bisschen dichter zu bekommen…… laaaaaangweilig …. Dafür habe ich Ihnen aber schon vor ein paar Tagen neue Rätsel mitgegeben: manchmal quietsche ich gemütlich vor mich hin, manchmal gebe ich Dieselduftnoten ab und die beiden Ursachen habe ich sorgfältig versteckt……grins…..

Also beschlossen meine Beiden erstmal Tiflis unsicher zu machen, und sich um die Aufgaben, die ich gestellt habe erst später zu kümmern. Tiflis als Stadt hat einige Ecken, die von Deutschen Auswanderer gegründet wurden, ähnlich wie man es in vielen Teilen des ehemaligen Russischen Reiches kennt. Auch diese wurden im 1. Weltkrieg nach Sibirien deportiert und so sind heute nur noch die Namen wie „Saarbrückenplatz“ und „Neu-Tiflis“ die an die Auswanderer erinnern. Die Hauptstraßen in Tiflis zeugen noch heute von einer wohlhabenden Stadt, die gerade wieder zu Wohlstand kommt. Geht man nur 2 Schritte in die Seitenstraßen begegnet man Verfall und Tristesse und dem Eindruck: es muss hier mal sehr schön gewesen sein. So werden meine Beiden mit Tiflis irgendwie nicht so richtig warm. Auch der Versuch das Nachtleben etwas zu erkunden endet in Kneipen Strassen voller Kneipen, aber ohne Gäste – an einem Samstag-Abend!

Aber die Beiden wollten es ja mal ein bisschen Ruhiger angehen lassen und so ist dann nach 2 Tagen Tiflis-Sightseeing mal wieder Wäschewaschen angesagt und auch ich bekomme noch mal einen gründlicheren Check, als es in Vardzia möglich war. Das quietschen und die Ursache für den Dieselgeruch finden die Beiden aber trotzdem nicht, auch wenn diverse Schrauben festgezogen werden müssen….. wenn ich nicht mehr undicht sein darf, dann muss ich mich halt auf lockere Schrauben verlegen…… Mein Wohnraum wird auch einmal durchsortiert und geputzt, auch das war dringend nötig. Jetzt brauche ich nur noch eine Wäsche von aussen, aber dafür sind meine Beiden dann doch ein bisschen zu faul.

Gestern sollte ich dann meinen Beiden bei der Beschaffung eines Öl-Kühlers helfen, damit mir Bergauf nicht mehr so schnell zu heiß wird. Habe ich schon gesagt, dass ich Großstadtverkehr nicht mag? Insgesamt musste ich über 40km durch Tiflis kriechen (der Verkehr ist hier dauerhaft stop-and-go) und 5 Werkstätten anfahren um einen Tipp zu bekommen, wo man eventuell einen Öl-Kühler bekommen kann – erfolglos! – „Das ist hier Georgien, ihr erwartet doch nicht, daß man hier irgendwas bekommt!“ – „eventuell könnten wir es über Amazon.uk oder Amazon.de bestellen, dauert aber 2 Wochen“ – Auch der Dieselspezialist konnte oder wollte meinen Beiden mit dem Dieselgeruch nicht weiterhelfen und so ging es dann etwas frustriert aus Tiflis raus…. Zumindest meine Beiden waren ein bisschen niedergeschlagen.

Ich durfte zum neuen Schlafplatz mal wieder alle 4 Räder bewegen und fühle mich eigentlich pudelwohl. Also warum der ganze Quatsch mit dem Öl-Kühler? Und auch der Dieselgeruch hält mich ja nicht vom Fahren ab. Also bleibt es erstmal alles so wie es ist. Nur der Öl Vorrat wurde wieder aufgefüllt, so dass ich wirklich entspannt in die nächsten Etappen starten kann. Das Azerbaijan Visum für meine Beiden ist inzwischen auch da, aber der Platz am Tiflis See gerade ist so schön – jetzt wo der Wind nachgelassen hat und meine Beiden für mich ein Wind geschütztes Plätzchen gefunden haben – gestern hat es ich nämlich ziemlich durchgeschüttelt. So haben meine Beiden entschieden heute noch mal einen entspannten Tag hier zu machen. Ich komme also mal wieder dazu Euch was zu erzählen und Patrick kann und ein bisschen basteln – noch mehr USB Steckdosen werden verbaut – …. warum die Beiden so viel neumodischen Kram brauchen wird mir immer schleierhaft bleiben….. bevor es morgen ein letztes Mal nach Tiflis rein geht um das Visum auszudrucken – ja das geht – es ist nämlich ein „e-Visum“. Ein paar Tage darf ich meine Beiden dann noch durch Georgien fahren, bevor es dann nach Azerbaijan weiter gehen soll.