Jetzt bin ich zum Ende der Reise doch ein bisschen schreibfaul geworden, das muss nun nachgeholt werden. Nach der letzten Nacht in Lettland habe ich meine Beiden noch zu einem letzten touristischen Highlight in Lettland gebracht: „the northern forts“ ist eine Festung aus dem 2. Weltkrieg, die den Naturgewalten der Ostsee nicht Stand gehalten hat und in bizarren Formen ins Meer gestürzt ist.





Nächstes Ziel: Litauen, genauer gesagt, die ehemaligen Ostpreussischen Gebiete, auf den Spuren der Familiengeschichte. Doch auf dem Weg dahin musste ich noch ein paar deutsche Anhalter aufsammeln, die irgendwie den Bus verpasst hatten und auch nach Litauen wollten. Ob das an der Grenze gut gehen würde? Litauen sollte ja wieder ein paar Regeln verschärft haben. Aber bevor meine Beiden und die Anhalter klären konnten, was die beste Strategie für die Grenze wäre, war ich schon im nächsten Land. Grenzkontrollen gab es keine, aber meine Beiden musste ihre Masken wieder hervorkramen. Nachdem die Anhalter erfolgreich abgesetzt waren, konnte es endlich zum Tagesziel gehen – mal wieder Stadt: Klaipeda, bzw. Memel stand auf dem Programm.
Nach einem gemütlichen Stadtbummel, kamen meine Beiden dann noch mal zurück, denn sie hatten einen etwas besseren Übernachtungsplatz gefunden, also einmal umparken. Zum Essen ließen sie mich dann wieder alleine, was sich irgendwie als Fehler rausstellte, denn im ersten Restaurant war das Buchungssystem ausgefallen, so dass keine Bestellungen aufgenommen werden konnten…. (hab ich schon mal erwähnt, dass ich die neumodischen Technik ziemlich unsinnig finde?), im 2. Restaurant, war die Wartezeit auf das Essen über eine Stunde. Erst im 3. Restaurant gab es dann endlich was zu essen – in meiner Küche wäre das deutlich schneller gegangen….. Klaipeda Stadt ist recht überschaubar, hat, aber eine sehr nette Kneipen Ecke, so dass meine Beiden entschieden noch eine weitere Nacht zu bleiben und den nächsten Tag der Kurischen Nehrung noch einen Besuch abzustatten. Da das zu Fuß dann irgendwie einfacher war, musste ich in der Stadt ausharren, während meine Beiden es sich bei bestem Sommer Wetter am Strand auf der Kurische Nehrung gemütlich machten.







Dann ging es aber auch für mich wieder weiter. Nächster Stopp auf den Spuren der Geschichte: Silute, bzw. Heydekrug. Auch hier sind noch die Spuren Ostpreußens zu finden. Z.B. im Museum des Ehemaligen Gutshofes des Örtchens. Noch viel sichtbarer sind aber die Spuren der Soviet Zeit und so war recht schnell klar, dass es hier eigentlich nicht schön genug war zum Übernachten.




Da das Kurische Haff nicht besonders weit weg war, musste ich noch mal ran und meine Beiden bis zu einer Badestelle am Haff bringen. Erstmal auf den Überlaufparkplatz, denn an einem Sommer-Sonntag Nachmittag war dann doch sehr viel los, aber mit der Zeit verabschiedeten sich die Tagesgäste und ich bekam einen Platz in der ersten Reihe, mit perfektem Blick auf die Nehrung und den Sonnenuntergang. Das Wasser war hier so flach, dass ich noch hätte durchfahren können, aber das durfte ich dummerweise nicht……. Grummel…. Da wird einem der Spass einfach verwehrt….
Da der Platz wirklich schön war, entschieden meine Beiden noch einen weiteren Tag zu bleiben und so langsam wird mir echt wieder langweilig….. Aber ich bin ja kreativ. Da wir jetzt fast alleine waren, sollte ich mich auf einen noch besseren Platz bewegen. Ausparken lasse ich mich, und dann, mitten auf dem Parkplatz, so dass ich maximal im Weg stehe, ist der perfekte Platz, um die Spritzufuhr zu kappen…. Ein bisschen Spass muss ich ja auch mal haben dürfen!…. Dumm nur, dass Patrick meinen kleinen Trick sofort entlarvt hat und ich mich 5 Minuten später, mit einem neuen Kabelschuh an der Dieselpumpe doch noch auf den besseren Parkplatz bewegen muss. So bleibt am Ende noch genug Zeit für einen faulen Tag.





Nun muss es aber doch langsam Richtung Heimat gehen. Da die Russischen Grenze Richtung Kaliningrad immer noch für Touristen geschlossen ist, geht es immer entlang der Grenze durchs Memel-land. Der nächste Stopp, war eigentlich nur als Zwischenstopp gedacht, um die Nacht zu verbringen. Netterweise gesellt sich aber „Heini“ mit seiner 2 und 4 Beininge Besatzung zu mir. Heini war mal ein Feuerwehrauto und darf jetzt, zumindest im Urlaub, auch ein bisschen was von der Welt sehen. Da meine Beiden sich mit Heinis Besatzung sehr gut verstehen, bleiben alle an dem Platz, auch wenn dieser eigentlich nicht wirklich schön ist. Dafür wird der Abend um so länger und netter.
Am nächsten Morgen gehen Heinis und mein Weg dann in unterschiedliche Richtungen weiter. Für mich geht es zum letzten Stopp in Litauen. Ganz in der Nähe der Stelle, wo ich 6 Wochen zuvor meine erste Nacht im Baltikum verbringen durfte. Ein gemütlicher und interessanter Abschnitt der Reise geht damit zu Ende und die letzte große Etappe beginnt. Zurück in Polen geht es zum ersten Mal seit über 2 Monaten auf einen Campingplatz. Irgendwie war die Sehnsucht nach einer richtigen Dusche aufeinmal aufgekommen. Und das, obwohl ich meinen Beiden doch eigentlich alles bieten kann, aber nun ja, ein bisschen Luxus sei ihnen gegönnt. Frisch geduscht ging es am nächsten Morgen direkt noch ein kleines Stückchen weiter, an den Rand eines Nationalparks, wo meine Beiden die nächsten 2 Tage die vorbeiziehenden Paddler und Flöße beobachten konnten und noch mal ein bisschen Zeit hatten zum durchschnaufen, denn ein bisschen Kultur stand noch auf dem Programm: Es ging nach Warschau. Aber erstmal musste ich noch nach Bialsystok rein zur Mittagspause – nein, Städte mag ich wirklich nicht, aber meine Beiden schon, also muss ich wohl mit.





Ein bisschen weiter durfte ich noch: bis kurz vor Warschau. Zumindest der Platz, war ein bisschen mehr nach meinem Geschmack. So konnte auch ich noch mal durchschnaufen und meine Beiden dann bis tief in die große Stadt reinbringen.
In Warschau hatte ich dann endlich mal wieder etwas länger Pause, und konnte mich ein bisschen von allem erholen. Nach 5 Monaten zogen meine Beiden nämlich temporär aus. Wenn auch nur für 3 Nächte, aber so konnten sie die Stadt besser erkunden und ich hatte endlich mal meine Ruhe.
Die Warschauer Altstadt hat meinen Beiden sehr gut gefallen, und irgendwie noch mehr, als klar wurde, dass eigentlich kein Haus älter als 60 bis 70 Jahre ist, denn die Deutschen hatten dafür gesorgt, dass im historischen Zentrum kein Stein auf dem anderen blieb. Um so erstaunlicher ist die Leistung der Warschauer, ihre Altstadt und das Schloss wieder aufzubauen und zwar so, wie sie früher einmal war.





Am nächsten Tag stand dann eigentlich ein Besuch im Marie Curie Museum auf dem Plan, was aber leider geschlossen war. So ging es dann erstmal zum Denkmal des Warschauer Aufstandes und zum Abschluss des kulturellen Ausflugs durfte ein Rundgang durchs Schloss nicht fehlen.
Da meine Beiden in Deutschland inzwischen schon ein mittelgroße Ersatzteillager für mich angelegt haben, und ich direkt hinter der Grenze noch mal richtig fit gemacht werden soll…. Ich muss so eine komische Prüfung bestehen…, stand dann noch ein bisschen Shopping auf dem Programm, denn so richtige Bastelklamotten durften nicht mit auf die Reise. Im Sommerschlussverkauf, war das nötigste dann aber schnell gefunden und auf dem Rückweg stolperten meine Beiden dann noch zufällig über eine Kneipen Ecke. So war der Plan für den Nachmittag und Abend dann auch schnell gefasst: die Beute in Sicherheit bringen und dann das Warschauer Nachtleben ein bisschen erkunden.









Am letzten Tag ging es noch mal zurück in dieselbe Ecke zu einem letzten Museum, in dem besondere Hubschrauber und Flugzeuge zu sehen sind….. Alles was sich nicht auf der Erde bewegt ist mir ja sehr suspekt…. Dann waren meine Beiden irgendwie von so viel Stadt und Sightseeing müde getobt und das Wetter wollte auch nicht mehr so richtig. Ein gemütlicher Nachmittag in der Ferienwohnung war genau das Richtige. Am Abend ging es noch ein letztes Mal in den Sturm und Regen raus, denn zum selber kochen, waren meine Beiden bei der kulinarischen Vielfalt Warschaus dann doch zu faul.
Heute war die Zeit in Warschau schon wieder vorbei. Ich wurde schwer beladen und durfte die große Stadt endlich verlassen. Mit einem kleinen Stopp bei meinen Altersgenossen und Vorfahren, startet die letzte große Etappe in Richtung Deutschland. In wenigen Tagen, werde ich meine Beiden wohl über die letzte Landesgrenze auf dieser Reise bringen.










































































































































































































































































































































































