Nun stehe ich mir hier schon seit mehr als einer Woche die Reifen platt und dachte es wird mal wieder Zeit mich bei Euch zu melden. Die letzte Woche war recht ruhig und so wird dieser Bericht auch etwas kürzer. Nachdem meine Beiden 2 Tage lang nur bei mir vorbei geschaut haben, um mich weiter auszuräumen und die recht überschaubar ausgestattete Küche des Apartments aufzustocken, gab es dann doch noch mal einen Basteltag. Ich wurde gründlich durchgecheckt und meine Beleuchtung repariert, zumindest fast. Denn damit es spannend bleibt habe ich gleich 3 Fehler eingebaut. 2 Wackelkontakte, die die Beiden recht schnell gefunden haben… Das macht langsam keinen Spaß mehr… Die werden einfach zu gut…… Zum Glück habe ich einen Fehler eingebaut, der etwas komplizierter war. Ich habe nämlich einen entscheidenden Kontakt so verschmolzen, dass er gerade so nicht mehr schließt. Das können meine Beiden nur löten. Also muss ein Lötkolben her.


Ein super Ziel für einen ausführlichen Spaziergang durch die Stadt. Nachdem es in 2 Baumärkten „nur“ Lötkolben gab, für die man eine Steckdose braucht, wurden meine Beiden schließlich in einem Elektronik-Bastelladen fündig: auch in Russland gibt es kleine gasbetriebene Elektronik-Lötkolben.
Der Weg zum Geschäft führte meine Beiden an Kriegsdenkmälern und einem Panzer vorbei. Hier dient der Panzer als Spielplatz für die Kinder. Das Wetter ist schön und so ist Astrakhan noch eine Oase der Ruhe, während im Rest der Welt der Corona Strum tobt. Zurück bei mir ist dann alles schnell repariert und so stehe ich in den Startlöchern, bereit weiter zu reisen.








Abends treffen meine Beiden dann noch 2 Holländer, die am nächsten Morgen Richtung Finnland fahren wollen und es wird lange über das für und wieder diskutiert. Noch sind meine Beiden recht wild entschlossen in Russland zu bleiben und in ein paar Tagen ans Schwarze Meer umzuziehen und alles weitere auf sich zu kommen zu lassen. Aus Deutschland kommt vor allem: hier ist riesen Drama, bleibt bloß wo ihr seid!
Nach weiteren ruhigen Tagen mit Bummel über die verschiedenen Märkte, inklusive Verkostung der lokalen Spezialitäten stellt sich aber doch eine gewisse Unruhe ein. Die ganze Situation ist surreal, denn wenn meine Beiden nicht die Nachrichten verfolgen würden, würden sie nix mitbekommen…. Ich bekomme in meinem Hof-Gefängnis sowieso garnix mit…..






Die Nachrichten und Informationen von lokalen Kontakten führen aber dann doch dazu die Lage neu zu bewerten: es gibt keine Flüge mehr, also können die Beiden das Land nur noch mit mir verlassen…. Ist ja auch viel besser so!… Die Grenze nach Finnland ist immer noch offen, und scheint es auch zu bleiben. Die Fallzahlen in Russland steigen sehr schnell an, nächste Woche hat das ganze Land Urlaub bekommen und keiner der lokalen Kontakte rechnet damit, dass die Menschen zu Hause bleiben. Sie werden die freie Zeit tatsächlich für Urlaub und Party nutzen. So flehen die Städte der Schwarzmeerküste die Moskoviten an, nicht zu kommen…..
Damit wird vermutlich recht schnell der komplette Lock-down folgen, oder Russland wird zum nächsten Hotspot. Gleichzeitig scheint die Lage in Finnland weiter recht entspannt zu sein und auch aus Deutschland kommen Nachrichten, dass sich die Gesellschaft mit den Maßnahmen arangiert und hat und es eigentlich alles recht entspannt abläuft. Damit ist die Entscheidung für meine Beiden klar: entspannt und ohne Stress, aber auch ohne Umwege oder größere Pausen soll es doch nach Finnland gehen. Gestern wurden dafür meine Vorräte aufgestockt. 2 Wochen lang kann ich meine Beiden nun versorgen. Heute ist ein letzter Ruhetag geplant und morgen geht es dann auf die 2300km Richtung Norden… In die Kälte…. Brrrr…… . Ich werde damit die nächsten Tage stark gefordert sein, und sicher nicht zum Schreiben kommen, aber ich melde mich bestimmt wieder, wenn die nächsten Schritte klarer sind und das Reisetempo wieder gedrosselt werden kann.