Klöster, Burgen und Höhlen

Oh je, jetzt habe ich schon ein ganz schlechtes Gewissen. Ich habe meine Beiden inzwischen schon halb durch Georgien gebracht und es ist sooooo viel passiert, dass ich garnicht dazu gekommen bin zu berichten. Also der Reihe nach: am letzten Tag in Batumi wurde das Wetter besser und meine Beiden sind wieder zurück gezogen, wo sie hin gehören. Zu mir!!! Dann haben sie sich mit Paula und Finn getroffen, die seit 7 Monaten unterwegs sind, und uns entgegen kamen, also viele Tipps und Ratschläge für die nächsten Etappen hatten. So haben die 4 sich festgequatscht, bis es Zeit wurde zum „Valentines Event“ in der Weinbar zu gehen. Dort gab es dann reichlich zu essen, gekocht von einem russischen Koch, der die Georgische Küche neu interpretiert hat, denn alles was mit lokalen Produkten zubereitet ist, ist für ihn auch lokales Essen. Sehr lecker, sagten die Beiden, sehr viel Käse sage ich!…. Und ich darf die zusätzlichen Kilos wieder schleppen…… grummel…..

Neben dem Essen wurde auch viel über die Georgische Kultur erklärt, immer auf Russisch und Englisch, da es keine gemeinsame Sprache für alle gab. Georgische Gastfreundschaft gehört zum höchsten Gut es Landes, genauso wie zahlreiche Kriege zur Geschichte gehören. So werden in den Dörfern die Besatzungen der Russischen Panzer auch gerne mal auf einen Kaffee eingeladen, während sie sich als Feinde durchs Land rollen. Mindestens genauso wichtig ist der jungen Generation aber auch Stabilität und Freiheit. Beides ist immer wieder bedroht und vermutlich deswegen auch so wichtig. Und so geht dann auch der erste Trinkspruch auf eben diese Werte: Stabilität und Freiheit! Es folgen noch weitere. Auch das ein Teil der georgischen Kultur, der an diesem Abend aber nur in einer abgespeckten Version zelebriert wird. So kommen meine beiden zwar spät, aber halbwegs nüchtern wieder zurück und wir können unsere erste Nacht wieder vereint doch noch ein bisschen genießen und verabschiedeten uns mit ein paar letzten Eindrücken von Batumi.

Nach so viel Kultur und städtischem Input durfte ich mich endlich wieder bewegen. In guter Tradition, musste es natürlich noch mal ans Meer gehen und so haben wir alle 3 dann nicht nur eine Nacht sondern 2 Nächte und einen faulen Tag am Schwarzen Meer verbracht, bevor wir uns auch von diesem Meer verabschiedeten. Eigentlich wäre ein Öl-Check dringend notwendig gewesen, aber ich wurde so gut von, leider sehr kranken, Strassenhunden bewacht, dass die Beiden sich nicht so richtig getraut haben unter mich drunter zu kriechen, denn dort war das Revier des „Aufpassers“. Jeder weitere Hund wurde sorgfältig verjagt. Also musste der Öl-Check warten…. Doof…. Ich brauche doch regelmäßig meinen Schluck aus der Pulle…… die Beiden dürfen mal wieder saufen und ich nicht……

Also ging es weiter in Richtung Osten, durch viele Dörfer, die im Durchschnitt doch recht arm wirken, bis nach Kutaisi. Dort wollten meine Beiden sich eine große Höhle anschauen. Kurz vor der Höhle durften ich mit meiner Ausrüstung mal wieder helfen, bzw. es zumindest versuchen. Ein BMW hatte sich einen Nagel eingefahren, der dann zu einem Plattfuß geführt hatte. Ersatzrad war verfügbar, aber ein Wagenheber fehlte. Ich hätte ja gerne mit meinem Wagenheber ausgeholfen, aber diese tiefergelegten Rennschlitten sind halt einfach zu flach……. Tja….. wenn man kein richtiges Auto ist, hat man eben Pech gehabt….. Für meinen Kompressor war das Loch im Reifen zu groß und so musste der Fahrer auf andere Hilfe warten. Wenigstens konnte meine Beiden einem weiteren Insassen des Fahrzeugs helfen: Kevin. Kevin ist ein Student aus Siegen, der gerade ein Auslandsemester in Bursa (Türkei – ihr erinnert euch vielleicht) gemacht hat und jetzt noch ein paar Wochen durch Georgien tingelt und auch zu der Höhle wollte. Der BMW sollte ihn dort hin bringen. Zum Glück habe ich 3 Sitze. Kevin wechselte also zu mir und meinen Beiden und dann ging es lustig weiter. Die Höhle war leider geschlossen. Nicht so schlimm. So konnte ich Kevin noch brav in sein Hostel zurück bringen und meine Beiden bekamen ein leckeres Mittagessen als Dankeschön.

Zum Übernachten ging es dann noch mal ein Stückchen aus der Stadt raus – schnell noch Tanken – jajajaja…… die Beiden werden langsam nachlässig. Tanken erst wenn die Kontrolllampe leuchtet und den Öl-Check wieder nicht gemacht….. Dafür durfte ich für den Schlafplatz – eine tief verschneite und etwas matischge Wiese mal wieder alle 4 Räder bewegen. Das sollten wir wirklich öfter machen…… nicht immer nur so langweilige Teerstrassen. Weiter ging dann am nächsten Morgen mit einem kurzen Zwischenstopp in einem Kloster. Da wo es dann für mich wirklich nicht mehr weiter ging, waren die Beiden am Ende auch zu feige zu Fuß rüber zu gehen und wir wollten ja noch weiter und keine Stunde langen Wanderungen machen. Der Tisch und die Bank bei den Gräbern wird übrigens dafür genutzt mit den Toten gemeinsam zu Essen. Insbesondere am Ostermontag. Dann wird auch Wein aufs Grab gegossen, damit auch die Verstorbenen etwas mitfeiern können.

Ganz in den Süden von Georgien sollte es gehen….. ja auch wenn ich auf die Richtung achte, ab und zu sind größere Umwege auch mal akzeptabel. Nächste Nacht, nächster Platz: vor einer riesigen, perfekt (manche sagen zu perfekt) restaurierten Burg. Auch hier: Schnee und Eis. Nachts soll es -6 Grad werden. Diesesmal sind meine Beiden aber vorbereitet und haben alles Wasser abgelassen, die Standheizung läuft durch, so dass die Beiden eine ruhige Nacht haben…… nur mein Öl haben sie wieder nicht gemacht…… so langsam wird aber überfällig ihr Lieben!….

Heute morgen gab es dann erstmal eine ausgiebige Besichtigung der Burg, in der man sowohl Christlich-Georgische Epochen als auch Osmanische Islamische Epochen sehr gut erkennen konnte. So erinnert die Burg ein wenig an die Alhambra in Spanien, oder an eine Mischung aus Topkapi Palast in Istanbul und eine der vielen Ritterburg, die man in West-Europa finden kann.

Mittags folgte dann eine er schönsten Strecken, die ich bisher fahren durfte. Durch ein enges Tal, immer am Fluss entlang, dass sich dann auf einmal weitete und hinter jeder Kurve wieder ganz anders aussah – die Hauptstraße nach Armenien, zumindest Teilweise endlich mal eine Straße nach meinem Geschmack, auch wenn andere Autos das wohl nicht so toll fanden. Da verzeihe ich den Beiden dann ausnahmsweise auch mal, dass sie sich nicht um mein Öl gekümmert haben.

Der letzte Stopp für heute soll dann Vardzia sein. Eine Höhlen-Kloster-Stadt, in den Berg hinein gebaut und gut versteckt. Bis zu 7000 Menschen konnten hier versorgt werden. Ein Erdbeben hat dann dafür gesorgt, dass ein Großteil des Hangs abgerutscht ist, so dass die Höhlen freigelegt wurden und man diese nun auch von unten sehr gut sehen kann. Das ist meine Aussicht, während meine Beiden sich alles ganz genau anschauen. Und dann endlich!!!! Bekomme ich doch meinen längst überfälligen Check. Motoröl gibt’s immer noch kein frisches, aber beim Getriebe darf ordentlich aufgefüllt werden und da ich ja doch manchmal ganz nett bin, zeige ich auch noch mal deutlicher, wo das Öl verloren geht, zumindest ein Teil davon. Sonst wäre es ja zu langweilig. Ein paar Schrauben habe ich ja immer locker, die vom Öl-Deckel zu lockern macht natürlich ganz besonders viel Spaß…. Grins….. Nun sind sie wieder fest….. dumm….. Jetzt muss ich mir wohl was neues einfallen lassen.

Rutschpartie und Pfützenslalom

Bäh Schnee!!!!…. brrrr kalt…. beides nicht so meins, wie ihr wisst. Aber da sich meine Beiden so gut um mich kümmern, versorgen ich sie auch mit (fast) allem, was sie so brauchen: Wärme, Licht…… ok…… erwischt……. wenn es mir zu kalt wird, schalte ich das Licht im Wohnbereich nämlich lieber aus…. nicht dass die Batterie noch kaputt geht…., aber die Wärme lasse ich den Beiden dann doch, auch wenn sie mich im Schnee versinken lassen.

Am nächsten Morgen – Tag 2 im Schnee – wagten meine Beiden es dann doch tatsächlich das tief verschneite Trabzon ein bisschen unsicher zu machen und sich ein letztes Mal türkischen Köstlichkeiten hin zu geben (….ja, ja und wer darf das extra Gewicht wieder schleppen……!!). Trabzon ist viel Touristischer, als alles was wir 3 sonst in der Türkei erlebt haben. So ist es aufeinmal wieder einfach im Restaurant auf Englisch zu bestellen und beim Bäcker mit Worten, statt mit den Händen Brot zu kaufen.

Noch eine Nacht im Schnee, der aber langsam weniger wird und dann darf ich endlich mal richtig zeigen, was ich kann. Nachdem ich mühsam ausgegraben wurde und ich mich in Ruhe aufwärmen durfte, kann ich auf allen 4 Rädern vom Parkplatz rollen und sogar noch mal kurz anhalten, damit meine Beiden anderen helfen können. Allerdings wurde ich nicht gebraucht…… schnüff….. hätte ja auch gerne geholfen. Auf Eisschienen Rolle ich dann weiter in Richtung georgischer Grenze und darf meine Wintertauglichkeit endgültig unter Beweis stellen. Ganz brav und sicher bringe ich die Beiden ihrem nächsten Ziel ein großes Stück näher. Inzwischen kommt auch die Sonne raus, so dass meine Beiden die verzauberte Landschaft mit Schnee und Meer auch ein wenig genießen können.

Eine letzte Nacht in der Türkei, da meine Versicherung erst einen Tag später beginnt. Hier waren meine Beiden dann doch schneller unterwegs, als sie es selber erwartet hatten. Dann geht es bei Schnee, eisigen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein nach Georgien. An der Grenze darf mich nur Inken begleiten. Patrick muss zu Fuß gehen. Deswegen benehmen ich mich auch ganz besonders gut und sorge, insbesondere bei den türkischen Grenzbeamten für viel Freude und ein breites Grinsen……. Eine Frau, die so ein Auto fährt…… ja, tut sie!….. und ich passe auf, dass das auch gut geht…. grins….. ! Ich bringe Inken schneller nach Georgien als Patrick es zu Fuß schafft, aber er kommt dann auch irgendwann und wir warten natürlich brav zwischen Versicherungshaien und Wechselstuben.

Auf dem Weg nach Batumi darf ich dann noch mal kurz verschnaufen, während meine Beiden sich eine alte Burgruine anschauen. Dann geht es ins Guesthouse. Ja, ich darf mich mal 3 Tage ausruhen, denn meine Beiden müssen sich um Wäschewaschen, SIM Karten und ähnliches kümmern und freuen sich auch darauf mal ein bisschen mehr Platz zu haben. Zum Glück kann ich direkt vor der Haustür stehen, so dass ich die beiden meistens ganz gut im Blick habe. Irgendwer muss ja aufpassen, dass die keinen Unfug anstellen. Denn aufpassen muss ja schon jemand, wenn es als Willkommensgruß vom Guesthouse eine Flasche Wein und eine Karaffe Schnaps auf dem Zimmer gibt!

Da das Wetter noch wunderschön ist, nutzen meine Beiden den Nachmittag für einen ausgiebigen Spaziergang durch die Altstadt und über die Strandpromenade von Batumi. Was sofort auffällt ist, dass Stadt und Strand mit Abstand die saubersten sind, seit Kroatien. Batumi fasziniert vorallem durch seinen Mix aus Jugendstil-Altstadt, Plattenbauten und modernsten, architektonisch hoch interessanten 5 Sterne Hotels – es scheint, als haben alle großen Ketten der Welt hier einen Wettbewerb veranstaltet, wer das interessanteste Hochhaus bauen kann. Dazu kommen noch viele Skulpturen und wunderschön angelegte Parks, direkt an der Strandpromenade. Der Schnee und die Sonne tauchen die Stadt in einen ganz besonderen Zauber, den es hier wohl auch nur alle paar Jahre mal gibt. Allerdings macht der festgetretene Schnee auf den Fusswegen die Stadt auch zu einer großen Rutschpartie…… ja, ja, da sollten sie lieber mit mir unterwegs sein. Ich bringe sie sicher über rutschig Straßen!

Den normalen Batumi-Winter, sollten meine Beiden dann die nächsten 2 Tage erleben – Regen, Regen und noch mal Regen…. und ich muss einsam und alleine vor dem Guesthouse stehen, während meine Beiden es warm und trocken haben….. grummel….. Dafür dürfen sie nun auf ihren Erkundungs- und Besorgungstouren um riesige Pfützen Slalom laufen… auch durch die Pfützen hätte ich sie ja gerne sicher gebracht….. aber nein, sie wollen es lieber alleine machen….. dann genieße ich eben meine Ruhe…. aber Mitleid wegen der nassen Klamotten bekommen sie von mir keins! Brauchen sie anscheinend auch nicht, denn sie trösten sich lieber mit einem ausgiebigen Abend in einer der vielen Weinbars von Batumi. Diese entpuppt sich als eine ganz besondere: Die Bar selbst ist eine Garage, die zu einem größeren Haus gehört, in dem gerade eine Bibliothek, Co-Workingspace und Veranstaltungsraum entsteht. Der Besitzer ist jung, betreibt das alles neben seinem Hauptjob als Erdöl Händler (oder so was) und steht für das aufstrebende, hippe Georgien: alles ist „sustainable“, auch wenn im Sommer der Aircon laufen muss, um die Weinkeller kühl genug zu halten. Wein ist seine Passion und die Barkeeper sind „independent Hosts“ und Kollegen und nicht seine Angestellten. Garage und Haus gehört einer Tante die es nicht braucht, also kann hier eben etwas neues entstehen.

Meine Beiden sind die einzigen zahlenden Gäste an dem Abend, auch wenn der kleine Laden zwischendurch gerappelt voll ist. Er entpuppt sich als Treffpunkt von „hängen gebliebenen“ aus der Ukraine, Russland, Japan und vermutlich noch weiteren Ländern. Die Stories ähneln sich: „Ich bin für einen Urlaub in 1-2 Wochen hierher gekommen, das was vor 5 Jahren“….. Ja, Batumi entpuppt sich als wirklich spannende Stadt mit einer gewissen Sogwirkung und so haben meine Beiden auch entschieden noch einen Tag länger hier zu bleiben, um ein Event in der Weinbar mit zu nehmen.

Das schwarze Meer

Weiter geht’s! Meine Beiden sind wieder etwas fitter und so musste ich in den letzten Tagen immer mal wieder größere Strecken bewältigen. Da ich aber auch fitter bin, mache ich das doch gerne. Der nächste Stop war Sinop ein kleines Städtchen, was überwiegend im Sommer vom lokalen Tourismus lebt, aber auch ein wichtiger Hafen, der schon zur Blütezeit der Seidenstrasse eine wichtige Rolle gespielt hat. Von Zonguldak nach Sinop bin ich zum ersten Mal fast 400km an einem Tag gefahren, da die Beiden ein bisschen Angst hatten, in den Bergen, auf über 1300m in den Schnee zu kommen. Der war nämlich angekündigt…. Hihihi….. Wenn die gewusst hätten, was sie noch erwartet….

Ich werde wohl nie ein großer Freund von Bergautobahnen, aber da mein 2. Lüfter endlich angeschlossen ist, wird mir zumindest nicht mehr ganz so heiß, wenn es länger bergauf geht.
Zur Belohnung durfte ich mich aber dann in Sinop einen Tag ausruhen und meine Beiden konnten die Stadt unsicher machen. Zuerst ging es ins Gefängnis von Sinop, dieses hatte in der alten Festung aus Seidenstrassezeiten über Jahrhunderte seinen Platz und wurde immer wieder erweitert. Zur Aufmunterung folgte dann ein Stadtbummel. Hier wurden die beiden in ein altes Hamam eingeladen. Heute ist es ein kleines Café und man kann den Hamam Raum auch als Party-Location mieten. Die Café Betreiberin, war so froh mal Touristen durch Ihren Laden führen zu können, dass die Beiden nicht ohne einen Türkischen Kaffee, einen Chai und noch einer weiteren Runde speziellem Früchtetee wieder gehen durften. Alles auf Kosten des Hauses. Nach soviel Tee und Kaffee musste dann natürlich noch Baklava besorgt werden. Etwas ratlos im Baklava Geschäft wurden die Beiden von deutschen, mit deutlich süd-deutschem Akzent angesprochen: Was macht ihr denn hier? Hier kommen doch nie westliche Touristen hin! Die beiden Deutschen waren nämlich selber keine Touristen. Sie hatten ihre Wurzeln in Sinop und waren auf Verwandtenbesuch. Mit deren Hilfe konnte dann auch das richtige Baklava zusammen gestellt werden.

Abschließen sollte der Tag dann ein Besuch in einem weiteren historischen Hamam, welches aber noch in Betrieb war und überraschenderweise als gemischtes Hamam betrieben wurden (oder wurde nur für Inken eine Ausnahme gemacht?….)…. So bin nicht nur ich in den Genuss eines Spas gekommen, sondern auch meine Beiden konnten sich einmal ein bisschen entspannen um dann anschließend porentief rein und sauber wieder zurück zu kommen….. das war aber auch mal dringend nötig sage ich Euch!!!….. Der Bademeister hatte auf jeden Fall seinen Spaß mit den Beiden und auch seine Ehre, dass beide wirklich sauber wurden…


Der nächste Stop war dann Samsun. In Samsun gibt es noch überall Weihnachtsdeko, vielleicht als Vorbote auf das, was kommen sollte, denn es war schon wieder Schnee angekündigt. Eigentlich war nur einen Nacht in Samsun geplant, und so wurde ich direkt am nächsten Morgen bei leichtem Nieselregen noch mal durchgecheckt, denn die nächste Etappe bis nach Trabzon sollte wieder mehr als 300km sein….. Jetzt scheuchen mich die beiden wirklich ganz schön!…phuuu… Mein Motoröldurst hat ziemlich nachgelassen….. schade eigentlich. Ein bisschen beschwippst fährt es sich eigentlich viel besser…. Aber ich kann mich ja beim Getriebeöl bedienen……. Da gab’s dann auch mal wieder etwas Nachschub. Nach 2 Stunden Pflege im Nieselregen, war dann aber irgendwie die Motivation stark gesunken noch einen Tag hinterm Steuer zu verbringen und so durfte ich mich mit meinen Beiden zusammen nochmal ausruhen.

Heute ging es dann aber wirklich wieder weiter, denn es war weiterhin viel Schnee angekündigt und den wollten die Beiden nicht in Samsun aussitzen. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir uns also aus Samsun verabschieden und die Hälfte der Strecke sehr entspannt fahren… laaaaaangweilig…. Nicht mal große Steigungen musste ich bewältigen, da die Hügel auf der Strecke alle untertunnelt waren….. Zum Glück änderte sich das nach der Mittagspause…. Endlich kam der angekündigte Schnee und ich konnte mal wieder beweisen, was ich kann. 150km ging es dann durch Schneetreiben und Schneematsch…. Als Alternative zur Wüste nehme ich auch sowas gerne mal, wenn es nur nicht so kalt wäre….. Am Ende durfte ich sogar alle 4 Räder einsetzen, denn auf der Suche nach einem Schlafplatz sind meine Beiden einmal quer durch die Innenstadt geirrt und die ist Steil und voll mit Schneematsch dann auch sehr rutschig. Auf 4 Rädern aber für mich natürlich kein Problem.

Jetzt lassen meine Beiden uns alle 3 in Trabzon erstmal einschneien und meine Standheizung läuft solange sie Sprit und Strom hat. Spätestens wenn beides aufgebraucht ist, wird es wohl wieder weiter gehen.

Von Bursa ins Spa

Eigentlich hatte ich Euch ja versprochen von Bursa zu berichten. Aber was seit dem passiert ist, war viel spannender… *grins*…. da ich schwer beschäftigt war, komme ich auch jetzt erst dazu Euch zu berichten.

In Bursa habe ich einen Tag Pause gehabt, während meine Beiden sich die Basaare, Altstadt, Mausoleen, Moschee, usw… angeschaut haben. Bursa war nicht nur einer der vielen Endpunkt der Seidenstraße sondern auch die Stadt, in der das Osmanische Reich begründet wurde. Hier gibt es bis heute Mausoleen der Staatsgründer, die wie Heilige verehrt werden.
Die ganze Stadt ist kaum Touristisch, bzw. gibt es hier überwiegend einheimische Touristen und kaum westliche, so dass es auch entsprechend wenig Touristenfallen gibt und man in Ruhe über die Märkte schlendern kann, ohne von einem Geschäft ins nächste gezerrt zu werden. In der Altstadt wurden die Beiden dann auch recht erstaunt gefragt, wo sie denn herkommen, hier währen doch nie Touristen zu sehen. Ein paar Tipps für versteckte Sehenswürdigkeiten gab es dann auch direkt noch. Ein Abstecher nach Bursa lohnt sich also auf jeden Fall.

Von Bursa wollten meine Beiden direkt weiter ans Schwarze Meer….. Aber ich hatte noch einen weiteren Zwischenstopp auf meinem Plan…. Tick, tick, tick, tick,…. Schauen wir mal, wie fit die Beiden nach der Generalprobe sind, um Probleme rechtzeitig zu erkennen…. diesesmal versuche ich es mit einem leisten Ticken, vielleicht reicht es ja?… tick, tick, tick….. Es reicht!…*freu*…. und sie haben auch kapiert, dass die Landrover Werkstatt, auf dem Weg zum Schwarzen Meer, MEIN Ziel ist. „Overland Anatolia“ hat sich darauf spezialisiert mich und meine Weggefährten für weitere Abenteuer fit zu machen und so konnte ich mir dieses Spa doch nicht entgehen lassen!
Das Geräusch, was ich meinen als Hilfestellung mitgegeben hat, verursacht auch beim Motorflüsterer, Murat, Sorgenfalten. Um meinen Zustand zu unterstreichen, weigere ich mich dann auch noch mal kurz in die Werkstatt rein zu fahren. Da der eigentliche Chef – Emre – noch unterwegs ist, und von den Mechanikern keiner Englisch spricht, helfen mal wieder ein paar Übersetzer (Kunden? Freunde?) die schnell gefunden, plötzlich auftauchen. So wird dann erst mein Ventilspiel neu eingestellt – vielleicht ist das ja schon die Lösung? Nein?…… ist doch klar Jungs!….. Ein bisschen mehr Wellness brauche ich schon!….. also: zwischen Chai und Kaffee: Motor auf, Zylinderkopf runter…… ah….. so langsam kommt ihr der Sache näher…..Zylinderkopf und Injektoren brauchen eine Runderneuerung! …… endlich! Sie haben es kapiert!!!…. ich komme ja gerne mit auf große Tour aber ein bisschen fitter muss ich dafür noch werden!
Während der Motorflüsterer arbeitet werden meine beiden von Beylü – einem der 2 Werkstatthunde, als Welpe von der Straße gerettet – in Beschlag genommen…. naja, wenn er es sich nicht gerade an dem einzigen warmen Platz der Werkstatt gemütlich macht….

Emre ist inzwischen auch eingetroffen und kümmert sich jetzt vor allem um meine Beiden. Um die Runderneuerung zu starten müssen die Teile zu Spezialisten. Dafür ist es aber inzwischen zu spät (es ist nämlich schon Wasserpfeifenzeit) und so lassen mich die Beiden in der Werkstatt zurück. Zumindest stehe ich trocken und gut geschützt. Standesgemäß bringt Emre die Beiden in einem meiner Brüder ins Hotel. Auf dem Weg holt er noch seine Frau ab. Ein gemeinsames Abendessen muss dann schon sein. Dabei erfahren die beiden, dass sowohl Emre als auch seine Frau für verschiedenen Fluggesellschaften um die Welt gejettet sind und jetzt vor allem mehr Zeit für ihren Sohn haben wollen. In 2 Jahren, wenn die Schulpflicht in der Türkei für den Sohn endet, soll dann vielleicht, hoffentlich, auch für diese Familie das große Overland Abenteuer starten. Bis dahin ist es eben die Vision Overlandern in der Türkei mit Rat, Tat und Werkstatt zur Seite zu stehen
Am nächsten Morgen kommen meine Beiden und Emre dann zurück um noch ein paar Dinge zu überprüfen (3 von 4 Glühkerzen funktionieren nicht mehr richtig, oder sind ganz kaputt) und die Teile abzuholen und zu den Spezialisten zu bringen. Dort wird auch, zwischen ein paar Tassen Chai, klar, dass irgendwer mich mal etwas überstrapaziert hat. Ihr wisst ja: ich mag keine Berge! Da komme ich zu schnell ins schwitzen und so ist mein Motor mal zu warm geworden. Außerdem sitzen die Ventile nicht mehr richtig und einer der Injektoren ist verstopft. Das wird jetzt alles behoben.

Und so heißt es erstmal warten, bis die Experten Ihre Arbeit gemacht haben. Emre wäre nicht Emre, wenn er nicht für die Wartezeit auch eine gute Idee hätte: meine Beiden machen (ohne mich…… ich bin im Spa!!!!..grins..) einen kleinen Ausflug in ein Naherholungsgebiet: hier werden Wildtiere wieder aufgepäppelt, es gibt eine Hobbit-Siedlung und einen kleinen Zoo und vor Allem viel Natur und das alles so sauber, wie meine Beiden es zuletzt in Kroatien gesehen hatten. Ganz nebenbei lernen sie auch noch Overlandern kennen, mit denen sie schon seit Wochen in Kontakt stehen – Emre kennt eben jeden!

Dann geht es wieder zurück um alle Teile einzusammeln, Öl und Kühlwasser-Frostschutz zu besorgen und zurück zu mir….. wurde aber auch langsam Zeit!!!….. ich will hier ja schließlich nicht ewig stehen!… auch wenn es nett ist… Jetzt muss nur noch alles zusammengebaut werden und dann kann es weiter gehen. Aber dafür ist es natürlich heute schon zu spät. So gibt es nur noch einen kleinen Abstecher für die Beiden zum Karosseriemeister, da Emre dort noch was besprechen muss. Ein beeindruckender Mensch der älteren Generation, der die Beiden auch nicht ohne eine Tasse Chai ziehen lässt. Für Patrick, der ein bisschen hustet, gibt es noch einen Löffel Spezial Honig aus dem Heimatdorf und Taschentücher.
Am 3. Tag soll nun endlich alles fertig werden. Zwischen weiteren, endlosen Tassen Chai und Kaffee, werde ich wieder zusammen gebaut. Alle Filter noch mal erneuert und gereinigt, auch die, die sonst immer vergessen werden…. Ja ja…. Jetzt wisst ihr, warum ich hierher kommen wollte!

Zur Mittagspause gibt es Lamacun und Wasserpfeife. Beim überbrücken der Wartezeit hilft diesmal „Pascha“ ein Jagdhund, der am liebsten mit der Flex-Polierscheibe „Stöckchen“ spielt.

Am späten Nachmittag ist es dann soweit und meine Beiden lernen, was sie beim Entlüften vom Dieselsystem alles falsch gemacht haben. Sehr systematisch und innerhalb von 10minuten bin ich wieder am laufen….. Schnurr……. Das fühlt sich richtig gut an!… Aber erst nach 2 ausgiebigen Testfahrten und ein paar weiteren Kontrollen, lassen sie uns 3 weiter ziehen. Da es inzwischen schon fast dunkel ist, geht es erstmal nur zum Wildtierpark zurück. Der hat nämlich auch einen Campingplatz.
Am nächsten Mittag erreichen wir dann endlich das Schwarze Meer, dem ich jetzt bis Georgien mehr oder weniger folgen darf. Nach einer ersten Übernachtung in einer kleinen Bucht geht es heute nur ein kurzes Stückchen weiter, denn auch wenn ich jetzt fitter bin, meine Beiden sind es leider nicht so ganz, und wollen sich noch ein bisschen Ruhe gönnen. Damit ich nicht wieder zu heiß werde, wird nun auch endlich mein 2. Lüfter angeschlossen, denn die nächsten 2 Tage stehen Bergetappen vor uns, bevor es dann wieder direkt an der Küste weiter gehen kann.

Versicherungsbüros und Werkstätten

Das nächste große Ziel für meine beiden war es, eine Versicherung zu finden, die die Lücke schließt die die Deutsche Versicherung gelassen hat. Auf der Suche nach einer Lösung stellt sich heraus, dass es wohl inzwischen extrem unüblich ist nur einen Teil eines Landes abzudecken, aber sei es drum. Das können die Beiden nun nicht mehr ändern.

Der Versuch eine Türkische Versicherung zu finden führte die Beiden in die Kleinstadt Biga, zu einer Filiale einer großen Versicherungskette. Google Translate brachte die Auskunft, dass die Person, die uns helfen kann in einer halben Stunde wieder da ist. Also blieb etwas Zeit zum Einkaufen.

Helfen wollte man den Beiden (und mir!) dann auch wirklich und das mit Recht passablem Englisch. Die Versicherungsmaklerin stammt aus Istanbul und ist eigentlich schon in Rente, aber weil sie ihren Job so liebt, macht sie noch ein bisschen weiter. Bei Tee und Kaffee, mit viel Geduld und unendlicher Freundlichkeit, wurden viele Hürden überwunden, wie z.B. eine Kaputte Tastatur, Einträge, die nur die Zentrale in Istanbul machen konnte, viele Telefonate usw…. Nach etwa 2 Stunden und endlosen Telefonaten wurde dann aber klar, dass es wohl doch nicht geht ein Deutsches Fahrzeug zu versichern.

Ohne Englisch konnten die Beiden sich dann noch mit einen Kebab in der Dorf-Kebab-Bude stärken und beraten, wie es weiter geht. Auch hier wurde alles mit Geduld, Fürsorge und einem Lächeln abgewickelt. Ein neuer Plan musste also her. Erstmal einen schönen Platz zum Übernachten finden: direkt am Meer finden wir alle 3 es eigentlich immer am besten. Dann das Internet bemühen und eine teure, aber schnelle Lösung gefunden. Ich habe meine Haftpflicht Versicherung und kann nun auch in Asien allen möglichen Unfug anstellen….. hihihi.

Da der Platz ganz nett war und die Beiden auch mal wieder eine Pause brauchten wurden 2 Nächte aus dem Zwischenstopp und ich bekam mal wieder ein bisschen Pflege und einen groooooßen Schluck aus der Ölpulle….. hicks……. Wenn die mich so besaufen, dann kann ich für nix mehr garantieren, aber das sollten die beiden erst am nächsten Tag feststellen.

Auf dem Rückweg vom Strandspaziergang begegneten den beiden noch französische Rentner, auf dem Weg nach Süd-Ost Asien und wollten sich zu uns gesellen. Ich hätte mich ja durchaus über Gesellschaft gefreut. Leider war deren Reisegefährte dann aber doch etwas zu schwer und nur auf der Vorderachse angetrieben, so dass sie schon nach 5m in meinen Fahrspuren nicht mehr weiter kamen…. Tja, ist halt nicht jeder für Sand und Wüste gebaut! Aber ich will ja nicht so sein und habe natürlich fleißig mit geholfen meinen Leidensgenossen aus dem Sand zu ziehen….. Um mich dann wieder auf meinen Platz direkt am Meer zurück zu ziehen.

Nach einer ruhigen letzten Nacht am Marmarameer sollte es dann über Bandirma nach Bursa weiter gehen…… und da ich ja immer noch ein bisschen beschwippst war, dachte ich mir, dass es mal Zeit wird den Ernstfall zu proben. Eine etwas längere sehr Steile Abfahrt zum Hafen von Bandirma runter, ein leichter Verbrennungsgeruch in der Luft, die Beiden biegen auf einen Parkplatz ein. Perfekt!….. Klonk, klonk, klonk….. Laut und im Motor Takt sorgt sowas für sofortige Aufmerksamkeit von meinen Beiden. Damit die Suche nach dem Problem nicht zu Aufwändig wird (schließlich will ich ja noch viel weiter reisen), markiere ich die Stelle brav mit dem überschüssigen Öl. Das wissen die beiden aber nicht, und so erschrecken sie sich nur noch mehr……ein deutlicher Verbrennungsgeruch, sehr laute Geräusche und Öl an einer Stelle, wo bisher nie was war, ein schneller Ölcheck zeigt zudem, dass der gerade nachgefüllte Öltank fast leer ist….. , das jagt ihnen dann doch einen Schrecken ein… hmmm…. Das habe ich eigentlich nicht gewollt….. aber man wird doch auch mal seinen Spaß haben dürfen, oder? Ich habe mich jetzt über 5000km (fast) immer gut benommen!….. ok, das an der Grenze nach Albanien, war nicht so nett, aber sonst benehmen ich mich perfekt und mache alles gut mit…. Wird ja wirklich schon langweilig immer nur über die Abenteuer der beiden zu berichten und nie über meine Eigenen!

Etwas angespannt, entscheiden die Beiden mich erstmal abkühlen zu lassen und die Stadt zu erkunden… pffft…. Da wird man verletzt einfach stehen gelassen….. Aber zumindest wird den Beiden sehr schnell klar, dass der Verbrennungsgeruch nicht von mir kommt…. Punkt 1 schon mal gelöst. Bandirma stellt sich als sehr gemütliche und untouristische Hafenstadt heraus. Von hier kommt man auch mit dem Schiff in 2 Stunden nach Istanbul, wo es Landrover Spezialisten gibt…. Dabei wollte ich doch nicht wieder durch einen Großstadtdschungel….

Auf dem Weg zurück vom Stadtbummel kann Patrick dann auch noch den Fahrer von meinem sehr viel jüngeren Bruder aus dem Verkehr ziehen und bekommt die Telefonnummer, von einer Werkstatt, in der man auch deutsch kann. Hilfe organisieren können die Beiden also schon mal ganz gut. Wieder bei mir angekommen finden die Beiden auch recht schnell, wo das Geräusch herkommt… habs ja deutlich genug markiert. Das ich nicht ganz dicht bin, ist ja ausreichend bekannt, aber zudem habe ich auch ein paar Schrauben locker und dieses Mal sogar eine ganz abgeworfen. Das ist schnell repariert. Der Ölverlust scheint auch nicht so viel zu sein, wie die Beiden zuerst dachten. Ein 2. Check zeigt, dass der Tank doch voll ist. Ich trinke ja ganz gern mal einen oder 2, aber so ist ein Suffkopf bin ich dann doch nicht. Aber der Termin in der Werkstatt war gemacht, also blieben die Beiden in Bandirma und ich musste mich nur noch ein paar km zum Schlafplatz bewegen.

Am nächsten Morgen ging es also ins Schrauberbuden Viertel, was es in jeder Stadt zu geben scheint. Die Adressen dort kennt Google nnicht und so wurde das auffinden der Werkstatt zu einer lustigen Schnitzeljagd. Als die Werkstatt gefunden war, wollten die beiden doch tatsächlich, dass mein Motor komplett zerlegt wird… hier in so einer Klitsche soll mir am offenen Herzen rumoperiert werden? … so war mein kleiner Spaß dann nicht gemeint gewesen!…… Zum Glück konnte oder wollte die Werkstatt das auch nicht und schickte mich 100km weiter nach Bursa. Endlich wurde ich auf einer Strecke mal von den Beiden nicht so gejagt, wie sonst üblich und so habe ich mich auf der Strecke auch entsprechend gut benommen.

Nächstes Schrauberbuden Viertel, nächste Schnitzeljagd, und diesmal konnte man weder Englisch noch Deutsch, aber ein Übersetzer war schnell gefunden. Nach der initialen Diagnose: „Kolben kaputt“, wurde endlich noch mal genauer hingeschaut und zugehört. Ja ich hatte gerade noch mal Öl bekommen, ja ich musste mit der Motorbremse steil bergab fahren, ja der Motor hört sich doch gut an….. Vielleicht war es einfach zu viel Öl?….. Also: wir machen einen Ölwechsel, damit wir sicher sind, dass nicht zu viel drin ist…. Weitere Diskussionen folgen, der nächste Übersetzer wird telefonisch bestellt, denn der Öl-Peilstab ist bestimmt der falsche. Der neue Übersetzer hat praktischerweise lange mit Teilen für mich und meine Brüder gehandelt und irgendwie das passende Teil gleich mit dabei. Der Ölstand sieht jetzt ok ist…. *Kopfschüttel*….. Ich hab mich ja auch schon selber von dem, was zu viel war befreit… das habt ihr doch gesehen…… aber eine gute, um nicht zu sagen, sehr gute Idee haben sie dann doch noch! Endlich, endlich soll ich mal wieder richtig Luft bekommen und der Luftfilter wird gereinigt. Das haben die beiden nämlich immer und immer wieder vergessen. Da wird dann auch klar, wie ich mich des überschüssigen Öls entledigt habe…. So ein Mist, die finden auch alles raus… im Luftfilter und im Luftansaugschlauch können alle den Weg des Öls mehr als deutlich sehen.

Ich kann endlich wieder durchatmen, meine Beiden sind wieder entspannt und wir alle 3 haben gelernt, wo und wie man die richtige Hilfe zur richtigen Zeit finden kann und das meistens alles nicht ganz so dramatisch ist, wie gedacht. Nur nach Großstadt ist meinen Beiden zum Glück gerade nicht. Deswegen geht es erst noch mal 30km zurück in ein kleines Dorf vor Bursa, was den Städtern als Ausflugsziel dient. Dort kann zum ersten Mal seit Athen die Standheizung nachts aus bleiben. Dafür, darf ich mal wieder demonstrieren, wo ich überall undicht bin, denn es regnet….. Im Regen geht es nun mit 2 Tagen Verzögerung doch noch nach Bursa, aber das ist dann die nächste Geschichte.

Willkommen in Asien

Wir haben Europa verlassen. In den letzten 5 Tagen habe ich wieder ziemlich viel Bewegung bekommen…. Endlich! Das wurde auch langsam Zeit!….. und ich stehe jetzt direkt an der Grenze der Kontinente. Da ich die letzten Tage überwiegend gefahren bin, ist auch nicht viel passiert: Wir haben Geburtstag gefeiert, schöne und weniger schöne Übernachtungsplätze am Strand gefunden ….. So fühle ich mich zumindest ab und zu ein bisschen, wie ein Wüstenauto….. einen kurzen Mittagsstop in Thessaloniki gemacht….Großstädte zur Rushhour mag ich nicht, dass sollten die beiden doch wissen, aber da will ich mal nicht so streng sein und benehmen mich gut, auch wenn die Einfahrt zum Parkplatz beinahe noch zu niedrig für mich war…. Ist aber gerade so gut gegangen….,

Einen Tag Pause an einem der schönen Strände haben sie mir dann auch mal gegönnt, nun wohl das letzte Mal im Mittelmeer Raum. So ein Pausentag wird immer auch zum Basteln genutzt. So dass meine Dusche nun endlich voll funktionsfähig ist, sozusagen als Upgrade vom „Bucket-bath“, Duschsack und kalten Strandduschen. Die Navigation wurde endlich auf Tablet-größe aufgerüstet. (Naja, das klappt noch nicht ganz so, wie geplant, aber wir nähern uns an).

Etwa seit Thessaloniki haben ich nun unsere Richtung für die nächsten Monate eingeschlagen: es geht nach Osten. Da achte ich auch genau drauf, denn ich weiß ja, dass meine Beiden ohne mich gerne mal in die falsche Richtung fahren…. Und schups sind sie etwas nach Süden abgedriftet, aber das sei Ihnen verziehen, da ich mir dadurch den Großstadtjungle Istanbul spare…… Ich achte außerdem auch sehr drauf, dass die Beiden nicht zu schnell fahren, insbesondere Bergauf, denn wir wollen ja schließlich nicht geblitzt werden.

Kalt ist es wieder geworden, so dass die Standheizung auch Nachts fast durchläuft, aber wenn ich mich nicht zu früh am Morgen bewegen muss, macht mir das nicht so viel aus, denn dann hat mich die Sonne schon wieder ein bisschen erwärmt, so dass ich gut starten kann. Griechenland verlassen meine Beiden mit gemischten Gefühlen: viel schönes, super essen, aber auch viele verfallene „lost places“ aller Art: Fabriken, die schon lange nichts mehr produzieren, Feriendörfer, die nie fertig gebaut werden, Hotels, seit vielen Jahren schon im Winterschlaf….

In der Türkei wurde ich vom Ruf des Muezzin begrüßt, da ich pünktlich um 15:00 Uhr (oder doch 16:00 Uhr)? an der Türkischen Seite der Grenze stand. Mehrere Passkontrollen und ein kurzer Blick in mein Wohnzimmer haben genügt, dass ich weiter fahren durfte. Ich war das einzige Auto und konnte so ohne zu warten an allen LKWs vorbei ziehen. Das ging alles so schnell, dass meine Beiden nicht gesehen haben, wo sie für mich eine Versicherung bekommen, denn die Deutsche gilt nur für den Europäischen Teil der Türkei….. Aber auch das lässt sich in den nächsten Tagen sicher irgendwie lösen. Ausserdem haben sie nicht gemerkt, dass ein Stempel im Pass fehlt…. Die Grenzer aber auch nicht.

Der erste Stopp, war dann in einem kleinen Dorf direkt hinter der Grenze, wo es zwar keine Versicherung gab, ich aber einen Sticker mit Transponder für die Mautstraße bekommen habe…. Schon wieder langweilige Autobahnen…. Naja…. Wenn man weit reisen will, muss das wohl ab und zu mal sein. SIM Karten für meine Beiden gab es auch nicht, obwohl es gleich 2 Vodafone Läden gab. Vielleicht lag es aber auch daran, dass niemand Englisch konnte und dadurch schon der Kauf der Vignette sehr schwierig war. Dafür wurden meinen Beiden direkt Kekse angeboten.…. Ja, ja, damit ich noch schwerer schleppen muss….. und sämtliche Postangestellten mit Google Translate beschäftigt. Ob das jetzt mit der Maut alles wirklich so funktioniert, werden wir dann wohl in den nächsten Tagen feststellen.

Gastfreundlich und Hifsbereit, wenn auch manchmal etwas hilflos sind eigentlich alle gewesen, und wenn sie „nur“ losgezogen sind um jemanden zu holen, der auch nicht helfen konnte.

Um einen langen und aufregenden Tag ruhig ausklingen zu lassen, durfte ich meine Beiden noch zu Ihrem Schlafplatz bringen – abgeschieden, mitten im „Nichts“, war genau das was wir 3 brauchten, dachten wir….. – dann konnte mich auch ein bisschen ausruhen….. bis „King Louis“ auftauchte um mir für die Nacht Gesellschaft zu leisten. „King Louis“ ist Citroen Jumper aus Würzburg und gerade auf dem Rückweg aus Georgien nach Deutschland. Meine Beide und die Beiden von „King Louis“ konnten sich bei griechischem Wein und türkischem Bier ein wenig über die Türkei, Georgien, Reisen im allgemeinen und den Ausbau von uns beiden treuen Seelen austauschen und hatten so einen unerwartet netten und langen Abend, der noch eine Weile in Erinnerung bleiben wird. Anschließend haben „King Louis“ und ich noch ein bisschen im Takt unserer Standheizung pumpen ein bisschen weiter gefeiert…. Aber erzählt das nicht den 4en….. 😉

Heute ging es dann weiter, wirklich nach „Asien“ über die Dardanellen….. Ich bin gerade noch auf die Fähre gekommen… an das Fähre fahren könnte ich mich gewöhnen… , aber vorher haben sich meine beiden noch mit Internet versorgt, damit ich Euch weiter berichten kann. In dem nächsten größeren Ort hatte es dann mit mehreren Anläufen geklappt – der erste Laden hatte zwar nur noch eine SIM Karte und die 2. Karte aus dem 2. Laden funktionierte erst dann richtig, nachdem in Asien noch mal weitere Daten aufgeladen wurden – warum blieb auch mit Google Translate unklar, aber wenn etwas funktioniert sollte man sich nicht darüber beschweren.

So endet der 2. Tag in der Türkei mit einem wunderbaren Sonnenuntergang über dem Abendland – Europa und ich kann meine beiden nun immer tiefer nach Asien rein tragen.

Athen

Ich erwähnte ja schon mehrfach, dass ich ein Wüstenauto bin. Dschungel ist auch noch ok, aber Großstadtdschungel, mit engen kleinen Gässchen, dass muss doch nun wirklich nicht sein. Manchmal komme ich nicht mal in einem Zug um die Kurve. Nein, hier gehöre ich nicht hin…. Aber wo ist dieser Großstadt Dschungel?
Nach einer ausführlichen Burgbesichtigung der Burg von Acrocorinth und noch 2 ruhigen Tagen in Korinth und Loutraki am Meer, habe ich meine beiden nach Athen gebracht, wo sie sich um ihr China Visum kümmern wollen.

In Loutraki haben sie sich beinahe einen weiteren Mitbewohner angelacht, der die beiden 2km aus der Stadt raus, bis zu mir verfolgt hat und immer darauf geachtet hat, dass meine Beiden auch sicher an den anderen Hunden vorbei kommen. Auf einen ruhigen Nachmittag am Strand hätte er dann aber doch keine Lust, so dass wir zu 3. weiter reisen können.

Nun sind wir also in Athen und ich darf mich die Zeit über etwas im Sanatorium erholen um mein Startproblem zu korrigieren…. Solche Spielverderber!… und das, wo ich doch inzwischen immer brav gestartet bin…. Nun ja, wenn die Beiden mich dann da auch wieder abholen, will ich mal die Zeit mit meinen Geschwistern geniessen.
Zugegeben, ein bisschen traurig bin ich schon, dass die Beiden mich fast ganz leer räumen um ihr Domizil zu beziehen, aber auch etwas erleichtert, dass ich die Tage nicht mitten in der Stadt zwischen Graffiti und Obdachlosen alleine auf die beiden warten muss.

Die haben ja auch genug zu tun und könnten mir nur wenig Gesellschaft leisten: Der erste Trip führt zum „Visa Application Center“. Nach 2 Stunden Diskussionen und intensivster Prüfung der Visumsanträge werden die Beiden entlassen mit der Aussagen: „wir müssen das erstmal mit der Botschaft klären und melden uns dann wieder, ob wir die Anträge überhaupt bearbeiten können“.

Um die Wartezeit zu verkürzen kommen die beiden noch mal zu mir zurück und ich darf endlich ins Sanatorium umsiedeln. Meine Beiden müssen ihren Weg von dort in die Stadt alleine zurück finden. Gar nicht so einfach, aber so ist das, wenn man mich zurück lässt …grins…

3 Tage können die Beiden nun Athen unsicher machen. Akropolis, Winterschlussverkauf und allgemeines Schlemmen und Nachtleben geniessen stehen auf dem Programm. Athen hat nämlich viele sehr nette Kneipen, Cafés und Restaurants… jaja, und ich darf die Beiden dann wieder weiter schleppen, nachdem sie sich kugelrund gefuttert haben….. das mir das nicht mal irgendwann zu schwer wird……

Ein 2. Besuch beim Visazentrum ist dann auch noch notwendig, nachdem der erlösende Anruf kam, dass die Anträge bearbeitet werden dürfen müssen sie nun bezahlt werden. Möglich ist das durch die Einladung und Unterstützung der Reiseagentur, die auch mir helfen wird nach China einzureisen. Dann geht auf einmal vieles, auch wenn die Anträge eigentlich viel zu früh eingereicht wurden.
Am 3. Tag wurde dann noch Piräus unsicher gemacht um ein bisschen den Duft der weiten Welt, den Häfen so mit sich bringen, einzuatmen. Auch hier ging die Schlemmerei weiter….. hoffentlich passen die beiden noch durch meine Türen, wenn sie wieder zurück kommen……

Heute ging dann die Tour vom Montag weiter: Visa abholen… ja!!! … es hat geklappt. Jetzt dürfen meine beiden tatsächlich nach China einreisen! …

…. und dann endlich, endlich kamen sie zurück um mich mit sauberer Wäsche zu beladen und für die Weiterfahrt fit zu machen. Einen neuen Temperatursensor, diesesmal mit passender Anzeige, habe ich auch noch bekommen, so dass ich nun wirklich gerüstet bin, für alles, was kommen mag.

Eine Nacht muss ich noch alleine ausharren und dann geht es weiter Richtung Türkei und damit Asien.

Reisealltag und die alten Griechen

Nun hat mich der Reisealltag eingeholt und ich bin gar nicht mehr dazu gekommen Euch zu berichten: an meinem wunderschönen Plätzchen bin ich mal wieder durchgecheckt worden und einen kräftigen Schluck aus der Öl-Pulle gab’s auch mal wieder – lecker… die beiden sollten den Stoff nicht so stark rationieren! Einige Kleinigkeiten wurden auch endlich mal fertig gestellt, bzw. verbessert (die Anschnallgurte haken nicht mehr, meine „Kriegsbemalung“ ist fertig, der Seitenspiegel bleibt auch bei höheren Geschwindigkeiten wieder in Position und klappt nicht mehr weg) ….. Es wird fast ein bisschen langweilig….. Frisches Brot gab es dann auch noch – jeder macht eben das, was er/sie am besten kann.

Nach einem weiteren Zwischenstopp am Meer durfte ich dann ganz alleine mit der Fähre auf den Peloponnes übersetzen und bis nach Olympia fahren… na gut, meine beiden waren natürlich auch dabei….

In Olympia habe ich wieder einen Tag Pause bekommen, während meine beiden sich alte Steine angeschaut haben. Naja „Pause“ wäre nett gewesen, aber die beiden mussten ja mal wieder auf einen Campingplatz und die kleinen Katzen dort haben mich als Turngerät benutzt…. Pfffff…. Aber in Olympia sind wohl selbst die Katzen sportlich.

Der Ort „Olympia“ existiert heute nur für Touristen und besteht aus Hotels, Restaurants und Souvenir Läden, die jetzt in der „nicht-Saison“ überwiegend geschlossen hatten. Es war aber genug los, dass ich meine beiden zum Essen nicht gesehen habe und beide kugelrund gefuttert irgendwann wieder aufgetaucht sind.

Nach einem halben Tag Wind und Kälte, an dem die beiden das antike Olympia unsicher gemacht haben und den Sportsgeist von damals inhaliert haben, war ich dann doch wieder gut genug und meine beiden kamen zurück um sich mit den anderen Dingen zu beschäftigen, die zum „Reisealltag“ dazu gehören: in diesem Fall das China Visum. Es gibt vielleicht eine Chance es in Athen zu bekommen. Der Antrag musste also ausgefüllt werden – 4 Stunden hat alleine das schon gedauert! Und ein Termin in der Botschaft musste festgelegt werden. Da es in Athen auch eine gute Werkstatt gibt um mein Startproblem anzugehen, entschieden die beiden, dass wir noch ein bisschen den Peloponnes erkunden und der Werkstatt ein paar Tage geben um die Teile zu besorgen und legten der Termin in der Botschaft auf nächste Woche.

Von Olympia ging es also gemütlich weiter nach Sparta mit einem Zwischenstopp in Kalamata, wo ca 60 Seiten Papiere für das China Visum den Printshop zur Verzweiflung gebracht haben, aber am Ende ist jetzt (hoffentlich) alles beisammen. Es gibt sogar von mir Passfotos!

Auf dem Weg zum Schlafplatz vor Kalamata (wieder mal sehr schön am Meer) sind mir zum ersten Mal ein paar Leidensgenossen begegnet. Besonders spannend war der Parkplatz von Lidl, wo es wie im Taubenschlag zu ging, aber überwiegend so junges Gemüse von Wohnmobilen… mit denen kann ich ja nix anfangen.

Für die Strecke nach Sparta haben meine beiden sich dann doch für den „Chickentrail“ (aka Mautstrasse) entschieden und gegen die kleinen, kurvigen Bergstrassen. Die durfte ich dafür dann heute fahren, sogar so hoch, dass wir Schnee gesehen haben!

Und da ich heute wieder einen ganz besonders schönen Ausblick habe und eigentlich keine Lust auf Werkstatt ist mein Startproblem auch seit dem ersten Tag in Griechenland nicht mehr aufgetaucht. Das macht ja jetzt, wo kompetente Hilfe in Reichweite ist, auch irgendwie ziemlich wenig Spaß, findet ihr nicht?

Frohes neues Jahr!

Nach unserer ersten Nacht durfte ich weiter Richtung Meer um dort einen Platz am Strand zu ergattern. Statt der, vom Auswärtigen Amt angekündigten, schlechten Straßen auf die ich mich so gefreut hatte, musste ich eine neue, leere, super ausgebaute Autobahn fahren…. Vorbei ging es an Durres, Epizentrum des Erdbebens im November. Kein Schaden, nirgendwo zu sehen, nicht mal frische Flicken auf der Straße oder ähnliches. Nun gut, die beiden haben auch nicht direkt danach gesucht und die Region bewusst schnell durchfahren. Aber ein bisschen bleibt die Frage doch in der Luft: Welche Informationen sind wann korrekt?
Der Platz am Strand war, wie vieles in Albanien, ziemlich vermüllt, aber ein Hochplateau daneben war dann für meine beiden gut genug. Wenn nur der Wind nicht wäre… so musste ich noch 2 mal meine Position wechseln….. Grpmf…. , bis ich die Nase Wind stehen hatte, damit es für die beiden Herrschaften auch nicht zu stark schaukelt und die Heizung es auch schafft, alles schön warm zu halten….. Ja, ja, was unser einer nicht alles macht, damit des den beiden auch gut geht… .

Am nächsten Morgen ging es dann, mit einem kleinen Abstecher zu einem Kloster, weiter Richtung griechischer Grenze.


Im letzten Ort vor der Grenze (Gjirokaster) wollten die beiden noch mal einen Stopp einlegen und stellten fest, dass sie in einer Weltkulturerbe Stadt gelandet waren. Hier gab es auf Einmal keinen Müll mehr, alles top gepflegt. So richtig schlau wird keiner von uns 3en aus Albanien. Auch überraschend war einer meiner Jüngeren Brüder (Landrover Discovery, sogar mit Seilwinde ausgestattet…. Hey… warum kriege ich keine?…. ) der zur deutschen Bundespolizei gehörte. Einen Kollegen der Truppe haben die beiden dann auch auf der Straße getroffen, denn er hatte mich entdeckt und erkannt, dass meine beiden zu mir gehören…. Genauso gehört sich das auch!….. . Er war im Rahmen von Frontex für 8 Wochen in Albanien und begeistert von dem Land und den Menschen und erklärte auch, was mein Bruder hier so treibt: er fährt Streife auf der Suche nach Migranten, die über Albanien versuchen in andere Europäische Länder zu kommen.

Ein paar Tipps später, verabschiedete sich mein neuer Fan und meine beiden entschieden nicht am nächsten Tag nach Griechenland zu fahren, sondern noch bis zum Neujahr (2 Tage) in Albanien zu bleiben. Wäsche waschen und ähnliches war dringend nötig. In Saranda sollte das alles möglich sein. Diesesmal war die Hauptstraße dahin schon mehr nach meinem Geschmack: Enge Kurven über Berg und Tal, eine wunderschöne Strecke.
In Saranda angekommen, wussten die beiden nicht so richtig, ob sie an dem Ort (ein Hotelparkplatz) bleiben wollten oder nicht. So habe ich die Entscheidung getroffen… grins…. und mich geweigert wieder zu starten. Die Werkstatt am ersten Tag in Albanien hatte ja eigentlich nix gemacht ausser ein bisschen am Schlauch zu wackeln, das ist meinen beiden aber jetzt erst so richtig klar geworden. Am Schlauch wackeln können meine beiden auch, so war ein weiterer Werkstatt Besuch erstmal nicht notwendig, aber die Entscheidung klar: wir bleiben die Nacht hier und da es sehr kalt war, war ein beheiztes Hotelzimmer dann doch zu verlockend und so musste ich die Nacht alleine verbringen… ich werde mir wohl noch mal überlegen müssen, wo ich das nächste Mal nicht mehr starte…


Sylvester hatten die beiden dann aber versprochen mit mir gemeinsam zu verbringen… juhu!…. . Eine einsame Bucht am Meer sollte es werden und da in der nicht-Saison eigentlich alles einsam ist, war das auch nicht schwierig was passendes zu finden. Ich durfte sogar auf den Strand! Tagsüber in der Sonne ist es nun auch wieder deutlich wärmer, der Wind ist weg und so konnten die beiden zum ersten Mal auf dieser Reise draußen sitzen, und das Jahr gemütlich ausklingen lassen. Ein bisschen Feuerwerk gab es dann in der Ferne auch zu sehen. Nach 5 Minuten war der Spuk aber schon wieder vorbei.


Mit vielen Fragen und sehr kurzen und verwirrenden Eindrücken verabschiedeten wir uns dann alle 3 aus Albanien: Wahnsinnig freundliche Menschen, viele russende und tropfende Autos (die beiden behaupten, ich passe da gut dazu… pffft…), neueste oberklasse Autos (bevorzugt Mercedes), Müllfeuer, Müllhalden, neue Autobahnen, enge kurvenreiche Bergstrassen, Meer, geleckte Weltkulturerbe Städtchen, Religionen die friedlich miteinander leben in dem einst ersten offiziell atheistischen Land der Welt, kleinste Schützen-Bunker an jeder Ecke, gebaut von einem Diktator der die Betonindustrie ankurbeln wollte, Truthahn Herden am Straßenrand zum Verkauf, Schaf- und Ziegenherden auf den Strassen …. Ein Land, was schwer zu greifen war und gerade deswegen irgendwie faszinierend ist.


In Griechenland angekommen, sollte es noch mal zu einem einsamen Strand gehen. Der offizielle Weg dahin war gesperrt und der nicht offizielle, war so steil und mit so engen Kurven versehen, dass ich dann doch nicht da runter wollte. Jetzt musste ich nur noch den richtigen Zeitpunkt abpassen, um dieses meinen beiden klar zu machen: in der ersten engen, steilen Kurve, hat Inken meinen Wendekreis unterschätzt und kam nicht rum.…. Perfekt….!….. Beim Versuch rückwärts, bergauf anzufahren musste der Motor abgewürgt werden….check, auf meine beiden ist doch Verlass. …. Fahrerwechsel…. Start-Versuch… und hier lasse ich den Motor nicht wieder anspringen! Das ist doch viel spannender als auf einem Hotelparkplatz! Da ich aber nicht ganz gemein bin funktioniert der Trick mit dem Wackeln immer noch. Es reicht aber um den beiden zu zeigen, dass ich gerade doch nicht so ganz einsam stehen mag.
Da aus der Kurve noch ein kleiner Weg abging konnten die beiden sogar problemlos wenden und entschlossen für die Nacht einen anderen Platz zu suchen.
Nach einer ersten Nacht am Strand in Griechenland, folgte noch mal ein kurzer Ausflug zum Supermarkt und ein Platzwechsel, wo wir alle 3 mal wieder eine Pause bekommen sollen, denn 6 Nächte mit täglichen Platzwechseln in 3 Ländern sind auch anstrengend.

Auf nach Albanien!

Yeah! Es geht endlich weiter! Meine beiden packen ihre 7 Sachen wieder dahin wo sie hin gehören! Zu mir! Und dann lassen sie mich noch mal alleine…. Schnüff….

Zwei Highlights von Dubrovnik wollten die beiden noch mitnehmen. Naja, geplant war nur eines: der Rundgang auf der Stadtmauer, mit ihren wunderbaren Blicken über die Stadt.

Das 2. Highlight war dann eher zufällig: ein Motorrad Corso durch die Altstadt, laut dröhnend und hupend. Alle im Weihnachtsmann Kostüm. Da Weihnachtsmänner Geschenke bringen gab es dann auch Süßes für die Kinder. Und so haben die beiden die Altstadt noch mal in einer ganz anderen Atmosphäre erlebt. Nur ich durfte nicht mitfahren, weil ich 4 Räder habe….

Mittags ging es dann wirklich endlich weiter nach Montenegro. Da wir alle 3 gerade genug vom Städten haben und ein bisschen vorankommen wollen haben wir nur einen kurzen Zwischenstopp zum schlafen gemacht und zum Frühstück ein letztes Mal die Aussicht der Küstenstrasse genossen, die wir nun verlassen haben.

Schnell durch Montenegro zu reisen ist auch besser so, denn an jeder Ecke stehen Polizisten und passen auf, dass man sich gut benimmt. Als ob ich mich jemals daneben benehmen würde… nun ja, ich vielleicht wirklich nicht, aber die anderen…ob je….

Am nächsten morgen sollte es dann nach Albanien weiter gehen und ich sollte endlich, endlich Offroad fahren dürfen! Darüber habe ich mich so gefreut, dass ich ein bisschen Schnappatmung bekommen habe und nicht so richtig starten wollte. Mit Stopps zum Frühstücken, Einkaufen, Tanken und Mittagessen und immer noch ein bisschen Schnappatmung musste ich mich dann an der Grenze in eine lange Schlange einreihen und da hatte ich dann erstmal die Schnauze voll. So mag ich nicht mehr weiter! Offroad immer noch nicht in Sicht! Schlange stehen, Grenze…. Nur weil meine beiden mir sehr gut und geduldig zuredeten (naja, einer der beiden, die andere hatte eher ein bisschen Sorgen, was wir vor der Grenze für einen Eindruck machen) liess ich mich dann doch noch mal starten. Hinter mir wurden die anderen schon ungeduldig. 2 haben ihre Hilfe angeboten und wollten schieben, bzw eine Werkstatt anrufen und 3 sind einfach an mir vorbei gezogen… grummel…. Das lasse ich mir dann doch nicht bieten! Über die Grenze habe ich mich dann gut benommen, aber meine beiden haben sicherheitshalber den Motor laufen lassen. Da es in Albanien an jeder Ecke 3 Schrauberbuden gibt, haben meine beiden die erste angesteuert vor der einer meiner Brüder stand. Die haben dann auch sofort mal reingeschaut. Der erste Schrauber konnte nur Französisch, aber da sind meine beiden nicht so fit. Also mussten Hände und Füße herhalten um das Problem zu erklären. Nach dem der erste nicht so richtig weiter wusste wurde der Chef geholt der dann auch gut englisch konnte. Sein erster Kommentar: wenn wir Ersatzteile brauchen haben wir keine Chance. „Very old car, no Spare parts available“ …. Ich? Alt? Das Thema hatten wir doch schon mal…. Reingeschaut hat er dann doch und sofort gefunden, wo ich Luft ins System gezogen habe…. Spielverderber!….5 min später war das Problem behoben. Als Bezahlung sollten wir geben, wie viel wir wollten. Euro wären auch ok. Da die beiden nur noch einen 20 und einen 5 Euro Schein hatten, wollten die beiden den 20 Euroschein opfern. Das war dem Besitzer dann aber irgendwie unangenehm zu viel und er überredete die beiden, dass 5 Euro auch ok wären. Nach 3 weiteren geglückten Startversuchen „just to make sure that everything ist ok“ konnte es weitergehen.

Meine beiden waren so erleichtert, dass sie die Offroad Strecke doch noch angehen wollten. Nun ja, so langsam wurde es dunkel und der Weg dorthin schlängelte sich noch 20km über engste Serpentinen hoch hinauf. Immerhin wollten wir 1000m an Höhe gewinnen. Nun, da waren meine beiden am Ende dann doch zu feige und sind auf halber Strecke umgedreht. Heute soll ein neuer Versuch zu einer anderen Strecke gestartet werden.