Ein bisschen Strand-Urlaub ist schön, haben sich meine Beiden gedacht, denn so langsam geht die Reise dem Endspurt entgegen. Aber bevor meine Beiden noch mal die Strände Lettlands unsicher machen konnten, habe ich sie nach Riga gebracht. Schon wieder Stadt und dann auch noch eine mit unglaublich viel Kopfsteinpflaster….. mir tut immer noch jede Schraube weh, wenn ich daran denke. Aus Protest habe ich dann auch die Schraube, die meinen Schalthebel seit Georgien in Position hält (vielleicht erinnert ihr Euch an die Reperatur vor dem Kloster) endgültig abgeworfen. Eine Neue werden meine Beiden dort nicht mehr anbringen können, denn das Gewinde ist nun endgültig kaputtgerappelt……. So das haben sie nun davon! Aber für ein paar Kilometer hält sie doch noch, irgendwie, ich bin ja schließlich kein un-Auto….
Der erste Stopp in Riga galt dann auch meinem Tank und nicht der Schraube. Provisorisch abgedichtet, war die Hoffnung, dass ich trocken bis nach Deutschland komme. Wenn da nicht das blöde Kopfsteinpflaster wäre…..
Aber zuerst machten meine Beiden Riga unsicher. Für Inken war es der 2. Besuch in Riga. Fast genau vor 9 Jahren war Riga der erste Stopp, der ersten großen Reise. Dieses Mal konnten sie Riga von einer ganz anderen Seite erleben. Nach Vilnius und Tallinn, war es dann doch erstaunlich, dass Riga mit der Entwicklung dieser beiden Städte nicht mitgehalten hat, und schon 2 Querstraßen außerhalb des touristischen Zentrums der Verfall offensichtlich wurde. Oder hatten meine Beiden diese Stadtviertel in den andere Städten einfach durch Zufall nicht gesehen?





Am 2. Tag in Riga musste der Eindruck natürlich noch mal vertieft werden. Nach wie vor beeindruckend und mit viel frischer Ware bestückt war der Zentralmarkt, auch wenn er aktuell nicht in den Hallen selbst stattfindet, sondern draußen davor. So kamen meine Beiden dann schwer bepackt mit frischem Obst und eingelegtem Gemüse für eine kurze Mittagspause zurück. Schon am Morgen hatte ich deutlich gemacht, dass mir die provisorische Reparatur nicht so gut gefallen hat, aber es scheint, dass meine Beiden damit jetzt erstmal einfach weiter leben wollen…
Am Nachmittag ging es dann weiter auf Erkundungstour. Ein paar altbekannte Ecken, wie das Mahnmal der im Holocaust zerstörten Synagoge, und eines der höchsten Häuser Rigas, welches „Schwesterhochäuser“ in Moskau hat. Auch die Bremer Stadtmusikanten mussten natürlich noch mal besucht werden. Diese sind ein Geschenk der Hansestadt Bremen, an die Hansestadt Riga um den Fall der Mauer zu würdigen.







Nach 2 Tagen Riga, ging es dann mit einem letzten Stopp beim Markt weiter an den Strand – dieses mal musste ich mitkommen, damit meine Beiden nicht so viel so schwer schleppen mussten….. jajajaja, aber ich darf den ganzen Kram dann schleppen….
Eine Nacht am Strand-Vorort von Riga hat meinen Beiden und mir dann auch gereicht, ein bisschen mehr Ruhe um den Strand zu genießen wäre doch irgendwie schöner. So durfte ich mal wieder ein paar Kilometer mehr auf den Tacho bringen und die beiden über Kap Kolka an die lettische Westküste bringen. Dort gibt es nämlich viele tolle Stellen, und fast menschenleeren Strände, bei perfektem Strandwetter.
Nach einem ersten Nachmittag am Strand, war ich dann aber erstmal wieder dran. Ein paar Dinge hatten sich angesammelt, die meine Beiden beheben wollten: noch mal ein letzter Versuch den Tank dicht zu bekommen – mit mäßigem Erfolg, dafür war ich dann aber bei den anderen Dingen gnädiger: das Fernlicht hatte ich mal wieder permanent ausgeschaltet, meine Beiden brauchen es eh nie, wenn ich immer nur tagsüber mal eine Stunde mich bewegen darf. Da sie aber meine Lieblingsstelle inzwischen gut kennen, war es in ein paar Minuten wieder einsatzfähig. Dann hatte ich mir angewöhnt, mein Standlicht selbständig einzuschalten, wenn mir langweilig wird. Ein bisschen Spass muss ja schließlich auch sein. Den Fehler hatte ich gut versteckt in den Schalter eingebaut, aber auch den haben sie schnell gefunden und behoben und zu guter Letzt musste die Schraube vom Schalthebel irgendwie in Position gehalten werden, denn ein paar Kilometer sind es noch zu fahren, bis meine Beiden an die richtigen Ersatzteile kommen. Nach einigem kämpfen mit der Schraube und einer stumpfen Säge (wer nimmt denn bitteschön stumpfes Werkzeug mit auf so eine Reise…… versteh ich nicht…..), ist es ihnen tatsächlich gelungen, die Schraube so zu kürzen, dass sie nun von einer Schlauchschelle in Position gehalten werden kann. Ein Tipp von anderen, die meine Schwestern und Brüder seit vielen Jahren so fahren. Nun kann es viel rütteln, die Schraube werde ich nicht mehr abwerfen können.





Dann war aber noch mal Strand angesagt. Am nächsten Tag ging es wieder ein Stück weiter, mit einem Stopp zum Einkaufen um die Vorräte aufzustocken, denn dieser neue Platz sollte ganz besonders schön sein, und meine Beiden wollten dort dann ein paar Tage bleiben. Der Weg zum Platz war dann auch endlich mal wieder was nach meinem Geschmack, durch den tiefen Sand immer an den Dünen entlang, bis ich einmal ein bisschen zu wenig Schwung hatte, und meine Beiden entschieden, dass sie lieber die Sonne am Strand genießen, als zu riskieren mich im Zweifel ausbuddeln zu müssen….pfffft…… da kann man endlich mal ein bisschen Spass haben und wird dann direkt zurückgepfiffen…… Feiglinge!
Dafür habe ich den Beiden dann auch keinen Schatten gespendet, so dass sie statt zu baden erstmal das Sonnensegel setzen mussten….. und als sie damit fertig waren, hat sich dann auch noch ein Golf direkt neben mir im Sand versenkt….. also doch Auto befreien!….. tja, das haben sie nun davon! Ich durfte beider Aktion aber zuschauen, denn ein bisschen schieben hat ausgereicht um den guten zu befreien.
Der Nachmittag am Strand war dann aber trotzdem schön und es sollte der einzige bleiben, denn die nächsten Tage war es so windig, dass sich meine Beiden trotz Sonne in mich rein verkrochen haben. Drei Nächte durfte ich in den Dünen stehen, dann sollte es weiter gehen, spät am letzten Abend, eigentlich schon mitten in der Nacht klopfte es dann an meiner Tür. Lettische Jugendliche hatten sich mit Ihrem Audi festgefahren, ungefähr da, wo meine Beiden mich zurück gepfiffen hatten…… Ob ich die raus ziehen könnte? Jetzt? Im Dunkeln? So tief drin, dass ich selber ohne Schwung nicht mal bis dahin komme?…… hmmm….. So richtig motiviert waren weder meine Beiden noch ich. Schließlich bin ich doch ein alter Herr und brauche meinen Schönheitsschlaf…. Aber meine Sandbleche und meinen Klappspaten leihe ich gerne aus, dann habe ich sie zumindest nicht umsonst mitgeschleppt.
Leider konnte ich damit dann doch nicht helfen. Irgendwann nach Mitternacht, meine Beiden waren schon im Bett, kam einer von meinen jungen wilden Verwandten und hat die armen dann recht schnell befreit. So das auch diese Geschichte ein gutes Ende genommen hat.






Dann ging es auch schon wieder weiter zum letzten Stopp in Lettland. Noch einmal Strand, auch hier muss ich hinter der Düne stehen, auch hier ist es sehr windig, dafür ist der Sand wunderbar weich….. Ob ich doch noch mal ein bisschen drin spielen darf?


