Zwei Länder weiter, und damit ins letzte „neue Land“ auf dieser Reise, habe ich meine Beiden inzwischen schon gebracht. Wir sind in Estland. In Litauen durfte ich noch 2 Tage bleiben und ein bisschen spielen, während meine Beiden die Seen und Sonnenuntergänge genossen haben. Immer in Gesellschaft von Litauern im Sommerurlaub.



Eigentlich sollte es ja direkt nach Norden nach Lettland weiter gehen, aber Pläne sind ja da, um sie zu ändern und so musste ich dann doch mal wieder ein paar mehr Kilometer zurücklegen…. grummel…. Eigentlich hatte mir das gemütliche Tempo der letzten Monate viel mehr Spass gemacht….. Aber was tue ich nicht alles, um meiner Funktion als Touribus gerecht zu werden. Zu dem berühmten Kreuzhügel wollten meine Beiden unbedingt, also habe ich sie dahin gebracht. Über 200.000 Kreuze in allen größen und Formen stehen auf dem Hügel.
Kreuze werden hier seit dem Mittelalter aufgestellt. Während der Soviet Zeit wurden die Kreuze vorallem für verschleppte und in Gulags umgekommene Litauer aufgestellt und so wurde der Hügel dann zum Symbol des Widerstandes und von den Soviets mehrfach geräumt. Inzwischen kann man zu jedem Anlass ein Kreuz dort aufstellen und es gibt seit ein paar Jahren sogar ein Kloster, welches sich um den Hügel kümmert. Komische Bräuche haben die Menschen ja schon manchmal….





Und dann durfte ich endlich die Grenze nach Lettland überqueren für einen schönen Platz am Fluss. Von dort war es nicht weit zum Schloss Rundale, was dann am nächsten Tag auf dem Programm stand, aber bevor es losgehen konnte kamen noch ein paar Letten vorbei. Der Erste kam zum Schwimmen und war Oldtimer Fan. Er lud meine Beiden direkt ein sein privates Museum zu besuchen. Der Zweite stellte einfach eine Schale mit dicken Bohnen auf den Tisch, ohne ein Wort Englisch zu können überzeugte er meine Beiden, dass man die sehr gut essen kann und so war das Geschäft mit den Bohnen schnell abgewickelt und das Abendessen für meine Beiden gesichert.



Dann ging es endlich zum Schloss. Kurz vor dem Schloss sahen meine Beiden dann auch das Schild von dem Automuseum…. Vielleicht ist es doch einen Besuch wert?
Das Schloss Rundale selbst ist über die letzten 50 Jahre aufwendig restauriert worden und so konnte man viele der alten Prunkräume und den Französischen Garten bewundern. So ganz mein Fall ist das ja nicht, aber meine Beiden waren ziemlich angetan. Zum Glück durfte ich dann auf dem Rückweg zum Schlafplatz doch noch einen stopp bei dem Privaten Automuseum einlegen. Wirklich beeindruckend, was über den kleinen Hof in jedem Winkel so zu entdecken war. Aber ich war dann doch recht froh, dass meine Beiden mit mir noch um die Welt ziehen, denn für so ein Museum bin ich definitiv noch zu jung….. grins….
Am Nachmittag bekam ich dann mein Schnäppschen und meine Beiden konnten sich im Fluss etwas abkühlen und sich mit Bohnen pulen beschäftigen, so wie es sich für den Ausklang zu einem perfekten Tag eben gehört.
















Dann ging es weiter. Vorbei an einer Deutsch-Ordensburg, die meine Beiden aber nicht genauer anschauen wollten…. Irgendwann werden es vielleicht doch zu viele Burgen….. Zum nächsten Automuseum…. Ist ja auch viel besser! Dieses war dann schon in den Aussenbezirken von Riga. Nach Riga rein ging es aber nicht. Da haben meine Beiden gerade noch rechtzeitig die Kurve gekriegt…. Ihr wisst ja: Ich habs nicht so mit Stadtjungeln.



Dafür sollte es ein bisschen Diesel für mich geben, aber die Beiden müssen ja unbedingt die billigste Tankstelle weit und breit anfahren….grummel….. Ich habe wirklich keine Lust auf den billigen Mist!…. deswegen entscheide ich mal wieder: hier geht’s nicht weiter und lasse meinen Motor nicht anspringen, als die Zapfsäule frei wird. Naja, mit ein bisschen gut zureden bin ich dann doch gnädig und die Tankstelle war zwar billig, aber der Sprit dann doch ganz ok… also will ich mal nicht so sein. Als Entschädigung darf ich zum Ende des Tages dann noch mal wieder über Waschbrettpisten (obwohl ich die Waschbrettpisten eigentlich auch garnicht mag… da tut mir hinterher immer jede Schraube einzeln weh)….. und Waldwege (schon mehr mein Geschmack) mal wieder an einen schönen See. Zwei Nächte durfte ich hier verschnaufen, während meine Beiden es sich gemütlich gemacht haben. Dies sollte dann auch schon der letzte Stopp in Lettland sein, zumindest für diese Etappe.



Mit einer kleinen Einkaufspause in der Grenzstadt Walk und einer Mittagspause ging es direkt weiter bis nach Tartu. Immerhin sind meine Beiden dann noch so nett und gönnen mir bei den warmen Außentemperaturen doch ein paar Päuschen, denn bei dem ganzen auf und ab hier, wird mir doch ziemlich schnell warm.



In Tartu musste ich, wie in jeder Stadt auf einem doofen Parkplatz ausharren, während meine Beiden sich die nette Altstadt und das Strassenfest, zur Bewerbung Tartus als Europäische Kulturhauptstadt 2024, anschauten. Tartu ist eine sehr alte Universitätsstadt, und hat einen entsprechenden Flair. Nach einer kurzen Pause (dafür bin ich dann wieder gut genug) ging es für meine Beiden noch mal los, um im alten Pulverkeller der Stadt zu speisen. Auf dem Rückweg konnten meine Beiden es sich noch ein bisschen auf dem Strassenfest gut gehen lassen, mit Musik, Tanz und Weinchen, dann ging es zurück zu mir, so zumindest der Plan. Inzwischen waren auf dem Parkplatz auch andere Reisende aus Finnland und Deutschland angekommen, die eine gemütliche Parkplatzrunde eingeläutet hatten und so wurde es dann doch recht spät und kalt, aber wohl auch sehr nett, bis meine Beiden endlich wirklich wieder da waren.








So war es dann auch gut, dass ich gestern nicht ganz so weit fahren musste und meine Beiden sich mitten im Wald, auf einem offiziellen Picknick und Wild-Campingplatz noch mal ein bisschen ausschlafen konnten, denn heute brachte ich sie wieder zurück zur Ostsee und damit zurück auf die ursprünglich geplante Route nach Hause. Ein paar Wochen früher als vor Beginn der Reise geplant, werden meine Beiden nun in diese letzte große Etappe starten, aber so kann ich es gemütlich angehen lassen, und meine Beiden noch mal ausgiebig das Meer und hoffentlich auch ein bisschen die Sonne geniessen. Ich werde natürlich weiter berichten.




