Eigentlich wollten meine Beiden ja noch Masuren ausgiebig erkunden, aber der erste Stopp, der zu einer einsamen Halbinsel führen sollte endete in einem wilden Dauercampingplatz. So war ich mal wieder gefragt um den einzigen etwas einsameren Platz zu erreichen, musste ich über Stock und Stein auf ein Hochplateau. Später am Nachmittag gesellte sich dann „Mo“ zu mir. Sozusagen mein Ur-Ur-Enkel oder so. Mo darf dafür aber auch direkt 3 Schützlinge an ihr Ziel bringen, wobei der jüngste gerade mal 3 Monate ist.
Da sich meine Beiden mit der Besatzung von Mo direkt super verstanden haben und Mo und ich sowieso, durfte ich direkt 2 Tage in Mos Gesellschaft verbringen. Am 2. Tag ging es noch mal 20m weiter, da dort ein Platz freigeworden war und unser kleines Hochplateau von einer Jugendgruppe mit Fahrrädern und Zelten belegt wurde. Meine Beiden hatten den Platz zwar so ausgesucht, dass normale 4-Rädrige Gesellschaft eher unwahrscheinlich war, aber mit 2 Rädern und auf 2 Beinen ist man doch etwas geländefähiger als gedacht.
So wurden es 2 gemütliche Abende in denen ich allen 5en Schutz vor dem kalten Wind gewähren konnte, denn für das geplante Lagerfeuer war es dann doch zu kalt und wenn ein Mensch noch besonders klein ist, kann ich auch 5 Menschen gemütlich beherbergen. Zumindest zum Essen und Quatschen.





Dann war es Zeit von Polen Abschied zu nehmen und die Erkundung von Masuren auf den Rückweg zu verschieben. Litauen wartete. Nach einem kurzen Übernachtungstopp ging es nach Kaunas. Da die Stadt meinen Beiden überraschend gut gefiel und die Beiden sich einen Kneipen-Bummel auf die Fahnen geschrieben hatten, musste ich in der Stadt übernachten….. was für eine Nacht!…. Irgendwann um 2 oder 3 Uhr sind mir beinahe die Scheiben aus den Fenstern gefallen, da die Jugendlichen der Stadt mit Ihren Fahrzeugen zum Party machen auf den Parkplatz kamen. So war ich dann doch ziemlich froh, dass ich am nächsten Morgen direkt weiter fahren durfte.








Nächster Stopp war das Litauischen Freilichtmuseum, in dem verschiedenste Dörfer aus ganz Litauen nachgebaut waren. So konnten meine Beiden noch einen kleinen Einblick in das Leben der Menschen vor 100 Jahren bekommen. In der Nähe gab es dann auch einen ruhigen Übernachtungsplatz, direkt am Fluss „Memel“.








Dann ging es auch schon weiter nach Trakai…… Ich sagte es ja schon…. Touribus!…. Die Wasserburg von Trakai war lange der Hauptsitz der Litauischen Grossfürsten und wurde nach ihrer Zerstörung vollständig wieder aufgebaut. Zufällig wurde die Burg an diesem Wochenende auch noch von Rittern und Burgfräulein bevölkert, so dass es für meine Beiden neben dem Museum noch viel Spektakel zu sehen gab. Es war dort so gut besucht, dass jeder Einwohner, der ein bisschen Platz im Vorgarten hatte, diesen als Parkplatz anbot. …. Wenn ihr mich fragt: zu viel Trubel muss auch nicht sein.
Bei uns allen 3en war die Sehnsucht nach einem ruhigen Ort recht groß und dank der vielen Seen in der Region, war der Übernachtungsplatz zum Glück auch schnell gefunden. Auch wenn ich nicht alle 4 Räder brauchte, war es schon gut, dass ich ein bisschen mehr Luft zum Boden habe um dort hin zu kommen. Solche Plätzchen mag ich gerne…. Grins…








So gestärkt war ich dann auch bereit mich in den Großstadtdschungel zu wagen, denn meine Beiden wollten sich unbedingt noch Vilnius anschauen. Vilnius ist die Stadt der Kirchen, Jugendstil-Häuser und Künstler. So konnten meine Beiden noch mal richtig Kultur tanken und den Abend im Künstlerviertel der Stadt bei einem Bier ausklingen lassen. Dieses Viertel hat sogar seine eigenen Verfassung, die auch die Regeln vieler Reisender sein könnten, denn sie spricht den Menschen vor allem Freiheit zu: Freiheit glücklich zu sein, aber auch unglücklich zu sein. Freiheit sich an einem Ort aufzuhalten, bis hin zu Rechten von Hunden und Katzen als Begleiter der Menschen.
Zum Abschied von Vilnius stand noch ein Besuch beim Bernsteinmuseum auf dem Programm, welches meine Beiden mit vielen schönen Arbeiten und der Erkenntnis, dass man Plastik nicht von echtem Bernstein unterscheiden kann in Erinnerung bleiben wird.













Auf dem Weg raus noch einmal schnell Wäsche waschen und dann war es endlich mal wieder Zeit Wege nach meinem Geschmack zu suchen. Auf halber Strecke zwischen Vilnius und Lettland, wo es als nächstes hingehen soll, haben meine Beiden ein Gebiet entdeckt, ganz ähnlich wie Masuren, nur nicht ganz so überlaufen, in dem ich meine Stärken ausspielen kann, bzw. muss, insbesondere dann, wenn meine Beiden die Tiefe von „kleinen Pfützen“ unterschätzen. Aber für mich ist das ja kein Problem. Da fange ich eigentlich erst an mich richtig wohl zu fühlen.
Hier an diesem Plätzchen ist jetzt zumindest mal ein Tag Pause angesagt. Ganz so einsam, wie gedacht bleibt es hier nicht, dafür gab es von den frisch angekommen en Litauischen Nachbarn direkt das erste Bier zur Begrüßung. So kann man einen ruhigen Tag dann auch gebührend geniessen

