Nun will ich Euch nicht länger auf die Folter spannen. Eine letzte Nacht gab es noch in Schweden und dann wurde ich vom großen Schiff verschluckt. Ganz unten im Bauch, alleine im Dunkeln musste ich warten, bis das schaukeln aufgehört hat.
Ein bisschen habe ich dann mein neues Revier natürlich auch markiert. Das haben meine Beiden davon, wenn sie mich alleine lassen und mir langweilig wird.
Raus fahren war dann auch nicht ganz so einfach, da ich der Erste in der Reihe war, aber vor mir nicht genug Platz….. ich hab doch einen etwas größeren Wendekreis. Also: erst die Reihe hinter mir leeren, ein bisschen vor und zurück und dann noch die steile Rampe hoch…… oh je, die ist mir im normalen ersten Gang dann doch zu steil, vor allem, wenn die vor mir einfach stehen bleiben….. Zum Glück habe ich die Untersetzung….. und ich tue ja alles um endlich wieder in Freiheit und festen Boden unter den Reifen zu spüren!






Angekommen bin ich nun in Polen. Ganz dicht an der deutschen Grenze, aber eben nicht in Deutschland, denn da wollen meine Beiden noch eine ganze Weile nicht wieder hin. Und so geht es weiter in meine Lieblingsrichtung: nach Osten!
Aber erst werden noch ein paar wichtige Dinge erledigt: z.B. Masken für meine Beiden, denn hier gelten andere Regeln und in Schweden war es nicht möglich Masken aufzutreiben. Dummerweise hat das Schiff mich auf der falschen Seite der Swine ausgespuckt. Über den Fluss rüber kommt man nur wieder mit einem Schiff, und das nur als Einheimischer oder zu Fuß. So bleibt mir die 2. Fähre an dem Tag erspart und meine Beiden entschließen erstmal den Strand zu erkunden und den Abend etwas gemütlicher zu gestalten.



Am nächsten Morgen geht es dann zurück zur Fluß-Fähre, wo ich auf meine Beiden warten soll, während sie sich um die Besorgungen kümmern. Die Parkplätze sind eng, und ich vergesse für einen Moment, dass es ja gerade „in“ ist auf Abstand zu gehen…. Ooopps….. Da habe ich doch mit meinem Hintermann ein bisschen gekuschelt….. Dabei ist der nicht mal wirklich nett, oder irgendwie sonst besonders…. Dumm gelaufen. Da niemand da ist, bekomme ich erstmal einen richtigen Parkplatz, auf dem ich auch genug Platz habe und meine Beiden suchen die Polizei, um mich zu melden….sorry…… wollte Euch eigentlich keine Umstände machen…….. Die ist nicht so leicht zu finden…. Also geht es doch erstmal Masken kaufen und dann muss ich mitkommen um mich zu stellen.
Mit meiner Hilfe sind die Polizisten dann auch endlich gefunden und fragen 3 mal nach, ob meine Beide sicher sind, dass sie die Verursacher sind….. Es ist hier anscheinend nicht üblich sich selber zu melden….. Aber das Gewissen ist beruhigt und es kann weiter gehen: Party-Strand und Sommerurlaubsfeeling ist angesagt, und das finden meine Beiden hier an jedem Ort.
Zum schlafen geht es aber dann zum Glück doch erstmal wieder ins Grüne. Ich bin ja noch etwas skeptisch, ob der neue Reisemodus wirklich so spaßig wird….. ich muss mich wohl doch noch an den Stadtdjungel gewöhnen.
Am nächsten Tag können meine Beiden dann noch eine Wanderung zu den Wisenten machen, und eine 2. zu den ehemaligen Befestigungsanlagen. Überhaupt war die gesamte Ostseeküste in dieser Region schwer befestigt, was man noch heute überall sehen kann. Dann geht es noch mit einem weiteren Zwischenstopp und einer 3. kurzen Wanderung an dem Tag weiter zum nächsten Übernachtungsplatz.








Hier stehen schon ein paar andere Reisende und der Strand ist nicht weit, das Wetter perfekt. So darf ich mich hier 2 Nächte ausruhen und meine Beiden legen einen Strandtag ein. Am 2. Tag kommt dann noch „Manfred“ vorbei. Er ist sowas wie mein Urgroß-Onkel und etwas größer als ich. Dementsprechend hat er auch ein paar Probleme einen schönen Platz zum Schlafen zu finden, aber es klappt am Ende doch. Ein perfekter Tag also auch für mich, den ich in netter Gesellschaft verbringen darf.







Da meine Beiden nach der langen, gemütlichen Zeit in Schweden doch wieder unternehmungslustiger werden, bekomme ich auch wieder mehr Auslauf. Nach 2 Nächten geht es schon weiter, mit einem Stopp in Kolberg und der Strandpromenade dort (da lasse ich meine Beiden lieber alleine hin laufen), geht es noch einmal zu einem einsamen Übernachtungsplatz an einem See. Ein bisschen Ruhe zwischen dem Stadtrubel tut dann auch ganz gut und der Weg dorthin ist sehr nach meinem Geschmack.








Nach der erholsamen Nacht darf ich mich dann mal wieder ein bisschen austoben: Es geht in die Dünen, um im Sand zu spielen. Endlich kann ich mal zeigen, was ich kann, denn trotz etwas Skepsis von meinen Beiden, brauche ich selbstverständlich weder Sandbleche noch irgendwelche anderen Hilfsmittel wie „Luft aus den Reifen“…… ich bin ein Wüstenauto und komme bestens mit dem Sand zurecht!
Am Ende des Tages geht es dann auf eine große Anhöhe hinauf, mit traumhaftem Blick auf die Ostsee. Den Sonnenuntergang genießen meine Beiden trotzdem am Meer und nicht bei mir, naja, auch hier habe ich nette Gesellschaft und kann den jungen wilden beim Austoben in den Steilhängen zusehen. Das ist dann doch nix für mich. Der perfekte Ausklang, für ein paar Tage „Sommer-Sonne-Strand“ und damit auch der Abschied von den polnischen Ostsee-Stränden.







Schon am „offroad Tag“ hat es immer wieder geregnet. Am nächsten Morgen kippt das Wetter endgültig, es wird kalt und windig. Trotz starkem Wind bekomme ich noch ein paar Streicheleinheiten und mein Schnäppschen um mich für die stürmische Fahrt zu stärken. Denn ich werde mich ein bisschen mehr verausgaben müssen. Zum ersten Mal seit über 2 Monaten darf ich mehr als 100km an einem Tag fahren – es werden sogar 170km. Genauso muss ich zum ersten Mal seit langem wieder mitten in einer Stadt übernachten…. Ich glaube, es ist sogar das erste Mal seit Azerbaijan (wenn man die Zeit in Astrakhan, wo ich mich auf dem Hotel-Hof versteckt habe mal nicht mitzählt)…. Nun ja, was tue ich nicht alles für meine Beiden.
Gdynia ist eine Hafenstadt und so gibt es hier, neben der Strandpromenade und dem georgischen Bäcker vor allem Schiffe zu sehen. Insbesondere die „Dar Pomorza“ hat es meinen Beiden angetan. Bei dem Motor, werde auch ich ein bisschen neidisch….. Etwas größer als meiner ist er ja schon. Dafür biete ich meiner Crew deutlich bequemere Übernachtungsmöglichkeiten. Betreten darf man die Dar Pomorza nur mit Mundschutz, frisch desinfizieren Händen und als „Eintrittskarten“ gibt es Handschuhe. Das ist also ein bisschen ähnlich wie bei mir. Handschuhe tragen meine Beiden auch oft, da sie sagen, dass ich so ölig bin….. kann ich echt nicht verstehen….. Ob die Dar Pomorza auch so ölig ist, dass man sich dort schützen muss?….









