Da weder meine Beiden noch ich der Kälte zugetan sind, haben wir nach den Höhlen von Vardzia zugesehen, dass wir möglichst schnell wieder in Regionen kommen, wo es etwas wärmer ist. Denn auch wenn Georgien klein ist, gibt es große Temperaturunterschiede durch die verschiedenen Höhenlagen. Mit frisch aufgefülltem Öl und festgezogenen Schrauben ging es also in einem Rutsch nach Gori – der Geburtsstadt von Stalin. Naja, nicht ganz ein Rutsch. Ein kurzer Zwischenstopp zum Gas auffüllen stand auch noch auf dem Programm, meine Beiden sollten ja weiterhin die Möglichkeit haben sich Essen zu kochen und warm zu duschen – denn ohne Nachtfrost darf das Wassersystem auch wieder aktiviert werden.
Ein passender Platz zum Schlafen war in Gori schnell gefunden und so konnte ich mich nach dem Fahrtag ein bisschen ausruhen während meine Beiden die Stadt erkundeten. Gori selbst ist eine eher schlichte Stadt. Dem Geburtshaus von Stalin hat man allerdings einen Tempel drumrum gebaut und Dahinter einen Palast gesetzt, der das Stalin Museum beherbergt. Nach dem Sightseeing Marathon der letzte Tage waren meine Beiden dann aber doch ein wenig erschlagen und haben dem Museum nur einen Besuch von außen abgestattet.
Auffällig in Gori, aber auch in vielen anderen Ecken von Georgien, ist, dass man die EU Flagge überall sieht – an vielen offiziellen Gebäuden bis hin zur kleinsten Polizeistation. Georgien ist seit vielen Jahren in Verhandlungen mit der EU und will gerne beitreten. Es gibt bereits einige offizielle Kooperationen, aber bis zum Beitritt ist es wohl noch ein längere Weg.









Am nächsten Tag durfte ich meine Beiden dann noch in eine andere Höhlen Stadt in der Nähe von Gori bringen. Diese ist ein paar 1000 Jahre älter als Vardzia und über mehrere Jahrtausende gewachsen und so anders, dass dieser Besuch nicht weniger faszinierend war. Zumindest für meine Beiden. Ich hatte keine so tolle Aussicht und musste mich damit begnügen zu warten. Das habe ich auch so brav gemacht, dass ich nicht mal mein Revier großartig markiert habe…. Naja,…. Ein ganz klitzekleines Bisschen vielleicht schon…. Bin eben doch ein alter Herr.







Von den Höhlen war es dann nicht mehr weit bis Tiflis, wo ich mal wieder eine längere Pause bekommen habe während meine Beiden sich die Stadt angeschaut haben und auf das Visum für Azerbaijan – unserem nächsten Ziel – warten konnten. Hier konnten meine Beiden auf einem Hof campen und so mussten sie mich nicht ganz alleine lassen. Ich bedanke mich damit, dass ich auch hier nur ein paar kleine Tropfen Öl abgebe. Meine Beide haben es tatsächlich geschafft mich ein bisschen dichter zu bekommen…… laaaaaangweilig …. Dafür habe ich Ihnen aber schon vor ein paar Tagen neue Rätsel mitgegeben: manchmal quietsche ich gemütlich vor mich hin, manchmal gebe ich Dieselduftnoten ab und die beiden Ursachen habe ich sorgfältig versteckt……grins…..
Also beschlossen meine Beiden erstmal Tiflis unsicher zu machen, und sich um die Aufgaben, die ich gestellt habe erst später zu kümmern. Tiflis als Stadt hat einige Ecken, die von Deutschen Auswanderer gegründet wurden, ähnlich wie man es in vielen Teilen des ehemaligen Russischen Reiches kennt. Auch diese wurden im 1. Weltkrieg nach Sibirien deportiert und so sind heute nur noch die Namen wie „Saarbrückenplatz“ und „Neu-Tiflis“ die an die Auswanderer erinnern. Die Hauptstraßen in Tiflis zeugen noch heute von einer wohlhabenden Stadt, die gerade wieder zu Wohlstand kommt. Geht man nur 2 Schritte in die Seitenstraßen begegnet man Verfall und Tristesse und dem Eindruck: es muss hier mal sehr schön gewesen sein. So werden meine Beiden mit Tiflis irgendwie nicht so richtig warm. Auch der Versuch das Nachtleben etwas zu erkunden endet in Kneipen Strassen voller Kneipen, aber ohne Gäste – an einem Samstag-Abend!
















Aber die Beiden wollten es ja mal ein bisschen Ruhiger angehen lassen und so ist dann nach 2 Tagen Tiflis-Sightseeing mal wieder Wäschewaschen angesagt und auch ich bekomme noch mal einen gründlicheren Check, als es in Vardzia möglich war. Das quietschen und die Ursache für den Dieselgeruch finden die Beiden aber trotzdem nicht, auch wenn diverse Schrauben festgezogen werden müssen….. wenn ich nicht mehr undicht sein darf, dann muss ich mich halt auf lockere Schrauben verlegen…… Mein Wohnraum wird auch einmal durchsortiert und geputzt, auch das war dringend nötig. Jetzt brauche ich nur noch eine Wäsche von aussen, aber dafür sind meine Beiden dann doch ein bisschen zu faul.
Gestern sollte ich dann meinen Beiden bei der Beschaffung eines Öl-Kühlers helfen, damit mir Bergauf nicht mehr so schnell zu heiß wird. Habe ich schon gesagt, dass ich Großstadtverkehr nicht mag? Insgesamt musste ich über 40km durch Tiflis kriechen (der Verkehr ist hier dauerhaft stop-and-go) und 5 Werkstätten anfahren um einen Tipp zu bekommen, wo man eventuell einen Öl-Kühler bekommen kann – erfolglos! – „Das ist hier Georgien, ihr erwartet doch nicht, daß man hier irgendwas bekommt!“ – „eventuell könnten wir es über Amazon.uk oder Amazon.de bestellen, dauert aber 2 Wochen“ – Auch der Dieselspezialist konnte oder wollte meinen Beiden mit dem Dieselgeruch nicht weiterhelfen und so ging es dann etwas frustriert aus Tiflis raus…. Zumindest meine Beiden waren ein bisschen niedergeschlagen.
Ich durfte zum neuen Schlafplatz mal wieder alle 4 Räder bewegen und fühle mich eigentlich pudelwohl. Also warum der ganze Quatsch mit dem Öl-Kühler? Und auch der Dieselgeruch hält mich ja nicht vom Fahren ab. Also bleibt es erstmal alles so wie es ist. Nur der Öl Vorrat wurde wieder aufgefüllt, so dass ich wirklich entspannt in die nächsten Etappen starten kann. Das Azerbaijan Visum für meine Beiden ist inzwischen auch da, aber der Platz am Tiflis See gerade ist so schön – jetzt wo der Wind nachgelassen hat und meine Beiden für mich ein Wind geschütztes Plätzchen gefunden haben – gestern hat es ich nämlich ziemlich durchgeschüttelt. So haben meine Beiden entschieden heute noch mal einen entspannten Tag hier zu machen. Ich komme also mal wieder dazu Euch was zu erzählen und Patrick kann und ein bisschen basteln – noch mehr USB Steckdosen werden verbaut – …. warum die Beiden so viel neumodischen Kram brauchen wird mir immer schleierhaft bleiben….. bevor es morgen ein letztes Mal nach Tiflis rein geht um das Visum auszudrucken – ja das geht – es ist nämlich ein „e-Visum“. Ein paar Tage darf ich meine Beiden dann noch durch Georgien fahren, bevor es dann nach Azerbaijan weiter gehen soll.


