Weiter geht’s! Meine Beiden sind wieder etwas fitter und so musste ich in den letzten Tagen immer mal wieder größere Strecken bewältigen. Da ich aber auch fitter bin, mache ich das doch gerne. Der nächste Stop war Sinop ein kleines Städtchen, was überwiegend im Sommer vom lokalen Tourismus lebt, aber auch ein wichtiger Hafen, der schon zur Blütezeit der Seidenstrasse eine wichtige Rolle gespielt hat. Von Zonguldak nach Sinop bin ich zum ersten Mal fast 400km an einem Tag gefahren, da die Beiden ein bisschen Angst hatten, in den Bergen, auf über 1300m in den Schnee zu kommen. Der war nämlich angekündigt…. Hihihi….. Wenn die gewusst hätten, was sie noch erwartet….
Ich werde wohl nie ein großer Freund von Bergautobahnen, aber da mein 2. Lüfter endlich angeschlossen ist, wird mir zumindest nicht mehr ganz so heiß, wenn es länger bergauf geht.
Zur Belohnung durfte ich mich aber dann in Sinop einen Tag ausruhen und meine Beiden konnten die Stadt unsicher machen. Zuerst ging es ins Gefängnis von Sinop, dieses hatte in der alten Festung aus Seidenstrassezeiten über Jahrhunderte seinen Platz und wurde immer wieder erweitert. Zur Aufmunterung folgte dann ein Stadtbummel. Hier wurden die beiden in ein altes Hamam eingeladen. Heute ist es ein kleines Café und man kann den Hamam Raum auch als Party-Location mieten. Die Café Betreiberin, war so froh mal Touristen durch Ihren Laden führen zu können, dass die Beiden nicht ohne einen Türkischen Kaffee, einen Chai und noch einer weiteren Runde speziellem Früchtetee wieder gehen durften. Alles auf Kosten des Hauses. Nach soviel Tee und Kaffee musste dann natürlich noch Baklava besorgt werden. Etwas ratlos im Baklava Geschäft wurden die Beiden von deutschen, mit deutlich süd-deutschem Akzent angesprochen: Was macht ihr denn hier? Hier kommen doch nie westliche Touristen hin! Die beiden Deutschen waren nämlich selber keine Touristen. Sie hatten ihre Wurzeln in Sinop und waren auf Verwandtenbesuch. Mit deren Hilfe konnte dann auch das richtige Baklava zusammen gestellt werden.













Abschließen sollte der Tag dann ein Besuch in einem weiteren historischen Hamam, welches aber noch in Betrieb war und überraschenderweise als gemischtes Hamam betrieben wurden (oder wurde nur für Inken eine Ausnahme gemacht?….)…. So bin nicht nur ich in den Genuss eines Spas gekommen, sondern auch meine Beiden konnten sich einmal ein bisschen entspannen um dann anschließend porentief rein und sauber wieder zurück zu kommen….. das war aber auch mal dringend nötig sage ich Euch!!!….. Der Bademeister hatte auf jeden Fall seinen Spaß mit den Beiden und auch seine Ehre, dass beide wirklich sauber wurden…
Der nächste Stop war dann Samsun. In Samsun gibt es noch überall Weihnachtsdeko, vielleicht als Vorbote auf das, was kommen sollte, denn es war schon wieder Schnee angekündigt. Eigentlich war nur einen Nacht in Samsun geplant, und so wurde ich direkt am nächsten Morgen bei leichtem Nieselregen noch mal durchgecheckt, denn die nächste Etappe bis nach Trabzon sollte wieder mehr als 300km sein….. Jetzt scheuchen mich die beiden wirklich ganz schön!…phuuu… Mein Motoröldurst hat ziemlich nachgelassen….. schade eigentlich. Ein bisschen beschwippst fährt es sich eigentlich viel besser…. Aber ich kann mich ja beim Getriebeöl bedienen……. Da gab’s dann auch mal wieder etwas Nachschub. Nach 2 Stunden Pflege im Nieselregen, war dann aber irgendwie die Motivation stark gesunken noch einen Tag hinterm Steuer zu verbringen und so durfte ich mich mit meinen Beiden zusammen nochmal ausruhen.



Heute ging es dann aber wirklich wieder weiter, denn es war weiterhin viel Schnee angekündigt und den wollten die Beiden nicht in Samsun aussitzen. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir uns also aus Samsun verabschieden und die Hälfte der Strecke sehr entspannt fahren… laaaaaangweilig…. Nicht mal große Steigungen musste ich bewältigen, da die Hügel auf der Strecke alle untertunnelt waren….. Zum Glück änderte sich das nach der Mittagspause…. Endlich kam der angekündigte Schnee und ich konnte mal wieder beweisen, was ich kann. 150km ging es dann durch Schneetreiben und Schneematsch…. Als Alternative zur Wüste nehme ich auch sowas gerne mal, wenn es nur nicht so kalt wäre….. Am Ende durfte ich sogar alle 4 Räder einsetzen, denn auf der Suche nach einem Schlafplatz sind meine Beiden einmal quer durch die Innenstadt geirrt und die ist Steil und voll mit Schneematsch dann auch sehr rutschig. Auf 4 Rädern aber für mich natürlich kein Problem.



Jetzt lassen meine Beiden uns alle 3 in Trabzon erstmal einschneien und meine Standheizung läuft solange sie Sprit und Strom hat. Spätestens wenn beides aufgebraucht ist, wird es wohl wieder weiter gehen.



