Von Bursa ins Spa

Eigentlich hatte ich Euch ja versprochen von Bursa zu berichten. Aber was seit dem passiert ist, war viel spannender… *grins*…. da ich schwer beschäftigt war, komme ich auch jetzt erst dazu Euch zu berichten.

In Bursa habe ich einen Tag Pause gehabt, während meine Beiden sich die Basaare, Altstadt, Mausoleen, Moschee, usw… angeschaut haben. Bursa war nicht nur einer der vielen Endpunkt der Seidenstraße sondern auch die Stadt, in der das Osmanische Reich begründet wurde. Hier gibt es bis heute Mausoleen der Staatsgründer, die wie Heilige verehrt werden.
Die ganze Stadt ist kaum Touristisch, bzw. gibt es hier überwiegend einheimische Touristen und kaum westliche, so dass es auch entsprechend wenig Touristenfallen gibt und man in Ruhe über die Märkte schlendern kann, ohne von einem Geschäft ins nächste gezerrt zu werden. In der Altstadt wurden die Beiden dann auch recht erstaunt gefragt, wo sie denn herkommen, hier währen doch nie Touristen zu sehen. Ein paar Tipps für versteckte Sehenswürdigkeiten gab es dann auch direkt noch. Ein Abstecher nach Bursa lohnt sich also auf jeden Fall.

Von Bursa wollten meine Beiden direkt weiter ans Schwarze Meer….. Aber ich hatte noch einen weiteren Zwischenstopp auf meinem Plan…. Tick, tick, tick, tick,…. Schauen wir mal, wie fit die Beiden nach der Generalprobe sind, um Probleme rechtzeitig zu erkennen…. diesesmal versuche ich es mit einem leisten Ticken, vielleicht reicht es ja?… tick, tick, tick….. Es reicht!…*freu*…. und sie haben auch kapiert, dass die Landrover Werkstatt, auf dem Weg zum Schwarzen Meer, MEIN Ziel ist. „Overland Anatolia“ hat sich darauf spezialisiert mich und meine Weggefährten für weitere Abenteuer fit zu machen und so konnte ich mir dieses Spa doch nicht entgehen lassen!
Das Geräusch, was ich meinen als Hilfestellung mitgegeben hat, verursacht auch beim Motorflüsterer, Murat, Sorgenfalten. Um meinen Zustand zu unterstreichen, weigere ich mich dann auch noch mal kurz in die Werkstatt rein zu fahren. Da der eigentliche Chef – Emre – noch unterwegs ist, und von den Mechanikern keiner Englisch spricht, helfen mal wieder ein paar Übersetzer (Kunden? Freunde?) die schnell gefunden, plötzlich auftauchen. So wird dann erst mein Ventilspiel neu eingestellt – vielleicht ist das ja schon die Lösung? Nein?…… ist doch klar Jungs!….. Ein bisschen mehr Wellness brauche ich schon!….. also: zwischen Chai und Kaffee: Motor auf, Zylinderkopf runter…… ah….. so langsam kommt ihr der Sache näher…..Zylinderkopf und Injektoren brauchen eine Runderneuerung! …… endlich! Sie haben es kapiert!!!…. ich komme ja gerne mit auf große Tour aber ein bisschen fitter muss ich dafür noch werden!
Während der Motorflüsterer arbeitet werden meine beiden von Beylü – einem der 2 Werkstatthunde, als Welpe von der Straße gerettet – in Beschlag genommen…. naja, wenn er es sich nicht gerade an dem einzigen warmen Platz der Werkstatt gemütlich macht….

Emre ist inzwischen auch eingetroffen und kümmert sich jetzt vor allem um meine Beiden. Um die Runderneuerung zu starten müssen die Teile zu Spezialisten. Dafür ist es aber inzwischen zu spät (es ist nämlich schon Wasserpfeifenzeit) und so lassen mich die Beiden in der Werkstatt zurück. Zumindest stehe ich trocken und gut geschützt. Standesgemäß bringt Emre die Beiden in einem meiner Brüder ins Hotel. Auf dem Weg holt er noch seine Frau ab. Ein gemeinsames Abendessen muss dann schon sein. Dabei erfahren die beiden, dass sowohl Emre als auch seine Frau für verschiedenen Fluggesellschaften um die Welt gejettet sind und jetzt vor allem mehr Zeit für ihren Sohn haben wollen. In 2 Jahren, wenn die Schulpflicht in der Türkei für den Sohn endet, soll dann vielleicht, hoffentlich, auch für diese Familie das große Overland Abenteuer starten. Bis dahin ist es eben die Vision Overlandern in der Türkei mit Rat, Tat und Werkstatt zur Seite zu stehen
Am nächsten Morgen kommen meine Beiden und Emre dann zurück um noch ein paar Dinge zu überprüfen (3 von 4 Glühkerzen funktionieren nicht mehr richtig, oder sind ganz kaputt) und die Teile abzuholen und zu den Spezialisten zu bringen. Dort wird auch, zwischen ein paar Tassen Chai, klar, dass irgendwer mich mal etwas überstrapaziert hat. Ihr wisst ja: ich mag keine Berge! Da komme ich zu schnell ins schwitzen und so ist mein Motor mal zu warm geworden. Außerdem sitzen die Ventile nicht mehr richtig und einer der Injektoren ist verstopft. Das wird jetzt alles behoben.

Und so heißt es erstmal warten, bis die Experten Ihre Arbeit gemacht haben. Emre wäre nicht Emre, wenn er nicht für die Wartezeit auch eine gute Idee hätte: meine Beiden machen (ohne mich…… ich bin im Spa!!!!..grins..) einen kleinen Ausflug in ein Naherholungsgebiet: hier werden Wildtiere wieder aufgepäppelt, es gibt eine Hobbit-Siedlung und einen kleinen Zoo und vor Allem viel Natur und das alles so sauber, wie meine Beiden es zuletzt in Kroatien gesehen hatten. Ganz nebenbei lernen sie auch noch Overlandern kennen, mit denen sie schon seit Wochen in Kontakt stehen – Emre kennt eben jeden!

Dann geht es wieder zurück um alle Teile einzusammeln, Öl und Kühlwasser-Frostschutz zu besorgen und zurück zu mir….. wurde aber auch langsam Zeit!!!….. ich will hier ja schließlich nicht ewig stehen!… auch wenn es nett ist… Jetzt muss nur noch alles zusammengebaut werden und dann kann es weiter gehen. Aber dafür ist es natürlich heute schon zu spät. So gibt es nur noch einen kleinen Abstecher für die Beiden zum Karosseriemeister, da Emre dort noch was besprechen muss. Ein beeindruckender Mensch der älteren Generation, der die Beiden auch nicht ohne eine Tasse Chai ziehen lässt. Für Patrick, der ein bisschen hustet, gibt es noch einen Löffel Spezial Honig aus dem Heimatdorf und Taschentücher.
Am 3. Tag soll nun endlich alles fertig werden. Zwischen weiteren, endlosen Tassen Chai und Kaffee, werde ich wieder zusammen gebaut. Alle Filter noch mal erneuert und gereinigt, auch die, die sonst immer vergessen werden…. Ja ja…. Jetzt wisst ihr, warum ich hierher kommen wollte!

Zur Mittagspause gibt es Lamacun und Wasserpfeife. Beim überbrücken der Wartezeit hilft diesmal „Pascha“ ein Jagdhund, der am liebsten mit der Flex-Polierscheibe „Stöckchen“ spielt.

Am späten Nachmittag ist es dann soweit und meine Beiden lernen, was sie beim Entlüften vom Dieselsystem alles falsch gemacht haben. Sehr systematisch und innerhalb von 10minuten bin ich wieder am laufen….. Schnurr……. Das fühlt sich richtig gut an!… Aber erst nach 2 ausgiebigen Testfahrten und ein paar weiteren Kontrollen, lassen sie uns 3 weiter ziehen. Da es inzwischen schon fast dunkel ist, geht es erstmal nur zum Wildtierpark zurück. Der hat nämlich auch einen Campingplatz.
Am nächsten Mittag erreichen wir dann endlich das Schwarze Meer, dem ich jetzt bis Georgien mehr oder weniger folgen darf. Nach einer ersten Übernachtung in einer kleinen Bucht geht es heute nur ein kurzes Stückchen weiter, denn auch wenn ich jetzt fitter bin, meine Beiden sind es leider nicht so ganz, und wollen sich noch ein bisschen Ruhe gönnen. Damit ich nicht wieder zu heiß werde, wird nun auch endlich mein 2. Lüfter angeschlossen, denn die nächsten 2 Tage stehen Bergetappen vor uns, bevor es dann wieder direkt an der Küste weiter gehen kann.

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