Wir haben Europa verlassen. In den letzten 5 Tagen habe ich wieder ziemlich viel Bewegung bekommen…. Endlich! Das wurde auch langsam Zeit!….. und ich stehe jetzt direkt an der Grenze der Kontinente. Da ich die letzten Tage überwiegend gefahren bin, ist auch nicht viel passiert: Wir haben Geburtstag gefeiert, schöne und weniger schöne Übernachtungsplätze am Strand gefunden ….. So fühle ich mich zumindest ab und zu ein bisschen, wie ein Wüstenauto….. einen kurzen Mittagsstop in Thessaloniki gemacht….Großstädte zur Rushhour mag ich nicht, dass sollten die beiden doch wissen, aber da will ich mal nicht so streng sein und benehmen mich gut, auch wenn die Einfahrt zum Parkplatz beinahe noch zu niedrig für mich war…. Ist aber gerade so gut gegangen….,







Einen Tag Pause an einem der schönen Strände haben sie mir dann auch mal gegönnt, nun wohl das letzte Mal im Mittelmeer Raum. So ein Pausentag wird immer auch zum Basteln genutzt. So dass meine Dusche nun endlich voll funktionsfähig ist, sozusagen als Upgrade vom „Bucket-bath“, Duschsack und kalten Strandduschen. Die Navigation wurde endlich auf Tablet-größe aufgerüstet. (Naja, das klappt noch nicht ganz so, wie geplant, aber wir nähern uns an).
Etwa seit Thessaloniki haben ich nun unsere Richtung für die nächsten Monate eingeschlagen: es geht nach Osten. Da achte ich auch genau drauf, denn ich weiß ja, dass meine Beiden ohne mich gerne mal in die falsche Richtung fahren…. Und schups sind sie etwas nach Süden abgedriftet, aber das sei Ihnen verziehen, da ich mir dadurch den Großstadtjungle Istanbul spare…… Ich achte außerdem auch sehr drauf, dass die Beiden nicht zu schnell fahren, insbesondere Bergauf, denn wir wollen ja schließlich nicht geblitzt werden.
Kalt ist es wieder geworden, so dass die Standheizung auch Nachts fast durchläuft, aber wenn ich mich nicht zu früh am Morgen bewegen muss, macht mir das nicht so viel aus, denn dann hat mich die Sonne schon wieder ein bisschen erwärmt, so dass ich gut starten kann. Griechenland verlassen meine Beiden mit gemischten Gefühlen: viel schönes, super essen, aber auch viele verfallene „lost places“ aller Art: Fabriken, die schon lange nichts mehr produzieren, Feriendörfer, die nie fertig gebaut werden, Hotels, seit vielen Jahren schon im Winterschlaf….




In der Türkei wurde ich vom Ruf des Muezzin begrüßt, da ich pünktlich um 15:00 Uhr (oder doch 16:00 Uhr)? an der Türkischen Seite der Grenze stand. Mehrere Passkontrollen und ein kurzer Blick in mein Wohnzimmer haben genügt, dass ich weiter fahren durfte. Ich war das einzige Auto und konnte so ohne zu warten an allen LKWs vorbei ziehen. Das ging alles so schnell, dass meine Beiden nicht gesehen haben, wo sie für mich eine Versicherung bekommen, denn die Deutsche gilt nur für den Europäischen Teil der Türkei….. Aber auch das lässt sich in den nächsten Tagen sicher irgendwie lösen. Ausserdem haben sie nicht gemerkt, dass ein Stempel im Pass fehlt…. Die Grenzer aber auch nicht.


Der erste Stopp, war dann in einem kleinen Dorf direkt hinter der Grenze, wo es zwar keine Versicherung gab, ich aber einen Sticker mit Transponder für die Mautstraße bekommen habe…. Schon wieder langweilige Autobahnen…. Naja…. Wenn man weit reisen will, muss das wohl ab und zu mal sein. SIM Karten für meine Beiden gab es auch nicht, obwohl es gleich 2 Vodafone Läden gab. Vielleicht lag es aber auch daran, dass niemand Englisch konnte und dadurch schon der Kauf der Vignette sehr schwierig war. Dafür wurden meinen Beiden direkt Kekse angeboten.…. Ja, ja, damit ich noch schwerer schleppen muss….. und sämtliche Postangestellten mit Google Translate beschäftigt. Ob das jetzt mit der Maut alles wirklich so funktioniert, werden wir dann wohl in den nächsten Tagen feststellen.
Gastfreundlich und Hifsbereit, wenn auch manchmal etwas hilflos sind eigentlich alle gewesen, und wenn sie „nur“ losgezogen sind um jemanden zu holen, der auch nicht helfen konnte.

Um einen langen und aufregenden Tag ruhig ausklingen zu lassen, durfte ich meine Beiden noch zu Ihrem Schlafplatz bringen – abgeschieden, mitten im „Nichts“, war genau das was wir 3 brauchten, dachten wir….. – dann konnte mich auch ein bisschen ausruhen….. bis „King Louis“ auftauchte um mir für die Nacht Gesellschaft zu leisten. „King Louis“ ist Citroen Jumper aus Würzburg und gerade auf dem Rückweg aus Georgien nach Deutschland. Meine Beide und die Beiden von „King Louis“ konnten sich bei griechischem Wein und türkischem Bier ein wenig über die Türkei, Georgien, Reisen im allgemeinen und den Ausbau von uns beiden treuen Seelen austauschen und hatten so einen unerwartet netten und langen Abend, der noch eine Weile in Erinnerung bleiben wird. Anschließend haben „King Louis“ und ich noch ein bisschen im Takt unserer Standheizung pumpen ein bisschen weiter gefeiert…. Aber erzählt das nicht den 4en….. 😉

Heute ging es dann weiter, wirklich nach „Asien“ über die Dardanellen….. Ich bin gerade noch auf die Fähre gekommen… an das Fähre fahren könnte ich mich gewöhnen… , aber vorher haben sich meine beiden noch mit Internet versorgt, damit ich Euch weiter berichten kann. In dem nächsten größeren Ort hatte es dann mit mehreren Anläufen geklappt – der erste Laden hatte zwar nur noch eine SIM Karte und die 2. Karte aus dem 2. Laden funktionierte erst dann richtig, nachdem in Asien noch mal weitere Daten aufgeladen wurden – warum blieb auch mit Google Translate unklar, aber wenn etwas funktioniert sollte man sich nicht darüber beschweren.


So endet der 2. Tag in der Türkei mit einem wunderbaren Sonnenuntergang über dem Abendland – Europa und ich kann meine beiden nun immer tiefer nach Asien rein tragen.
