Frohes neues Jahr!

Nach unserer ersten Nacht durfte ich weiter Richtung Meer um dort einen Platz am Strand zu ergattern. Statt der, vom Auswärtigen Amt angekündigten, schlechten Straßen auf die ich mich so gefreut hatte, musste ich eine neue, leere, super ausgebaute Autobahn fahren…. Vorbei ging es an Durres, Epizentrum des Erdbebens im November. Kein Schaden, nirgendwo zu sehen, nicht mal frische Flicken auf der Straße oder ähnliches. Nun gut, die beiden haben auch nicht direkt danach gesucht und die Region bewusst schnell durchfahren. Aber ein bisschen bleibt die Frage doch in der Luft: Welche Informationen sind wann korrekt?
Der Platz am Strand war, wie vieles in Albanien, ziemlich vermüllt, aber ein Hochplateau daneben war dann für meine beiden gut genug. Wenn nur der Wind nicht wäre… so musste ich noch 2 mal meine Position wechseln….. Grpmf…. , bis ich die Nase Wind stehen hatte, damit es für die beiden Herrschaften auch nicht zu stark schaukelt und die Heizung es auch schafft, alles schön warm zu halten….. Ja, ja, was unser einer nicht alles macht, damit des den beiden auch gut geht… .

Am nächsten Morgen ging es dann, mit einem kleinen Abstecher zu einem Kloster, weiter Richtung griechischer Grenze.


Im letzten Ort vor der Grenze (Gjirokaster) wollten die beiden noch mal einen Stopp einlegen und stellten fest, dass sie in einer Weltkulturerbe Stadt gelandet waren. Hier gab es auf Einmal keinen Müll mehr, alles top gepflegt. So richtig schlau wird keiner von uns 3en aus Albanien. Auch überraschend war einer meiner Jüngeren Brüder (Landrover Discovery, sogar mit Seilwinde ausgestattet…. Hey… warum kriege ich keine?…. ) der zur deutschen Bundespolizei gehörte. Einen Kollegen der Truppe haben die beiden dann auch auf der Straße getroffen, denn er hatte mich entdeckt und erkannt, dass meine beiden zu mir gehören…. Genauso gehört sich das auch!….. . Er war im Rahmen von Frontex für 8 Wochen in Albanien und begeistert von dem Land und den Menschen und erklärte auch, was mein Bruder hier so treibt: er fährt Streife auf der Suche nach Migranten, die über Albanien versuchen in andere Europäische Länder zu kommen.

Ein paar Tipps später, verabschiedete sich mein neuer Fan und meine beiden entschieden nicht am nächsten Tag nach Griechenland zu fahren, sondern noch bis zum Neujahr (2 Tage) in Albanien zu bleiben. Wäsche waschen und ähnliches war dringend nötig. In Saranda sollte das alles möglich sein. Diesesmal war die Hauptstraße dahin schon mehr nach meinem Geschmack: Enge Kurven über Berg und Tal, eine wunderschöne Strecke.
In Saranda angekommen, wussten die beiden nicht so richtig, ob sie an dem Ort (ein Hotelparkplatz) bleiben wollten oder nicht. So habe ich die Entscheidung getroffen… grins…. und mich geweigert wieder zu starten. Die Werkstatt am ersten Tag in Albanien hatte ja eigentlich nix gemacht ausser ein bisschen am Schlauch zu wackeln, das ist meinen beiden aber jetzt erst so richtig klar geworden. Am Schlauch wackeln können meine beiden auch, so war ein weiterer Werkstatt Besuch erstmal nicht notwendig, aber die Entscheidung klar: wir bleiben die Nacht hier und da es sehr kalt war, war ein beheiztes Hotelzimmer dann doch zu verlockend und so musste ich die Nacht alleine verbringen… ich werde mir wohl noch mal überlegen müssen, wo ich das nächste Mal nicht mehr starte…


Sylvester hatten die beiden dann aber versprochen mit mir gemeinsam zu verbringen… juhu!…. . Eine einsame Bucht am Meer sollte es werden und da in der nicht-Saison eigentlich alles einsam ist, war das auch nicht schwierig was passendes zu finden. Ich durfte sogar auf den Strand! Tagsüber in der Sonne ist es nun auch wieder deutlich wärmer, der Wind ist weg und so konnten die beiden zum ersten Mal auf dieser Reise draußen sitzen, und das Jahr gemütlich ausklingen lassen. Ein bisschen Feuerwerk gab es dann in der Ferne auch zu sehen. Nach 5 Minuten war der Spuk aber schon wieder vorbei.


Mit vielen Fragen und sehr kurzen und verwirrenden Eindrücken verabschiedeten wir uns dann alle 3 aus Albanien: Wahnsinnig freundliche Menschen, viele russende und tropfende Autos (die beiden behaupten, ich passe da gut dazu… pffft…), neueste oberklasse Autos (bevorzugt Mercedes), Müllfeuer, Müllhalden, neue Autobahnen, enge kurvenreiche Bergstrassen, Meer, geleckte Weltkulturerbe Städtchen, Religionen die friedlich miteinander leben in dem einst ersten offiziell atheistischen Land der Welt, kleinste Schützen-Bunker an jeder Ecke, gebaut von einem Diktator der die Betonindustrie ankurbeln wollte, Truthahn Herden am Straßenrand zum Verkauf, Schaf- und Ziegenherden auf den Strassen …. Ein Land, was schwer zu greifen war und gerade deswegen irgendwie faszinierend ist.


In Griechenland angekommen, sollte es noch mal zu einem einsamen Strand gehen. Der offizielle Weg dahin war gesperrt und der nicht offizielle, war so steil und mit so engen Kurven versehen, dass ich dann doch nicht da runter wollte. Jetzt musste ich nur noch den richtigen Zeitpunkt abpassen, um dieses meinen beiden klar zu machen: in der ersten engen, steilen Kurve, hat Inken meinen Wendekreis unterschätzt und kam nicht rum.…. Perfekt….!….. Beim Versuch rückwärts, bergauf anzufahren musste der Motor abgewürgt werden….check, auf meine beiden ist doch Verlass. …. Fahrerwechsel…. Start-Versuch… und hier lasse ich den Motor nicht wieder anspringen! Das ist doch viel spannender als auf einem Hotelparkplatz! Da ich aber nicht ganz gemein bin funktioniert der Trick mit dem Wackeln immer noch. Es reicht aber um den beiden zu zeigen, dass ich gerade doch nicht so ganz einsam stehen mag.
Da aus der Kurve noch ein kleiner Weg abging konnten die beiden sogar problemlos wenden und entschlossen für die Nacht einen anderen Platz zu suchen.
Nach einer ersten Nacht am Strand in Griechenland, folgte noch mal ein kurzer Ausflug zum Supermarkt und ein Platzwechsel, wo wir alle 3 mal wieder eine Pause bekommen sollen, denn 6 Nächte mit täglichen Platzwechseln in 3 Ländern sind auch anstrengend.

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